Warum wir keine (Bio-) Margarine essen

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In unserem vorherigen Grundlagenartikel haben wir die vier Dinge beschrieben, die in der vitalstoffreichen Vollwertkost gemieden werden. Wir hatten u. a. geschrieben, dass wir Margarine als ein industriell hergestelltes künstliches Fett einstufen, das extrem verarbeitet wurde und wir diese daher nicht als gesund betrachten.

Zu dieser Aussage hat uns die Frage erreicht, wie wir Bio-Margarine bewerten, die nicht raffinierte Fette enthält. Außerdem wurden wir gefragt, was wir bzgl. Fetten vegan lebenden Menschen raten würden. Auf beide Fragen wollen wir in diesem Artikel eingehen.

In der vitalstoffreichen Vollwertkost werden möglichst naturbelassene Lebensmittel gegessen. Denn frische naturbelassene Lebensmittel enthalten ein ausgewogenes und ideales Verhältnis der vielen biologischen Wirkstoffe (auch als Vitalstoffe bezeichnet), die unser Körper braucht, damit Verdauung und Stoffwechsel reibungslos funktionieren. Zu den Vitalstoffen zählen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, ungesättigte Fettsäuren, Enzyme, Aromen bzw. Geschmacksstoffe und Faserstoffe (bzw. Ballaststoffe).

(Ausführlicher haben wir dies im ersten Artikel zu unserer Grundlagenserie beschrieben.)

Fett ist wichtig

Neben Vitalstoffen, Kohlenhydraten und Eiweiß brauchen wir in unserer Nahrung auch einen gewissen Anteil an Fett. Ganz besonders wichtig sind die sogenannten essentiellen Fettsäuren wie z. B. Omega-3, die unser Körper nicht selbst herstellen kann. Das heißt, das richtige Fett ist gesund.

In der vitalstoffreichen Vollwertkost werden als Quelle für Fette möglichst naturbelassene Öle bevorzugt, die ohne vorherige Erhitzung des Rohstoffs (z. B. Ölsaaten oder Oliven) kalt gepresst und nicht raffiniert werden.

Ein fettes Problem: raffinierte Fette

Als ungesund werden Fette und Öle eingestuft, die chemisch verändert wurden. Bei der Produktion von raffinierten Ölen werden Begleitstoffe herausgefiltert, Geschmacksstoffe entzogen und die Farbe durch Bleichmittel verändert. Mit dem Ergebnis, dass die meisten Vitalstoffe verloren gehen, die in der Ölfrucht ursprünglich vorhanden waren. Ganz problematisch wird es, wenn Fette und Öle gehärtet werden und als Nebenprodukt sogenannte Transfettsäuren entstehen. Ziel eines solchen Härtungsprozesses ist es, die ursprünglich flüssigen Öle streichfähig zu machen z. B. für Margarine.

In der Vollwertkost werden sowohl raffinierte, als auch gehärtete Öle und Fette gemieden, weil sie nicht mehr das Vitalstoffverhältnis des naturbelassenen Öls aufweisen. Stattdessen enthalten sie oftmals sogar neue gesundheitsgefährdende Stoffe. Wir empfahlen daher ganz pauschal Margarine zu meiden, wenn man seiner Gesundheit etwas Gutes tun möchte. Aber schließt das auch Bio-Margarine mit ein? Gibt es überhaupt Bio-Margarine aus nicht raffinierten Fetten?

Margarineherstellung und ihre Inhaltsstoffe

Die meisten pflanzlichen Öle sind bei Raumtemperatur flüssig. Für Margarine können sie also nur nach einer Härtung oder in Kombination mit einem festen Öl genutzt werden. Uns sind nur zwei bei Raumtemperatur feste Öle bekannt: Palmöl und Kokosöl. Gehärtete Fette werden für Bio-Margarine nicht verwendet. Daher bleibt nur die Möglichkeit auf Palm- oder Kokosöl zurück zu greifen.

Bei der ein oder anderen Margarine werden die Öle nicht genau angegeben. Stattdessen steht dort in der Zutatenliste der schwammige Begriff “pflanzliche Öle”. Dahinter verbirgt sich bei Margarine in der Regel Palmöl.

In jeder Bio-Margarine, die wir uns in Osnabrück im Bioladen angeschaut haben, wurde Palmöl verwendet. Manchmal war zusätzlich noch Kokosöl enthalten. In einigen Margarinesorten entdeckten wir darüber hinaus desodoriertes Raps- oder Sonnenblumenöl.

Wie sind desodoriertes Öl, Palmöl und Kokosöl zu bewerten?

Desodorierung = Raffination

Desodorierung (Dämpfung) kann als letzter Schritt des Raffinationsprozesses oder auch alleine durchgeführt werden. Ziel einer Raffination ist es mit Hilfe von Druck, hohen Temperaturen und Chemikalien unerwünschte Begleitstoffe aus dem Öl zu entfernen. Zum Beispiel um einen milderen Geschmack zu erreichen, die Haltbarkeit zu erhöhen, die Farbe zu entfernen oder die anschließende technische Weiterverarbeitung zu erleichtern. Alles keine Maßnahmen, die das Ziel haben die gesundheitliche Wirkung zu verbessern ;-).

Auch im Bio-Bereich wird bei der Desodorierung das Öl auf mindestens 130°C erhitzt und mit Wasserdampf destilliert. Dabei werden natürlich Vitalstoffe wie Vitamine, Geschmacksstoffe, Enzyme und Fettsäuren zerstört bzw. entfernt.

Bio-Margarine mit desodoriertem Raps- oder Sonnenblumenöl enthält also ganz sicher raffinierte Fette. Aber was ist mit der übrigen Bio-Margarine?

Palmöl

Konventionelles Palmöl ist aus Umweltsicht äußerst problematisch, da für den Ölpalmenanbau Regenwald gerodet wird. Die Richtlinien für ökologisch angebaute Ölpalmen verbieten eigentlich, dass dafür Regenwald gerodet wird. Wo sollen dann aber neue Fläche herkommen, wenn der Bedarf an Palmöl aus ökologischem Anbau steigt? Ganz so sauber läuft es daher auch nicht im ökologisch zertifizierten Ölpalmenanbau. Palmöl stufen wir somit generell als ökologisch bedenkliche Zutat ein.

Bleibt die Frage: Ist das Palmöl in der Margarine unraffiniert? Die Antwort ist ein klares “Nein”. Palmöl wird aus den roten Palmfrüchten gewonnen. Das frische, unraffinierte Palmöl ist auf Grund seines hohen Carotingehaltes ebenfalls von roter Farbe. Erst durch Raffination entsteht ein farbloses Öl. Würde rotes natives Palmöl in der Margarine verwendet, wäre auch die Margarine rot. Das heißt, alle nicht roten Bio-Margarine auf Palmölbasis, enthalten raffiniertes Palmöl. Bisher haben wir allerdings noch keine rote Margarine gesehen…

Kokosöl

Theoretisch könnte auf Palmöl verzichtet und stattdessen Kokosöl für die Margarine-Herstellung verwendet werden. Allerdings ist Kokosöl in der vitalstoffreichen Vollwertkost nicht ganz unumstritten. Dr. Bruker war der Meinung, dass Kokosöl immer raffiniert sein muss und es sich also zwangsläufig um kein naturbelassenes Öl mehr handelt. In seinem Buch „Cholesterin“ (Amazon-Link) zitiert er auf S. 99 einen Hersteller, der die Raffination beschreibt und zu folgendem Schluss kommt: „Leider besteht nicht die Möglichkeit, naturbelassenes, also nicht raffiniertes Cocosfett in der Küche einzusetzen, da diese rohe Qualität wegen der riesigen Entfernung im Anbaugebiet schlecht kontrollierbar ist und geschmacklich unseren europäischen Ansprüchen nicht gerecht wird.“

Wir sind der Meinung, dass Kokosöl differenzierter betrachtet werden muss. Wie im Kokosnussblog beschrieben wird, ist Kokosöl nämlich nicht gleich Kokosöl.

Im Großen und Ganzen hatte Dr. Bruker allerdings recht. Um günstig große Mengen an Kokosöl herzustellen, wird das ausgefräßte Kokosnussfleisch als Chips z.T. in Öfen getrocknet. Das aus diesen Chips gewonnene Öl wird typischerweise raffiniert, um Farbe und Geschmack zu neutralisieren.

Es gibt aber auch schonendere Herstellungsverfahren, bei denen das Kokosöl aus frischem Kokosfleisch gepresst und nicht raffiniert wird. Solches kalt gepresstes, extra natives Kokosöl ist allerdings aufwendig zu produzieren. Es steht daher nicht in großen Mengen zur Verfügung und hat im Laden seinen Preis. Der starke Kokosgeschmack macht es eher ungeeignet für die Margarineherstellung.

Ob Bio-Margarine nicht raffiniertes Kokosöl enthält, sollte sich aus der Zutatenliste ablesen lassen. Steht dort nur „Kokosöl“ und nicht „natives Kokosöl“, handelt es sich mit Sicherheit um ein raffiniertes Fett. In unserem Bioladen entdeckten wir nur Margarine mit „Kokosöl“.

Gibt es Bio-Margarine mit unraffinierten Fetten?

Auch wenn es nicht extra auf der Packung steht, so sind Palm- und Kokosöl in Bio-Margarine immer raffiniert. Da scheinbar für jede Bio-Margarine Palmöl als Basis verwendet wird, enthält sie somit immer raffinierte Fette. Wir würden deshalb keine Margarine essen, weder aus dem Supermarkt noch aus dem Bio-Laden.

Bleibt die Frage: Welche gesunden Alternativen gibt es dann für Veganer?

Fett-Alternativen für Veganer

Hervorragende vegane Quellen für naturbelassenes Fette sind:

  • kalt gepresste Bio-Öle
  • Avocados
  • Nüsse & Saaten (am besten unbehandelt in Bio- und Rohkostqualität)

Veganer, die gerne ein butterähnliches Streichfett verwenden möchten, können sich ihre Margarine auch selbst herstellen. Als Basis kann je nach Farbwunsch weißes natives Kokosöl oder rotes natives Palmöl verwendet werden. Allerdings haben beide Öle einen stolzen Preis. Um das Kokos- oder Palmöl streichfähig zu machen, kann es mit einem Mixer oder bei schwacher Hitze in einem Topf mit einem anderen Öl wie z. B. Olivenöl vermengt werden. Ein Mischungsverhältnis von 75% festem Öl und 25% flüssigem Öl brachte bei unseren Experimenten ein gutes Ergebnis. Aber Achtung: Diese selbst hergestellte Margarine ist natürlich nicht so geschmacksneutral wie gekaufte Margarine!

Statt Margarine gibt es noch viele leckere vegane Aufstriche, die z. B. Avocados, Bohnen, Linsen, Nüsse oder Saaten als Basis haben. Ein paar Anregungen in diese Richtung findet ihr z. B. beim Rohkost-Koch Urs Hochstrasser. Eine spannende Alternative zur Margarine haben wir auf dem Blog My New Roots entdeckt: Butter aus Bohnen. Ausprobiert haben wir diese „Butter“ allerdings noch nicht.

Unser Fazit

Jede Margarine, ob Bio oder nicht, enthält raffinierte Fette. Immerhin wird in Bio-Margarine auf gehärtete Fette verzichtet. Aus Sicht einer vollwertigen Ernährung ist Bio-Margarine auf Grund der raffinierten Fette dennoch nicht zu empfehlen. Die vermutlich einzige Möglichkeit an Margarine aus 100% unraffiniertem Öl zu kommen, ist sie selbst herzustellen.

War unser Artikel verständlich? Wir freuen uns über eure Fragen und Anmerkungen.

76 Kommentare

      • Mit Ihren Bericht haben Sie mir die Augen geöffnet!
        Statt Butter aufs Brot haben wir die Rama gegessen.
        Auf der Rama steht natürlich nichts von gehärtet und vom Palmöl. So wird man getäuscht.Wenn die letzte Rama verbraucht ist, gibt es keine neue mehr.
        Ist Butter aufs Brot eine Alternative?
        Schöne Grüße
        Günther Bammer

        • Hallo Günther,

          es ist schon unglaublich, wie bei Magarine getrickst wird. Wenn flüssiges Öl gehärtet wird, um es streichfähig zu machen, ist es besonders problematisch, weil dabei immer schädliche trans-Fettsäuren entstehen. Wenn kein gehärtetes Öl verwendet wird, muss ein anderes bei Raumtemperatur festes Öl verwendet werden. Dafür kommen nur Palm- und Kokosöl in Frage. Diese werden für Magarine aber immer raffiniert. Bei der Raffination gehen viele gesundheitsfördernde Stoffe durch den Erhitzungs- und Filterprozess verloren. Über das Thema Mono- und Diglyceride haben wir noch nicht mal geschrieben. Oft werden diese wohl aus pflanzlichen Ölen hergestellt werden. Sie können aber auch aus tierischen Fetten stammen. Wissen tut dies nur der Hersteller.

          Wir essen Bio-Butter aufs Brot, bevorzugt Demeter-Qualität. Denn was die Kühe fressen, bestimmt die Zusammensetzung der Milch. Je artgerechter die Kuhernährung, desto gesünder ist die aus der Milch hergestellte Butter. Gerne nehmen wir aber auch selbst hergestellte Aufstriche z. B. mit Avocado.

          Viele Grüße

          • Hallo Melanie, hallo Sönke :)

            ich kann nicht anders, als euch über den Klee loben, dass ihr diese Website erstellt habt und euch so eine Mühe gebt, auf jede Frage auch zu antworten! Es ist ganz, ganz wichtig, dass es solche wie euch gibt, das kann ich nicht oft genug betonen! Macht bitte weiter so! Ihr seid super!!

            Hab noch eine Frage generell zur Butter: Süßrahm oder Sauerrahm? Meinte bisher, bei Bruker Süßrahm gelesen zu haben, bin aber kein Gesundheitsberater… vllt wird das ja noch was 😉 Ihr könnt das doch sicher aufklären, bin immer etwas verwirrt beim Einkaufen, soll ich nun Süßrahm oder Sauerrahm nehmen. Danke im voraus für ne Antwort :)!

          • Über den Klee gelobt zu werden, fühlt sich gut an ;-). Herzlichen Dank!

            Sowohl Süßrahm- als auch Sauerrahmbutter werden in der vitalstoffreichen Vollwertkost verwendet. Der Unterschied zwischen den beiden Sorten ist, dass die Sauerrahmbutter mit Milchsäurebakterien versetzt wird. Dadurch schmeckt sie etwas saurer. Für die Gesundheit ist der Unterschied vermutlich unerheblich. Du kannst also beide nehmen. Am gesündesten wäre Butter aus Rohmilch, aber die ist leider schwer zu bekommen.

            “Mild gesäuerte” Butter meiden wir dagegen, weil bei dieser statt Milchsäurebakterienkulturen nur ein Milchsäurekonzentrat verwendet wird. Es findet also keine natürliche Reifung statt. Stattdessen wird Süßrahmbutter einfach mit einem sauren Geschmack versehen.

  1. Danke dass ihr meine Fragen so ernst nehmt und euch so viel Mühe macht

  2. Toller Artikel :-)

    Ich nehme auch gern Kokosöl pur anstatt Butter oder Margarine. Den Kokosgeschmack finde ich total Klasse.

    aus Kaltgepressten Ölen kann man sich auch leicht ein Streichfett machen. Einfach das Öl (nach Wunsch noch etwas Salz oder Kräuter dazu) in Eiswürfelform oder eine andere geeignete form geben und ins Gefrierfach stellen. Ein paar Minuten vorm Verzehr rausnehmen, dann ist das ganze gut Streichbar.

    Die Butter aus Bohnen sieht Interessant aus. Die werde ich mal nach meiner Rohkost-Phase testen 😀

    • Vielen Dank für dein Lob :-). Stimmt, natives Kokosöl pur als Butter- oder Magarineersatz geht natürlich auch (wenn man den Kokosgeschmack mag). Deine Idee mit dem eingefrorenen Öl mussten wir sofort ausprobieren ;-). Funktioniert super! Vielen Dank für den Tipp!

      • Ist echt immer wieder spannend, mal so hinter die Kulissen von einigen Lebensmitteln zu schauen, schöner Artikel!
        Den Tipp von Rene mit dem Öl habe ich auch schon probiert, das klappt wirklich gut und mitunter genügt es schon, ein Gefäß mit dem Öl ganz hinten an die Kühlschrankwand zu stellen, wo es etwas kälter ist, das wird dann recht schnell hart.

  3. Vielen Dank für Euren informativen Artikel! (Und auch für die Anregungen in den Antworten!) Die Fragen, auf die Ihr eingeht, hatte ich mir (in Bezug auf A***n Bio) schon lange gestellt – und bin, da ich mir über die Antworten unsicher war, zu Rohmilchbutter in kleinsten Mengen zurückgekehrt. Wenn man übrigens sieht, wie schnell Rohmilchbutter ranzig wird (ich kaufe deshalb immer nur ein Scheibchen von maximal 50 g), wird einem auch klar, dass die übliche Butter auch schon ziemlich stark behandelt sein muss.

    • Gerne :-). Die meiste Butter ist mit Sicherheit irgendwie behandelt. Zum Beispiel ist durch die Butterverordnung vorgeschrieben, dass “Deutsche Markenbutter” u.a. pasteurisiert sein muss, damit sie so bezeichnet werden darf. Auf dem Osnabrücker Wochenmarkt bekommen wir Butter, die nicht so lange haltbar ist, wie normale Bio-Butter aus dem Bioladen. Die Butter vom Markt ist angeblich nicht pasteurisiert, aber doch irgendwie erhitzt. Eine Quelle für Rohmilchbutter haben wir noch nicht gefunden. Wo kaufst du deine Rohmilchbutter ein?

  4. Hallo, Ihr beiden, einen wunderschönen guten Morgen! Ich kaufe meine Butter in einem dem Bauckhof angeschlossenen Laden; der Kuhstall ist gleich nebenan. Auf Bestellung bekomme ich dort auch Rohmilchsahne (die auch – schnell sauer geworden – noch schmeckt).

    Ganzjährig ist beides nicht zu bekommen; im Winter gibt es so wenig Milch, dass sie nur direkt vermarktet wird. Verrückt: Es muss deutlich sichtbar dranstehen: Muss vor dem Verzehr erhitzt werden!

    Den Tieren dort geht es insgesamt gut. Aber auch die Bauckhofkühe müssen sich von ihren Kälbchen trennen, und Mütter und Kinder muhen kläglich nacheinander. Letzlich sind alle Tierprodukte mit einer Opferung von Tierwohlleben und einer Verkürzung von Tierlebenszeit verbunden …

    Ich vermute, wegen der geringen Haltbarkeit ist solche Milch und Sahne nur direkt bei einer Hofgemeinschaft zu bekommen, z. B. gibt es beides bei uns auch bei einer SOS-Kinderdorf-Hofgemeinschaft, die für ihre Betreuten einige Streichelkühe hält und die Produkte vermarktet.

  5. Hallo!

    Vielen Dank für den spannenden Beitrag.
    Wie schön, dass Ihr Euch so oft die Mühe macht,
    uns mit solchen Informationen zu versorgen!

  6. Sehr informativ, vielen Dank!

  7. Danke für die Info! Hatte grad ne Diskussion mit nem Bekannten, der Veganer und fast schon Rohköstler ist, immer schön bio und alles natur, aber beim Frühstück isst er (Bio)-Margarine… Als ich ihn darauf ansprach – kenne so gut wie alle Bücher von Bruker :-) – ob sich das mit seiner sonstigen Einstellung vereinbart, meinte er, dass Biomargarine nicht mit der konventionellen Margarine vergleichbar ist. Stimmt ja auch teilweise, mir fiel in diesem Zusammenhang nur nicht mehr der entscheidende Unterschied ein (Butter-Margarine, egal, ob bio oder nicht). Danke dafür!

    • Gern geschehen :-)! Ganz interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine genauere Betrachtung von Soja- und Tofu-Produkten, die ja von den meisten Veganern gern verzehrt werden. Beworben werden diese Produkte als nachhaltige und gesunde Alternative zu Fleisch und Milchprodukten. In der vitalstoffreichen Vollwertkost, wird Tofu jedoch für ungesund gehalten, weil es sich um ein Produkt aus konzentriertem und denaturiertem Eiweiß handelt. Darüberhinaus hat Soja noch mit weiteren Problemen wie dem Anbau in Monokulturen, der Zerstörung von Urwald und der Verunreinigung mit gentechnisch verändertem Soja zu kämpfen.

      • Absolut richtig! Ich selbst verwende keine Soja- oder Tofuprodukte, genau aus diesen Gründen. Man kann diese Gründe nicht oft genug wiederholen, bis sie endlich in den Köpfen der Menschen angekommen sind. Die Nahrungsmittel-Industrie-Propaganda ist eben leider (noch) mächtiger. Und sie bzw deren Hintermänner haben die Massenmedien als Gehirnwäscher. Danke für den Querverweis und schön, dass es solche Aufklärer wie euch gibt!

        „Selber Lebensmittel zu produzieren ist das Gefährlichste, was man tun kann, denn es besteht die Gefahr, die eigene Freiheit zu erlangen!“

  8. hi, interessanter Artikel, danke dafür.
    Halte mich eh generell von Magerine fern, Plastik brauche ich nicht aufs Brot oder die Pfanne;)

    Ich finde für Brot und co kommt man eh auch gut ohne Butter/Magerine aus, ansonsten nehm ich da auch ehr das Kokosöl.

    Zum braten etc je nach Gericht auch, bisher ist der Geschmack nie rausgekommen, habe mal gelesen beim erhitzen verflüchtigt der sich? oder ich hab einfach schlechtes öl;)

    Weswegen ich jetzt eigentlich schreibe, konntet ihr inzwischen eine Quelle für Rohmilchsahne und Butter finden? Rohmilch bekommen wir aus dem Bioladen aber an Sahne und Butter bin ich leider auch noch net rangekommen.
    Wobei Sahne ja schon reichen würde, die Butter kann man daraus dann ja ganz leicht selbst machen.
    Aber um sie Sahne von der Milch abzuschöpfen bin ich dann doch etwas zu faul und ich denke sooo viel kommt da auch nicht bei rum.

    liebe Grüße

    • Beim Erhitzen verflüchtigt sich der Geschmack bestimmt zum Teil. Bei “nativem Kokosöl” gibt es allerdings auch mehr und weniger naturbelassenes ;-).

      Wir haben uns weiter umgeschaut, aber in Osnabrück leider nach wie vor keine rohe Sahne oder Butter entdecken können.

  9. oh sorry ich nochmal.
    Sehe das gerade mit dem Soja.
    Soja ist generell sehr ungesund und wird mit Hirnschäden (wenn Kleinkinder Sojaformula bekommen wenn ich das richtig im Kopf habe), unfruchtbarkeit, Krebs etc in Zusammenhang gebracht.
    Einfach mal auf Mercola.com Soy eingeben und staunen.
    Im übrigen, aber das ist nur meine Theorie, wenn Soja nicht von Personen mit Schilddrüsenerkrankungen verzehrt werden soll, da die Pseudehormone da drin was durcheinanderbringen kann, wäre es im Umkehrschluss dann nciht logisch das sie auch gesunde Schilddrüsen beeinflusst, die Hormone nimmt man ja auf und die Schilddrüse muss das dann irgendwie ausgleichen, macht also andere Arbeit als normal für sie ist. Ich persönlich denke schon das somit ein extremer Genuss von Sojaprodukten sich ungünstig auf eine Schilddrüse auswirken kann.

  10. vielen lieben Dank,
    der Artikel hat mir wirklich die Augen geöffnet. Bei mir testete die A****** Bio Margarine schwach, hab sie deshalb im Regal stehen lassen – jetzt hab ich die Erklärung. Werde mir also weiterhin Butter in Maßen schmecken lassen.
    Eine interessante Diskusion zum Thema Milch versus Vegan:
    http://www.gour-ni-times.de/site/kaeseliste_karma.htm
    LG

    • Hallo Savi,
      gern geschehen :-). Bei der Butter gibt es leider auch große Unterschiede in der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe – je nach dem was die Kuh gefressen und wie sie gelebt hat. Wir gehen davon aus, dass die Butter umso wertvoller für uns ist, je artgerechter die Kuh gehalten wird. Deshalb greifen wir in der Regel zu demeter-Butter.

      Liebe Grüße

  11. Hallo, auf der Suche nach dem Thema Bio Margarine bin ich bei Euch gelandet.
    Danke für die ausführliche Erklärung.
    Bei mir war der Witz, dass ich über eine Unverträglichkeit von reinem Kokosöl (Bio) erst drauf gekommen bin, dass ja meine Aslan Bio Margarine auch nicht viel was anderes ist.
    Muss ich in Zukunft wohl doch ganz auf Butter umsteigen.
    Ihr wart mir eine große Hilfe <3

    • Freuen uns, dass wir dir eine große Hilfe waren. Bei einer Unverträglichkeit von Kokosöl ist Butter sicher die bessere Alternative. Nur leider nicht vegan. Als Veganer wäre es dann echt schwer.

      Liebe Grüße

  12. Hi, bin eben mal wieder vorbei geschliddert.
    Ich nehme jetzt für einiges statt Butter einen Brotaufstrich. Zur Zeit Tomate Basilikum. Bin ja nicht vegan, hab es bisher nur geschafft das Schweinefleisch endgültig vom Speisplan zu streichen.
    So passt der Aufstrich unter vieles was ich (noch) so aufs Brot esse. Nur nicht unter Süßes :(

    • Hi Ulrike,

      wir essen auch nicht vegan, eher vegetarisch mit veganen Tendenzen ;-). Super, dass du Schweinefleisch aus deinem Speiseplan gestrichen hast, das ist schon mal ein guter Schritt.

      Früher haben wir auch oft Käse (Wurstesser waren wir nie) mit Aufstrich gegessen, heute reicht uns der Aufstrich pur :-).

      Liebe Grüße

      • Ich habe mir heute das Buch zum Thema Aufstriche bestellt. Seele streicheln? Bin sehr gespannt denn vor allem brauch ich was süßes weil mein Mann den Zucker nicht wirklich verträgt. Er hat keinen Magen mehr und kriegt nach dem Frühstück mit Honig oder Marmelade fast immer Probleme.
        Mal sehen ob ich Alternativen drin finde.

        • Hallo Ulrike,

          keinen Magen mehr zu haben, hört sich echt schwierig an :-(.

          Kennst du schon das Buch “Leber-, Galle-, Magen-, Darm- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen: Ernährungsbehandlung mit vitalstoffreicher Vollwertkost” von Dr. Bruker? In dem Buch geht er verständlich auf diverse Probleme und Nahrungsunverträglichkeiten bei empfindlichem Verdauungssystem ein. Das wäre bestimmt hilfreich für dich und deinen Mann.
          Wie bekommen deinem Mann Trockenfrüchte und süße Früchte? Damit lässt sich auch gut süßen und z.B. eine Feigenbutter (ohne den Honig) herstellen. Wenn das auch problematisch ist, könntest du evtl. mit frischen Stevia-Blättern experimentieren. Die sind ohne Zucker süß. Erfahrungen haben wir damit allerdings noch nicht gesammelt.
          Möglicherweise wäre auch die Pizzabutter von unserem Blog was für euch. Durch die Möhren und Zwiebeln wird der Aufstrich mild süß, ohne dass ein Süßungsmittel enthalten ist.

          Liebe Grüße

          • Danke, ich schau mal nach dem Buch aber alles in allem ist es nicht (mehr) dramatisch.
            Er lebt inzwischen seit 7 Jahren damit. Da wissen wir bei vielem was geht und was nicht.
            Zwiebeln z.B. nur in gekochter Form und kleinen Mengen.
            Es ist aber auch bei Jedem Malo anders, da kann man keine Regeln erstellen.
            Immer wieder probieren und irgendwie will er leider vom Süßen zum Frühstück nicht weg.
            Ich guck jetzt mal was die beiden bestellten Bücher bringen und im Zweifel komme ich auf das von Euch empfohlene zurück.

  13. Ich habe jetzt als Quasibutter, die auch unter Süßem möglich ist, Folgendes gemacht, leicht abgewandelt aus einem Rezept aus virusculinarius:

    100 g Cashewkerne, roh
    100 g Paranuesse, roh
    1 Prise Pfeffer
    1 gute Prise Himalayasalz
    1 Prise Delifrut
    Saft einer Zitrone

    Cashewkerne und Paranüsse in Wasser einweichen (4-6 Std.)
    abgiessen und mit dem Saft der Zitrone und den Gewürzen pürieren

    Da ich sehr selten Butter esse, ist dies als Streichcreme fürs Brot recht viel geworden – und auch recht fest. Ich habe es im Thermomix gemacht.

    DFür de nächste Charge werde ich das Rezept halbieren, im Personal Blender zubereiten und mit etwas von dem leckeren Nusseinweichwasser cremiger machen.

    • Hallo Barbara,

      vielen Dank für das Rezept, die Quasibutter klingt sehr lecker. Wir haben die einfache Variante (Cashewkerne + Salz + Zitrone) als veganen Frischkäse mal kennengelernt. Mit Paranüssen und Gewürzen wird dies bestimmt noch besser. Steht jetzt auf unserer Ausprobieren-Liste :-).

      Liebe Grüße

  14. Ich finde euren Blog recht interessant (auch wenn mir etwas zu oft die Meinung des ominösen Dr. Bruker und zu selten echte wissenschaftliche Nachweise genannt werden) und schätze Artikel wie diesen hier sehr. Leider findet man gerade zu Margarine nur viele oberflächliche und/oder eigenartig polemische Artikel im Web, deshalb ist eure Recherche zu Bio-Margarine super!

    Mit folgendem Absatz habe ich jedoch zwei Probleme: „Neben Vitalstoffen, Kohlenhydraten und Eiweiß brauchen wir in unserer Nahrung auch einen gewissen Anteil an Fett. Ganz besonders wichtig sind die sogenannten essentiellen Fettsäuren wie z. B. Omega-3, die unser Körper nicht selbst herstellen kann.“

    1) Nein, wir *brauchen* Kohlenhydrate nicht. Es gibt genug Menschen, die komplett oder nahezu ohne Kohlenhydrate in ihrer Ernährung bei wunderbarer Gesundheit sind (ketogene Diät). Ganz im Gegenteil verdichten sich die Indizien darauf, dass der hohe Anteil an Kohlenhydraten, insbesondere industriell bearbeiteten, die Kernursache für unsere Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes sind (siehe das Buch „Good Calories, Bad Calories“). Kohlenhydrate sind einfach nur schnell verfügbare Energie, zwingend notwendig sind sie nicht. Im Gegensatz zu Proteinen und Fetten!

    2) Die positiven Eigenschaften von Omega-3 werden zur Zeit stark hinterfragt. Eine Mindestmenge brauchen wir wohl, aber da diese Fettsäuren auch in Nüssen und beispielsweise Brokkoli auf natürliche Weise enthalten sind, dürfte niemand zu kurz kommen. Über diese Mindestmenge hinaus stellen sie aber ein mögliches Gesundheitsrisiko dar.
    Siehe
    http://www.welt.de/gesundheit/article7858700/Omega-3-Fette-nicht-gesuender-als-Schweineschmalz.html
    http://globenewswire.com/news-release/2013/07/12/559781/10040060/en/Omega-3-Fish-Oil-Good-for-the-Heart-Bad-for-the-Prostate.html
    http://www.thestreet.mobi/story/11976707/1/upside-down-news-salt-good-omega-3-bad.html

    • Wir freuen uns, dass dir unser Blog gefällt. Auf unserem Blog geht es um Vollwertkost und vermutlich hat kaum ein anderer diese so sehr in Deutschland geprägt wie Dr. Bruker. Sieh uns also nach, wenn wir ihn gelegentlich mal erwähnen ;-). Nichtsdestotrotz werden wir deinen Hinweis beherzigen und in Zukunft vermehrt direkt auf Wissenschaftler verweisen.

      Industriell verarbeitete raffinierte Kohlenhydrate (Auszugsmehle und Fabrikzucker) sind unserer Meinung nach ganz sicher für einen Großteil der Krankheiten auf der Welt verantwortlich. Auf Kohlenhydrate allgemein wollen wir diese Aussage aber nicht ausdehnen. Unser Ansicht nach werden zu oft alle Kohlenhydrate in einen Topf geworfen. Dabei besteht zwischen der gesundheitlichen Wirkung von isolierten raffinierten Kohlenhydraten und naturbelassenen Kohlenhydraten im natürlichen Verbund ein großer Unterschied.

      Die vielen Zivilisationskrankheiten sind eine relativ junge Entwicklung, obwohl die menschliche Ernährung in allen Hochkulturen seit Jahrtausenden auf verschiedenste Getreidesorten (also kohlenhydratreiche Lebensmittel) fust. An den heutigen Zivilisationskrankheiten haben die Menschen damals nicht gelitten, obwohl sie große Mengen Getreide gegessen haben.

      Es gab aber auch Völker wie die Eskimos, die keinen Ackerbau betrieben und statt Getreide alles vom Tier aßen und gesund waren. Sie haben allerdings auch die Innereien und vielfach sogar den Mageninhalt dieser Tiere gegessen. Zum großen Teil sogar roh.

      Heute wird in der zivilisierten Welt in der Regel nur das relativ vitalstoffarme Muskelfleisch gegessen und dieses auch noch im erhitzten Zustand, was die Vitalstoffe weiter verringert. Außerdem stammt das Fleisch im Supermarkt von kranken Tieren, die nicht artgerecht ernährt wurden und daher kein Fleisch mit optimalen Inhaltsstoffen liefern können.

      Unter diesen Umständen über längeren Zeitraum eine fleischbasierte Kost zu empfehlen, halten wir für gefährlich und gehen davon aus dass diese über die Zeit zu gesundheitlichen Beschwerden führen wird. Davon abgesehen scheint der Mensch nicht für das Essen von Fleisch optimiert und eher ein Fruchtesser zu sein (siehe bspw. das TEDx-Video von Christina Warinner: Debunking the paleo diet).

      Wenn man die Ernährung nicht vollständig durch Fleisch decken möchte, so muss man zwangsläufig etwas essen, das Kohlenhydrate enthält. Denn auch Milch und Milchprodukte enthalten Kohlenhydrate (in Form von Lactose) – Obst, Gemüse, Nüsse, Saaten, Hülsenfrüchte und Getreide sowieso.

      Eine Ernährungsform ohne größere Mengen Kohlenhydrate ist prinzipiell möglich, weil der Körper dann Eiweiß- und Fettmoleküle zur Energiegewinnung verwendet. Viel einfacher ist es für den Körper sicherlich direkt Kohlenhydrate zur Energiegewinnung zu nutzen. Wer sich ausgewogen mit viel (frischem) Obst und Gemüse ernährt, nimmt sowieso automatisch große Mengen Kohlenhydrate zu sich. Deshalb halten wir deinen ersten Kritikpunkt für Haarspalterei, auch wenn du Recht hast und Kohlenhydrate nicht unbedingt sein müssen, um zu überleben.

      In Punkt 2 stimmen wir mit dir überein. Es ging uns an der Stelle darum hervorzuheben, dass Fett nicht schlecht ist und haben mit Omega-3 Fettsäuren ein Beispiel gegeben, dass den meisten bekannt sein dürfte. Wir wollten nicht zum ungehemmten Konsumieren von Nahrungsergänzungsmitteln mit konzentrierter Omega-3 Fettsäure aufrufen ;-). Omega-3 Fettsäuren sind sicherlich gesund, wenn sie aber in isolierter Form und dann auch noch in großen Mengen gegessen werden, treten bestimmt irgendwann Gesundheitsbeschwerden auf.

      Vielen Dank für deine Hinweise!

      • Danke für die ausführliche Antwort! Ich bin Vegetarier; kohlenhydratreduziert leben geht trotzdem, auch wenn ich nicht ganz drauf verzichten kann. Drauf verzichten *muss* man natürlich auch nicht, das Problem ist der hohe Anteil in der Ernährung in Industriestaaten. Wird ja selbst von den Ärzten empfohlen, 60% oder so …

        Natürlich ist Kohlenhydrat nicht gleich Kohlenhydrat. Je einfacher desto schlechter (=raffiniert), je komplexer desto … weniger schlecht. Im Vergleich zu Fetten und Proteinen halte ich es dennoch für ungünstiger. Was ich in meinem obigen Kommentar meinte, war: Der Körper kann auch ohne Kohlenhydrate überleben. Kohlenhydrate sind ja nur reine Energie, während Proteine und Fette notfalls auch in Energie umgewandelt werden können. Der Körper kann Kohlenhydrate also selbstständig ersetzen.

        Auf den kritisierten Satz bezogen also: Vitalstoffe, Proteine und Fett brauchen wir in unserer Nahrung. Kohlenhydrate sind halt meist drin, aber wir brauchen sie nicht zwingend. In dem Satz waren sie aber gleich gestellt. Das mag haarspalterisch wirken, aber da unsere Gesellschaft viel zu fixiert auf diese Nährstoffe ist, fand ich das problematisch.

        Zu den Argumenten für natürliche Kohlenhydrate: Eine interessante Sichtweise. Aber ist das tatsächlich so? Galten die Italiener nicht immer schon als oft dick, woher auch das Klischee der nudelholzschwingenden, dicken Mama kommt? Gab es da nicht die Geschichte, wo Soldaten Vollkornbrot zu essen bekamen und die Menschen am Hof das als edler angesehene Weizenbrot, was sich entsprechend auf die Gesundheit der beiden Gruppen auswirkte (Vollkornbrot enthält ja neben mehr Vitalstoffen auch mehr Ballaststoffe)? Ich habe da kein definitives Wissen, bin aber nicht so davon überzeugt, dass Getreide wirklich so gut für den Menschen ist. Denn es steht dem Menschen ja auch erst seit relativ kurzer Zeit zur Verfügung! Und essbar ist es ja im Prinzip auch nur nach der Bearbeitung. Die meisten getreidehaltigen Produkte (Brot, Pasta, …) werden bei der Zubereitung ja zudem erhitzt; zumindest bei Pasta weiß ich, dass dadurch die Kohlenhydrate an Komplexität verlieren. Je länger Pasta kocht, desto kurzkettiger und schneller verdaubar werden die Kohlenhydrate. Wo endet natürlich, wo fängt künstlich an? (Nur zur Klarstellung: Ich esse dennoch Getreideprodukte.)

        (Obst ist aber auch nicht unproblematisch: Viele Früchte enthalten viel schädlichen Zucker, und eine rein früchtebasierte Diät hat nicht nur Steve Jobs und Ashton Kutcher ins Krankenhaus gebracht. Die Art der Früchte und die Mischung machts, der Mensch ist schließlich *Alles*fresser.)

        Und zu den Eskimos: In rohem Fleisch mögen mehr Vitalstoffe sein als in gekochtem, aber wie hoch ist denn der Prozentsatz der Eskimos, die durch dieses rohe Fleisch an Krankheitserregern sterben?

        Zu Paleo: Ich hatte bisher den Eindruck, dass diese Diät durchaus Überscheidungen mit low-carb hat – und mit eurer Vollwert-Ernährung. Denn auch dort geht es doch um eine möglichst natürliche Ernährung mit Lebensmitteln, die schon den Steinzeitmenschen zur Verfügung standen, also weder Wurst noch Snickers. Ich habe damit aber sonst nicht viel weiter am Hut. Vielen Dank für das Video, das werde ich mir ansehen!

        Ernährungswissenschaften scheinen sowieso ähnlich wie die Suche nach dem Lichtschalter im Dunkeln abzulaufen. Ich versuche deshalb immer, mir alle Theorien anzusehen und die Elemente rauszupicken, die die meisten Überschneidungen haben und am sinnvollsten klingen (Beispiel Zucker). Ich habe deshalb euren Blog in meinen RSS-Reader aufgenommen. Sorry fürs Abschweifen!

        • Ich sehe mir gerade das Video an, das extrem interessant ist! Mich hat die Argumentation der Paleo-Diät nie besonders überzeugt und als Vegetarier (übrigens meine einzige Ernährungsentscheidung, die nicht primär auf wissenschaftlichen Informationen, sondern schlicht auf einer ethischen Entscheidung basiert) wäre sie sowieso nichts für mich. Positiv an der Paleo-Diät finde ich nur den Fokus auf möglichst natürliche Produkte, die daher auch tendenziell kohlenhydratärmer sind. Das heißt, Paleo-Tipps und -Kochbücher sind oft auch low-carb-kompatibel. :-)

          Dass aber Lebensmittel, die dem Steinzeitmenschen nicht zur Verfügung standen, automatisch schlecht seien und von unserem Körper nicht verarbeitet werden könnten, fand ich nicht nachvollziehbar. Jetzt stellt sich (für mich) heraus: Viele der angeblich „steinzeitgeeigneten“ Lebensmittel der Paleo-Diät sind es sowieso nicht! Die Argumentation fällt damit ja ziemlich auseinander. Auch die Informationen zum Fleischkonsum des Menschen sind sehr interessant. Ich finde die Paleo-Diät immer noch nützlich als Ideenanreger, was man denn so an natürlichen Sachen essen könnte, aber der Rückschluss auf den Steinzeitmenschen ist damit ja sehr fragwürdig.

          • Hallo Wili,

            der Mensch ist zwar in der Lage alles mögliche zu essen, ein Allesfresser wie das Schwein ist der Mensch aber ganz sicher nicht. Dazu fehlen uns u.a. die spitzen Zähne, die uns wie Dracula aussehen lassen würden ;-). Wir sind, wie unsere nächsten Verwandten die Affen, wohl eher Fruchtesser. Wobei selbst Affen spitzere Zähne als wir haben… (siehe auch: http://www.vegan.at/warumvegan/tierrechte/die_natuerliche_nahrung_des_homo_sapiens.html )

            Als Fruchtesser ist Obst mit Sicherheit nicht verkehrt für uns. Ganz im Gegenteil. Steve Jobs ist nicht durch den Genuss von frischem Obst gestorben, sondern vermutlich eher durch eine Schädigung in jungen Jahren durch giftige Stoffe: siehe Video auf youtube von John Mc Dougal “Why Did Steve Jobs Die?” Wahrscheinlich hat er trotz schwerer Erkrankung gerade wegen seiner Ernährung so lange durchgehalten.

            Neben Obst- und Gemüsefrüchten essen andere Fruchtesser auch Samen, Wurzeln und Blätter. Da Kohlenhydrate in einer solchen Ernährung reichlich vorhanden sind, macht es keinen Sinn diese herauszugreifen und zu verteufeln.

            Ob die Kohlenhydrate in unserer Nahrung kurzkettige Zuckermolekühle (einfache Kohlenhydrate) oder langkettige Kohlenhydratmoleküle wie Stärke (komplexe Kohlenhydrate) sind, ist nicht so entscheidend. Denn alle Kohlenhydrate werden durch die Verdauung aufgespalten und in Form von Einfachzuckern im Darm aufgenommen. Richtig ist natürlich, dass langkettige Kohlenhydrate langsamer aufgespalten werden, aber auch nach einem Weißmehlbrötchen steigt der Blutzuckerspiegel rasch an. Ob die Kohlenhydrate in der Nahrung einfach oder komplex sind, ist daher nicht so wichtig. Wichtiger ist, dass sie im natürlichen Verbund mit anderen Inhaltsstoffen (vor allem den Vitalstoffen) vorliegen.

            Zum einen sorgen die in naturbelassenen Lebensmitteln vorhandenen Ballast- und Faserstoffe dafür, dass die Zuckermoleküle nach und nach aus dem Dünndarm ins Blut wandern und nicht alle auf einmal (siehe u.a. Dr. Lustig in seinem Buch “Fat Chance”). Ballaststoffe sorgen dadurch für eine flachere Blutzuckerkurve, die unseren Körper nicht belastet. Ganz im Gegensatz zur, durch Fabrikzucker, Auszugsmehle und Säfte verursachten, steil ansteigenden und abfallenden Blutzuckerkurve. Denn bei Fabrikzuckern, Auszugsmehlen und Säften wirken keine Ballaststoffe mehr regulierend.

            Zum anderen enthalten naturbelassene Lebensmittel (z.B. ganze Getreidekörner) gleich die Vitalstoffe wie Vitamin B1, die zur Verstoffwechslung der Kohlenhydrate bzw. Zuckermoleküle benötigt werden. Fabrikzucker und Auszugsmehle haben diese aber kaum noch. Denn durch Raffinationsprozesse wurde der größte Vitamin B1 Anteil entfernt. Außerdem ist Vitamin B1 hitzeempfindlich, geht also beim Backen und Kochen kaputt. Dadurch entsteht schnell ein chronischer Vitamin B1 Mangel, der mit der Zeit zu gesundheitlichen Problemen führt.

            Das Problem mit Kohlenhydraten ist also nicht, dass wir sie essen und in welchen Mengen wir sie essen, sondern dass sie heutzutage meist in hochverarbeitereter isolierter Form gegessen werden. In der vitalstoffreichen Vollwertkost wird daher täglich auch unerhitztes Getreide in Form von einem Frischkorngericht gegessen.

            Die Paleo Diät gehört unserer Auffassung nach zu den Low-Carb Diäten. Ihre Betonung auf naturbelassene, ursprüngliche Nahrung sorgt dafür, dass sie einige Gemeinsamkeiten mit der Vollwertkost hat. Man könnte fast sagen, dass es sich bei einer Paleo Diät um eine fleischlastige Vollwertkost handelt ;-). Dadurch, dass auf der einen Seite Milchprodukte, Auszugsmehle, Fabrikzucker, Fabrikfette und sonstige hochverarbeitete Nahrungsmittel gemieden werden und auf der anderen Seite viel frisches Obst und Gemüse gegessen werden sollte, macht eine Paleo Diät unserer Einschätzung nach zu einer gegenüber der normalen Zivilisationskost gesünderen Ernährungsform.

            Große Mengen Fleisch zu essen, halten wir allerdings nicht für gesundheitsförderlich. Bei einigen Krankheiten wie Allergien und Rheuma ist tierisches Eiweiß ein Belastungsfaktor, der gemieden werden sollte (siehe die beiden Bücher von Dr. Bruker: “Allergien müssen nicht sein” und “Rheuma. Ursache und Heilbehandlung”). Zudem zeigt Dr. T. Colin Campbell in seinem Buch “China Study” u.a. dass tierisches Eiweiß Krebswachstum fördert und bestimmte Krebsarten scheinbar erst durch den Genuss von tierischem Eiweiß entstehen. Mit einer Urkost nach Franz Konz wäre man wahrscheinlich näher an einer ursprünglichen Steinzeitdiät als mit einer Paleo Diät ;-).

            Kulturgetreide werden laut aktuellem Forschungsstand seit mindestens 10.000 Jahren gezielt von Menschen angebaut (siehe Wikipedia: Getreide Herkunft). Laut einem Bericht im Spiegel lassen Ausgrabungen am See Genezareth in Israel darauf schließen, dass bereits vor 23.000 Jahren dort große Mengen Weizen und Gerste gegessen wurden. Sicherlich haben Menschen auch schon lange vor dem gezielten Getreideanbau Körner von wild wachsenden Gräserarten gegessen. Sonst wären sie ja nicht auf die Idee gekommen, irgendwann Getreide anzubauen.

            Getreide begleitet die Menschheit also schon seit längerem und zwar, ohne dass die heutigen Zivilisationskrankheiten auftraten. Wir halten es daher für unbedenklich größere Mengen Getreide zu essen – solange diese vollwertig bzw. möglichst naturbelassen und frisch gemahlen verwendet werden. In dieser Form findet man Getreide in der heutigen üblichen Zivilisationskost allerdings kaum noch. Wie verherrend eine Zivilisationskost für die Gesundheit ist, ist sehr eindrucksvoll in dem Buch “Gefährdete Menschheit” von Albert von Haller dokumentiert.

            Eigentlich ist bekannt und wissenschaftlich geklärt, welche Ernährung uns Menschen gesund hält und welche nicht. Stattdessen hören und lesen wir jede Menge wiedersprüchliche Informationen in den Medien. Wieso Ärzte selten Ahnung von einer gesunden Ernährung haben und wieso die Grundlagen einer gesunden Ernährung nicht in den Medien verbreitet werden, haben Dr. T. Colin Campbell in “China Study” und Dr. Max Otto Bruker in “Unsere Nahrung – unser Schicksal” gut dargestellt. (Wir finden beide Bücher sehr empfehlenswert.)

            Liebe Grüße

          • Wow, ich hatte nicht mit noch so einer ausführlichen, gründlichen Antwort gerechnet!

            Ich habe gerade letztens einen Bericht gelesen (http://www.tagesspiegel.de/wissen/vorfahren-mit-schlechten-zaehnen-bereits-die-jaeger-und-sammler-hatten-karies/9295468.html), laut dem neueste archäologische Auswertungen ergeben haben, dass die Menschen schon viel früher als gedacht Karies bekommen haben – wegen ihrer kohlenhydrathaltigen Ernährung durch Eicheln. Für mich ein weiteres Indiz für die ungünstigen Eigenschaften von Kohlenhydraten.

            Aber gut: Ich beschäftige mich mit der Ernährung vor allem im Rahmen einer Gewichtsreduktion (bisher 16kg seit Sommer! :-) ) und habe ständig im Hinterkopf, dass mein Großvater stark Diabetes hatte. Insofern sind Faktoren wie die schnelle Energieverwertung und der Blutzuckerspiegel für mich sehr relevant und ich stehe mit Kohlenhydraten besonders stark auf Kriegsfuß. Innerhalb einer ausgewogenen, möglichst natürlichen Ernährung von jemandem, der mit diesen Problemen vielleicht sowieso nicht zu kämpfen hat, fallen sie sicher weniger kritisch ins Gewicht. Dinge wie die ketogene Diät kann ich auch nicht nachvollziehen, zumal mir da bisher niemand echte gesundheitliche Vorteile nennen konnte. Ich denke die Mischung machts. *Nur* natürlich ernähren kann ich mich ja auch nicht, dafür gibt es viel zu viele Versuchungen. 😉

            Die vielen genannten Quellen werde ich jetzt der Reihe nach durcharbeiten, vielen Dank! :-)

          • Normalerweise zeigen Gebisse aus früheren Zeiten (vor der Industrialisierung) so gut wie keine kariösen Zähne, wie ein Gang ins Museum zeigt. Der Fund aus Marokko ist also als sehr ungewöhnlich zu bezeichnen. Ob Eicheln oder Schnecken oder andere Bestandteile der Nahrung diese massive Karies ausgelöst haben, ist allerdings kaum mehr als Spekulation. Vielleicht enthielt die Nahrung auch große Mengen Honig…

            Der Zahnarzt Weston Price konnte auf seinen Forschungsreisen eindrucksvoll belegen, dass Karies erst dann epedemieartig auftritt, wenn Industrieprodukte gegessen wurden. Allerdings entdeckte er auch bei sich noch traditionell ernährenden Völkern ab und zu kariöse Zähne. Sie bildeten aber eher die Ausnahme (siehe das Buch “Gefährdete Menschheit” von Albert von Haller).

            Dem Zahnarzt Dr. Schnitzer gelang es über eine Aufklärungsaktion die Ortschaft Mönchweiler dazu zu bewegen, weniger raffinierte Kohlenhydrate zu essen. Durch diese sogenannte “Aktion Mönchweiler” nahm die Rate von neu auftretender Karies rapide ab. Kohlenhydrate wurden in Form von Vollkorngetreide trotzdem reichlich gegessen (siehe http://www.dr-schnitzer.de/vkornb01.html).

            Die Hauptursache ist also nicht, dass Kohlenhydrate gegessen werden, sondern in welcher Form. Der übermäßige Genuss bestimmter Nahrungsmittel fördert Karies. Das betrifft insbesondere raffinierte Kohlenhydrate wie Auszugsmehle und Fabrikzucker. Aber auch eher natürliche Produkte wie Honig, Datteln und Trockenfrüchte können Karies begünstigen, zumindest wenn zu viel davon gegessen wird. Deshalb wird selbst Honig in der vitalstoffreichen Vollwertkost nur ab und zu verwendet.

          • Dass Karies als Epidemie erst mit der Industrialisierung aufgetreten wäre (also vor 150–300 Jahren), stimmt definitiv nicht – die erste Ausbreitung kam mit der Landwirtschaft (Vollkorn, Mais, etc – stärkehaltige Nahrung), ein weiterer starker Anstieg kam im Westen mit der Einführung von Zucker als Nahrungsmittel (siehe u.A. http://www.uic.edu/classes/osci/osci590/11_1Epidemiology.htm , das ebenfalls den Herrn Price nennt). Karies auf Industrienahrung zurück zu führen halte ich für sehr einfach und falsch. Auch eure Ausnahme von Honig zeigt doch deutlich: es kommt nicht darauf an, wie das Lebensmittel hergestellt wird, sondern wie komplex die vorhandenen Kohlenhydrate sind. Honig besteht zum größten Teil aus Fructose und Glucose, also einfachen Kohlenhydraten. Und dieser Zusammenhang ist ja eigentlich auch logisch, denn so wie der menschliche Körper einfache Kohlenhydrate schneller verwerten kann, werden die Bakterien im Mund das bestimmt auch können. Ergo kann es auch gut sein, dass die o.g. Höhlenmenschen in Gegenden, in denen es nicht viele Tiere gab, kohlenhydratreiche natürliche Nahrungsmittel gefunden und gegessen haben. Sowieso ist das Wissen über unsere Vorfahren doch noch sehr begrenzt und es gibt noch viele Lücken, deshalb würde ich widersprüchliche Funde nicht abtun.

            Nun ist es sicher so, dass industrielle Lebensmittel einen größeren Anteil an einfachen Kohlenhydraten haben. Durch die viele Verwendung von Zucker, vermutlich auch durch die Erhitzung und die Aufspaltung natürlicher Rohstoffe (Beispiele Weizenbrot, Orangensaft). Aber der Unterscheidung Vollwertkost = gut, Industrienahrung = schlecht kann ich mich in dieser Schlichtheit nicht anschließen. Ein Problem von komplexen Kohlenhydraten: Sie können ihre Komplexität schnell verlieren. Je länger beispielsweise Nudeln gekocht werden, desto kurzkettiger werden die Kohlenhydrate. Ich glaube bei überreifen Bananen ist es genauso. Wer hat im 0815-Restaurant nicht schon mal viel zu weiche Nudeln bekommen, die nicht al dente waren? Auch wenn sie noch als Vollwertkosten gelten mögen, sind sie dennoch ernährungstechnisch nicht mehr ideal. Letztlich ist die Landwirtschaft und die Verarbeitung von Getreide doch nur eine Vorstufe der Industrialisierung, die Resultate sind ebenfalls nicht mehr völlig natürlich.

            Zur Mönchweiler-Aktion: Da die Zahnhygiene heutzutage viel besser ist als vor 1000 Jahren, lässt sie sich meiner Ansicht nach nur bedingt verallgemeinern. Dass raffinierte Kohlenhydrate einen Unterschied machen, lässt sich klar erkennen – dass Vollwertnahrung mit einfachen Kohlenhydraten keine Auswirkung hätte, dagegen nicht.

          • Vielen Dank für den Link! Sehr informativ. Eine sehr spannende Diskussion übrigens, die wir hier führen :-).

            Eigentlich meinen wir vermutlich das gleiche. Wir haben nicht gesagt, dass es früher keine Karies gegeben hätte. Aber sehr viel seltener. Eine durchschnittlichen Karies von 3 – 4 pro 100 Zähne ist schon eine andere Dimension zur heutigen Rate von ca. 25 mit Karies befallener Zähne (laut http://www.uic.edu/classes/osci/osci590/11_1Epidemiology.htm ). Auf die Rate von 3 – 4 zurück zu kommen, wäre schon ein großer gesundheitlicher Gewinn. Und der ist unserer Meinung nach ganz sicher mit einer vitalstoffreichen Vollwertkost möglich.

            Schade, dass es in der zweiten Grafik (figure two) zwischen 1000 n. Chr und 2000 n. Chr. keine weiteren Messpunkte gibt. Ansonsten würde man bestimmt sehen können, dass die Kurve von wenig Karies zu viel Karies noch viel spunghafter ansteigt. Diesen steilen Anstieg auf das heutige Niveau betrachten wir als Epidemie.

            Das heutige Problem bei Kohlenhydraten sehen wir nicht im höheren Anteil an einfachen Kohlenhydraten (auch Obst enthält viele Einfach- und Zweifach-Zucker), sondern dass die Kohlenhydrate raffiniert sind. Unter raffinierten Kohlenhydraten verstehen wir beispielsweise Auszugsmehle (d. h. wo die Randschichten und der Keimling vor dem Mahlen vom Getreidekorn entfernt wurde), geschälten Reis und alle Fabrikzuckerarten (normaler weißer Haushaltszucker, Ahornsirup, Rohrzucker uvm.) (siehe unser Artikel: 4 Dinge meiden).

            In der vitalstoffreichen Vollwertkost gehen wir davon aus, dass der Körper Nahrung besser verstoffwechseln kann, wenn diese möglichst naturbelassen gegessen wurde. Dann bringt das Essen sozusagen alles mit, was zu dessen Verstoffwechslung benötigt wird. Bei Fabrikzuckern und Auszugsmehlen ist das nicht mehr bzw. kaum noch der Fall. Der Körper muss dann auf seine körpereigenen Reserven zurückgreifen bzw. gerät bzgl. bestimmter Vitalstoffe in einen Mangelzustand.

            Spannend sind in diesem Zusammenhang auch die Forschungen von Dr. med. Thomas L. Cleave (1906-1983) und George D. Campbell. Beides waren englische Forscher und Ärzte, die den Sammelbegriff „Saccharidose“ für alle Krankheitserscheinungen geprägt haben, die durch den Verzehr raffinierter Kohlenhydrate verursacht sind, wie z.B. Herzinfarkt, Arteriosklerose, Diabetes, Karies etc. Cleave und Campbell sprechen von „der Regel der 20 Jahre“, d.h. der Mensch muss mindestens 20 Jahre einer Mangelernährung mit raffinierten Kohlenhydraten ausgesetzt sein, bevor diese Erkrankungen auftreten. Eine Ausnahme bildet Karies, diese kann schon nach wenigen Monaten auftreten.

            Ganz eindrucksvoll sind auch die Untersuchungen von Sir Frederick Banting (1891-1941). Einem Mediziner und Diabetesforscher, der 1929 Zuckerrohrarbeiter in Panama untersuchte. Diese kauten täglich große Mengen an Zuckerrohr, bekamen aber keine Diabetes. Ganz im Gegensatz zu ihren spanischen Vorgesetzten, die im Prinzip den gleichen Zucker aßen, aber als reinen isolierten Fabrikzucker. Bei ihnen war die Rate der Diabeteserkrankungen ungewöhnlich hoch.

            In der vitalstoffreichen Vollwertkost versuchen wir die Nahrung so natürlich wie möglich zu essen, um so die diversen Zivilisationserkrankungen zu verhindern bzw. die bereits vorhandenen zum Stillstand zu bringen. Bei unseren Zähnen hat das bisher auch gut geklappt: Seit wir uns wirklich vollwertig und tiereiweißfrei ernähren, gab es keine neuen Löcher und keine Parodontose.

  15. Hallo, tolle Seite. Klasse das es junge leute gibt, die sich für das Thema Vollwert nach Bruker interessieren.
    Ich esse durchaus Kokosöl (Natives, das von Rapunzel). Natuerlich nicht ganz billig, aber immer noch besser als krank werden. Jeden auch Tag Leinöl und Olivenöl. Aber auch durchaus mal Butter. Warum nicht?
    Mein Geheimtip: Kurkuma als Gewürz zusammen mit schwarzem Malabar Peffer aus Indien. Und ab und zu noch Kreuzkümmel dazu. Ich mache mir fast jeden Tag ein Vollkornbrot mit Veggie Belag und dieser Kombi. Einfach klasse. Was ich meide wie die Pest: Industriezucker und Produkte mit diesem darin. Weissmehlprodukte nat. auch. Ja, die monatl. Geldbetrag für die nahrunsbeschaffung ist recht hoch, v.a. bei einer 5 köpfigen Familie wie der unsrigen, aber immer noch billiger als die Chemotherapie.

    • Dankeschön :-). Stimmt, die Kosten bei einer schweren Erkrankung bzgl. Geld und Lebensqualität, darf man nicht vergessen. Da ist es günstiger sich durchgängig gesund zu ernähren. Vor allem schmeckt es uns und wir fühlen uns mit dieser Ernährung einfach besser, also eine Win-Win-Situation :-).

      Liebe Grüße

  16. Hallo Ihr beiden!
    Ich bin über die Suche nach Alternativen zu Margarine auf eure Seite gestoßen. Da ich mich zu 95 % vegan ernähre, brauchte ich natürliche eine Alternative zu Butter, also gab es nur Margarine. Ich bin ja leidenschaftliche Marmeladen-Esserin (die ich alle selber zubereite) und da muss natürlich schon Butter o.Ä. drunter. Avocado passt da nicht wirklich.
    Um zum Punkt zu kommen – ich hab eure Empfehlung „Butter aus Bohnen“ ausprobiert und muss sagen, dass das wirklich eine ECHTE Alternative ist! Schmeckt neutral cremig unter Marmelade aufs Brot!
    Ich habe allerdings anstatt Olivenöl Kokosöl verwendet, damit der Aufstrich fester wird und habe den Knoblauch weggelassen. Eine Variante mit Knoblauch und Kräutern wird sicherlich eine wunderbare „Käuterbutter“ ergeben!

    Euer Blog ist toll, und ich werde demnächst mehr Rezepte ausprobieren. Das Frischkorngericht zum Frühstück ist auch absolut super lecker und war für mich eine ganz neue Erfahrung.

    Herzliche Grüße!
    Gitti

    • Hallo Gitti
      vielen Dank für deinen Bericht zur Bohnenbutter. Damit müssen wir unbedingt auch experimentieren. (Wenn wir Zeit dafür finden, mit kleinem Baby gibt es bei uns gerade vor allem schnelle Standardrezepte ;-)).

      Liebe Grüße

  17. Hallo,
    eine sehr gute Seite, alles sehr verständlich erkĺärt.lch verwende schon lange keine Margarine mehr.Nur kaltgepresstes Kokosöl und aus Sauerrahmbutter selbst hergestelles Ghee (Butterschmalz).Es duftet wunderbar und gibt jeder Speise einen herrlichen Geschmack.
    Liebe Grüße

  18. Hallo ihr Zwei,
    ich habe vor ein paar Monaten aus gesundheitlichen Gründen meine Ernährung auf Vollkornkost umgestellt und habe eine streichfähige Butter gesucht die keine „bösen“ Fette enthalten. Ich bin dabei auf „Arla Kærgarden® Ungesalzen“ gestossen und von den Inhaltsstoffen ist doch hier nichts bedenklich – oder habe ich etwas übersehen? Zutaten: Butter (70%), Rapsöl (19%), Wasser, Milchsäurekultur.
    Ist das Rapsöl nicht das was es verspricht? Der Wasserzusatz wäre mir egal egal.
    LG
    Markus

    • Hallo Markus,
      so ganz “unbedenklich” würden wir die Inhaltsstoffe leider nicht einschätzen, denn Rapsöl ist auf Grund seines Geschmacks typischerweise raffiniert, auch wenn es nicht angegeben wird.

      Wir greifen daher zu richtiger Bio-Butter. Die ist ebenfalls super streichfähig, wenn sie rechtzeitig aus dem Kühlschrank genommen wird oder ganz außerhalb gelagert wird.

      Liebe Grüße

  19. Hallo,
    erstmal Danke für die Infos und den damit verbundenen Aufwand.
    Zu dem Teil, dass der Verzehr von biologischem Palmöl ökologisch gesehen problematisch wäre, möchte ich anmerken, dass ein Großteil der Palmölproduktion mittlerweile für Agrartreibstoffe betrieben wird, ein großer Teil geht in die Chemie zur Herstellung von Kosmetika und ähnlichem. Desweiteren werden unglaubliche Mengen an Soja als Viehfutter für die weltweite Fleisch- und Milchproduktion angebaut. Von der Produktion für „Bio“-gasanalgen ganz zu schweigen. Die Produktion von Biomargarine dürfte dann nur noch einen verschwindend geringen Teil darstellen, um den man sich als Veganer, der sowieso schon auf oben genannte Fleisch- und Milchprodukte verzichtet, keine Gedanken machen braucht. Meiner Meinung nach.
    Hochachtungsvoll,
    Jasper

    • Hallo Jasper,
      vielen Dank für deine Anmerkung! Du hast natürlich recht, dass ein großer Teil des produzierten Palmöls nicht als Essen auf dem Tisch landet. Jedoch möchten wir uns deiner Argumentation “Es ist ok sich umweltbelastend zu verhalten, weil andere sich noch schlimmer verhalten” nicht anschließen ;-).

      Wir versuchen immer zu schauen, was wir in unserem Umfeld umweltschonender und nachhaltiger gestalten können, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Wir sind überzeugt, dass dies der Umwelt helfen kann, besonders wenn sich immer mehr Menschen ähnlich verhalten. Denn wir hoffen, dass wir durch unsere Entscheidung etwas zu kaufen oder nicht zu kaufen ein wenig mitbestimmen für welche Produkte die Nachfrage steigt oder fällt. Dadurch passen die Hersteller dann hoffentlich ihre Produktion an und kaufen z.B. weniger Palmöl ein.

      Auch wenn uns der Umweltschutzaspekt wichtig ist, ist er dem Gesundheitsaspekt bei uns nachgelagert. Wir versuchen Margarine und andere Nahrungsmittel mit Palmöl nicht essen, weil das Palmöl immer raffiniert ist und somit ein potentiell gesundheitsschädliches Produkt entstanden ist.

      Liebe Grüße

  20. Hallo,
    Vielen Dank für eure Infos.
    Möchte jetzt auch gerne meine vegane Margarine selber machen.
    Wie sieht es denn mit Kakao Butter aus? Ist die unbedenklich ?
    Und was muss ich nochmal beim Kauf von Kokosöl beachten? Bin ein bisschen Durcheinander gekommen mit den vielen Beiträgen.
    Lg Petra

    • Hallo Petra,
      bei Kakaobutter achten wir auf Rohkostqualität. Es gibt auch bspw. welche von Rapunzel, diese würden wir nicht kaufen, da diese desodoriert wird. Das bedeutet, dass die Kakaobutter mit Wasserdampf behandelt wird (dabei entstehen Temperaturen um die 200°C), um beispielsweise unerwünschte Gerüchte zu entfernen. Hierbei gehen natürlich auch Vitalstoffe verloren.

      Beim Kokosöl achten wir darauf kaltgepresstes Kokosöl zu kaufen, was intensiv nach Kokos riecht. Wichtig ist, dass die Kokosnussfruchtfleisch direkt im Anbauland gepresst wird und nicht erst getrocknet und dann viel später ausgepresst wird. Uns schmeckt z. B. das Kokosöl von Dr. Goerg sehr gut.

      Liebe Grüße

  21. Hallo Melanie und Sönke,

    erst ein mal ein großes Dankeschön für Eure Mühen und die tolle Aufklärungsarbeit.

    Ich beschäftige mich auch schon seit längerem mit der Ernährung und bin da derzeit an einer ähnlichen Ernährungsweise angekommen. Ich ernähre mich vegetarisch mit einer starken Tendenz hin zur veganen Lebensweise.

    Was Fette angeht, so versuche ich meinen Bedarf möglichst aus nativen Pflanzenölen von hoher Qualität zu decken. Hanföl, Leinöl, Sesamöl und Olivenöl. Wobei ich auch bei Leinöl mittlerweile nicht mehr so sicher bin ob es ungesprossen mit all dem Gluten noch so gut ist.

    Beim erhitzen in der Pfanne, was ich gelegentlich auch noch tue, nutze ich entweder natives Bio Kokosöl oder Alnatura Bratöl. Das Bratöl ist zwar raffiniert, aber beim Braten geht es mir in erster Linie ja darum keine schädlichen Transfette entstehen zu lassen. Erdnussöl mit einem der höchsten Rauchpunkte ist ja leider auch sehr teuer.

    Mein Thema derzeit ist Kokosöl. Da ich momentan in Reha bin und hier nur Margarine und minderwertige Butter angeboten werden, nutze ich hochwertiges natives Bio Kokosöl als Butterbrotersatzaufstrich. Die Diätassistenten hier vor Ort lehren leider streng nach DGE und somit fällt die Empfehlung hinsichtlich Kokosöl nicht gerade positiv aus.

    Kennt Ihr Quellenangaben von langjährigen unabhängigen Studien, die ganz klar bestätigen das ein Konsum von nativem hochwertigem Kokosöl mit seinen mittelkettigen rein gesättigten Fettsäuren (Laurinsäure) gesund ist?
    Leider lasse ich mich immer wieder verunsichern, wenn vermeintliche Ernährungsexperten wie hier in der Klinik das Gegenteil behaupten. Nämlich das gesättigte Fettsäuren zu vermeiden sind.

    Liebe Grüße

    Michael

    • Hallo Michael,

      Leinsaat wird immer bei den glutenfreien Lebensmitteln aufgelistet – wäre neu für uns, wenn Leinsaat Gluten enthalten würde. Vielleicht hast du dich vertippt und Weizenkeimöl gemeint? 😉
      Wobei wir Gluten nicht prinzipiell für problematisch halten. Es sei denn, man ernährt sich vitalstoffarm oder hat sich bereits eine Erkrankung wie z.B. Zöliakie zugezogen.

      Das “Ziel der Raffination ist ein möglichst reines Öl” schreibt das Bundesministerium für Bildung Forschung. Das heißt raffiniertes Öl ist in etwa so stark verarbeitet wie weißer Haushaltszucker. Wenn man sich die Schritte der Raffination anschaut, wird schnell klar, dass die im ursprünglichen Öl noch enthaltenen Vitalstoffe durch die Raffination größtenteils entfernt werden. Ein raffiniertes Öl können wir daher in einer gesunden Ernährung nicht empfehlen. Wir meiden deshalb raffinierte Öle genauso wie Fabrikzucker oder andere raffinierte Kohlenhydrate. Zum Braten verwenden wir Butter oder wie du natives Kokosöl. Außerdem versuchen wir die Temperatur möglichst niedrig zu halten. Denn nicht nur im Öl entstehen bei hohen Temperaturen potentiell ungesunde Stoffe.

      Jedes natürliche Öl und Fett enthält immer auch einen Anteil gesättigte Fettsäuren. Olivenöl enthält im Durchschnitt z.B. 15 % gesättigte Fettsäuren. Bei Margarine sind 20% und mehr der Fettsäuren gesättigt, bei Fleisch um die 50% und bei der von der DGE empfohlenen Milch noch mehr. Gesättigte Fettsäuren nimmt man also auch in einer Ernährung nach DGE Richtlinien einige auf 😉 .

      Was ist vom Kokosöl zu halten? Kokosöl enthält über 80 % gesättigte Fette und nicht jedes native Kokosöl ist von rohköstlicher Qualität bzw. nicht irgendwie nachbehandelt mit Wasserdampf. Die von dir gesuchten Studien sind uns leider nicht bekannt, eher Studien die das Gegenteil nahelegen…

      Grundsätzlich ist jedes Öl ein Teilnahrungsmittel, das nur noch einen Teil der Vitalstoffe vom Ausgangsprodukt enthält. Das heißt, auch mit einem guten Pflanzenöl sollte man es nicht übertreiben. In kleineren Mengen sind gute native Öle aber sicher nicht problematisch. Das würden wir auch auf Kokosöl beziehen.

      Hoffen, dass wir dir weiterhelfen konnten.

      Liebe Grüße

      • Vielen lieben Dank für Eure Antwort.

        Was das Gluten angeht, hab ich mich doch wirklich vertan. Entschuldigung, wollte nicht verwirren. Was ich meinte war der Enzymhemmer Inhibin. Es wird in vielen Quellen empfohlen, Nüsse, Kerne und Samen nicht roh zu essen, sondern vorher ankeimen zu lassen, bzw. einzuweichen. Der Enzymhemmer Inhibin, (der ja eine eigene Schutzfunktion des Samen ist) soll die menschliche Verdauung erschweren und Schleimbildend sein. Auch sollen Nüsse, Samen und Kerne uneingeweicht angeblich zu sauer verstoffwechselt werden. Beim einweichen und/oder keimen soll der Enzymhemmer Inhibin abgebaut werden und die Verdauung und vor allem auch die Resorbation bzw. Aufnahme der Nährstoffe im Darm begünstigen.

        Wie ist Eure Meinung dazu?

        Noch mal kurz zum Thema Butter. Ich ernähre mich zu 90% vegan. Ich glaube aber auch, das es für einige Produkte nur wenige gute Alternativen gibt. Wie z.B. beim Brotaufstrich. Ich bin derzeit der Meinung das überhöhter Milchkonsum, in der z.B. von der DGE empfohlenen Menge oder noch mehr, nicht gesund ist (Stichwort Wachstumshormone/Krebs).

        Wie ist Eure Meinung dazu?

        Welche Mengen an hochwertigen (von anderen spreche ich jetzt gar nicht) Milchprodukten (Demeter/Weidekühe) haltet ihr für unbedenklich und Sinnvoll? Gibt es Unterschiede in den einzelnen Milchprodukten (Milch vs. Butter) hinsichtlich der negativen Eigenschaften der Milch.

        Über eine erneute Antwort freue ich mich sehr…

        Liebe Grüße, Michael

        • Nach unserem Kenntnisstand werden “Enzymhemmer” in allen Samen (Nüssen, Saaten, Getreide, Bohnen und Linsen) durch Einweichen oder Sprossen ziehen abgebaut. Zusätzlich werden beim Einweichen und Sprossen noch weitere Vitamine und andere Vitalstoffe gebildet. Die Enzymhemmer verhindern in der Regel, dass ein Teil der Mineralstoffe und Spurenelemente nicht vom Körper aufgenommen werden kann. Allerdings ist es nicht so, dass wir bestimmte Mineralstoffe oder Spurenelemente gar nicht aufnehmen könnten. Es sind nur weniger.
          Unser Vorgehen: Wir machen uns keine großen Sorgen um Enzymhemmer. Wir weichen manchmal ein und manchmal nicht. Außerdem ziehen wir Sprossen.

          Eigentlich begleitet Milch von Kühen, Schafen, Ziegen und Kamelen die Menschen schon seit langer Zeit. Vermutlich sind in früheren Zeiten trotz z.T. höherem Milchkonsum nicht so viele gesundheitliche Beschwerden dadurch aufgetreten wie heutzutage. Wir vermuten, dass das an der heutigen Verarbeitung der Milch liegt. Besonders problematisch sehen wir H-Milch, homogenisierte Milch und länger haltbare Milch. Durch die z.T. sehr hohen Temperaturen und die mechanische Manipulation verändert sich nicht nur die Zusammensetzung der Milch, weil Vitalstoffe kaputt gehen, sondern auch die Struktur der Eiweiße und Fette. Diskutiert wird von Experten, inwieweit diese veränderten Eiweiße und Fette den Körper belasten.

          Bei bestimmten Krankheiten, wo ein fehlgeleitetes Immunsystem eine Rolle spielt (z.B. Allergien, Heuschnupfen, Gicht und Rheuma) scheint sich ein Verzicht von tierischem Eiweiß positiv auszuwirken. Reich an tierischem Eiweiß sind z.B. Fleisch, Fisch, Wurst, Käse, Milch, Eier, Quark und Joghurt. Geringe Mengen aus Butter und Sahne scheinen ok zu sein.

          Wer Milch trinken möchte, dem empfehlen wir Biomilch, die möglichst roh ist. Im Bio-Laden ist rohe Milch als “Vorzugsmilch” zu finden. Wenn es die nicht gibt, würden wir höchstens zu pasteurisierter Milch greifen. Allerdings keine die zusätzlich auch länger haltbar oder homogenisiert ist. Das ist oft nur bei Demeter-Milch der Fall.

  22. Wisst ihr eine Einkaufsquelle für natives rotes Palmöl? (Das von Rapunzel wurde erhitzt.)

    Die Herstellung von weißem Palmfett ist noch viel schlimmer als ihr beschreibt. Ich habe bei Rapunzel nachgefragt und folgende Antwort erhalten:

    Gerne beantworte ich Ihre Frage zur Herstellung. Das weiße Palmfett stammt aus den roten Palmfrüchten. Das Fruchtfleisch aus den Fruchtständen der Ölpalme wird von den Kernen abgetrennt und gepresst. Das entstandene Rohpalmöl wird bei ca. 100ºC gedämpft und unter Vakuum bei 220-240ºC desodoriert.

    Für die Abpackung wird das Palmöl auf 45-48ºC temperiert, dann auf 15º C abgekühlt und verpackt.
    Palmkernöl ist das gewonnene Öl aus den Kernen der Ölpalme, Palmöl ist das gewonnene Öl aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme.
    Viele Grüße

    (Name entfernt)
    Kundenservice

    RAPUNZEL – Wir machen Bio aus Liebe

    • Hallo Reinhard,
      das klingt ja nicht wirklich gut :-( .

      Wir haben schon mal rotes Palmöl von der Ölmühle Solling gekauft. So richtig begeistert vom Geschmack waren wir damals aber nicht.

  23. Einen wirklich interessanten und tollen Blog habt ihr hier. Euer Beitrag hier zur Margarine bzw. gegen Margarine hier ist toll. Ich hab vor vielen Jahren aufgehört Magarine zu Essen. Damals hatte Stiftung Warentest Magarine getestet und da ist mir das erste mal überhaupt aufgefallen, dass das nicht optimal ist. Ich glaubte damals noch, Margarine ist viel gesünder als Butter. Ja, ich hab den Beitrag gerade sogar im Netz noch gefunden https://www.test.de/Margarine-Neun-sind-mangelhaft-1027702-2027702/, das war damlas wirklich für mich der Anstoss mich überhaupt mich damit zu beschäftigen.

    An Reinhard, das natives rotes Palmöl von Ölmühle Solling gibt es hier
    http://www.my-mosaik.de/palmoel-kaufen-p-1111.html
    ich hatte das auch schon probiert und meinen Geschmack hat es auch nicht getroffen. Die Kokosöle von Ölmühle Solling hingegen liebe ich.

  24. Ich habe jetzt 60 Jahre mit Homa-Margarine gelebt, die ich aber kaum noch bekomme, in immer mehr Läden wird sie ausgelistet. Auf der Suche nach Alternativen beschäftige ich mich mit den Inhaltsstoffen – und bin relativ entsetzt.

    Aber: was kann ich als Ersatz nehmen zum Braten, z.B. Tofu braten oder Bratkartoffeln, Kartoffelpuffer.
    Wenn ich Tofu mit Olivenöl brate, setzt er an der (beschichteten) Pfanne an und bekommt keine Kruste. Kartoffeln hab ich mit Öl noch gar nicht versucht.

    Hat jemand Erfahrung damit?

    • Du könntest versuchen natives Kokosöl zu verwenden, das hat sehr gute Brateigenschaften, allerdings auch etwas Eigengeschmack.

    • Hatte gerade diesen älteren Beitrag gelesen.
      Folgendes Rezept hatte ich ausprobiert und die Bratkartoffeln waren sehr lecker!

      Rosenkohl-Kartoffel-Pfanne
      (für 4 Personen)

      Zutaten:
      etwa 1 kg Kartoffeln (vorwiegend festkochend), in kleine Würfel geschnitten
      ca. 8 EL Olivenöl
      800 g Rosenkohl, je nach Größe halbiert oder geviertelt
      2 Zwiebeln, geviertelt, in feine Ringe geschnitten
      2 Knoblauchzehen, gepresst
      einige Zweige frischer Thymian, optional getrockneter Thymian
      Steinsalz, Schwarzer Pfeffer

      Zubereitung:
      Die Kartoffeln mit Schale gut waschen und würfeln, mit Küchenpapier etwas trocken tupfen.
      Das Olivenöl in einer Pfanne erwärmen und die Kartoffelwürfel darin ca. 10 Minuten bei niedriger Temperatur zugedeckt braten. Den Deckel abnehmen, die Temperatur etwas höher stellen und die Kartoffelwürfel weitere 10 Minuten offen braten, dabei gelegentlich wenden.

      Inzwischen den Rosenkohl in kochendem Salzwasser 3-5 Minuten blanchieren.
      Die Zwiebeln, den Knoblauch und den Thymian zu den Kartoffeln geben, kurz mitbraten.
      Dann den blanchierten Rosenkohl zugeben und zusammen nochmals ca. 3-4 Minuten mit Hilfe eines Pfannenwenders fertig braten.
      Alles mit Salz und Pfeffer würzen und nach Wunsch mit einigen Blättchen frischem Thymian bestreuen.

      Quelle: http://www.food-vegetarisch.de
      Vielen Dank an Eva Gründemann!

      Liebe Grüße an alle Lieben vom Vollwert-Blog!

  25. Hallo ihr Lieben!
    Ich ernähre mich nun seit fast vier Jahren vegan und mache mir derzeit Gedanken über das von euch angesprochene Thema. Mein wöchentlicher Speiseplan beinhaltet meist 1-3 Avocados sowie Nüsse, Samen etc, jedoch kommt bei mir weiterhin Alsan-Magarine aufs Brot, da ich bis jetzt keine 100% „reine“ (zB aus Olivenöl etc) hergestellte Alternative zu Butter gefunden habe. Mir ist bewusst, dass es vermutlich gesünder wäre, aus Kuhmilch hergestellte Butter als Magarine zu essen, auf Grund meiner Überzeugung möchte ich darauf jedoch nur ungern zurückgreifen. Habt ihr eine Idee für ein gesundes, pflanzliches Streichfett?
    Liebe Grüße und danke für euren tollen Blog!
    Johanna

    • Hallo Johanna,
      eine richtig gute vegane Alternative zu Butter, die auch wie Butter schmeckt, kennen wir leider nicht. Falls du eine leichte Kokosnote magst, könntest du natives Kokosöl ausprobieren.
      Ansonsten könntest du auch versuchen, wie Rene in einem Kommentar vorgeschlagen hat, Öl (nach Wunsch noch etwas Salz oder Kräuter dazu) in einer Eiswürfelform ganz hinten in den Kühlschrank zu stellen wo es am kältesten ist und erst kurz vorm Essen herauszuholen. Dadurch wird das eigentlich flüssige Öl auch streichfähig.

      Liebe Grüße

  26. Eine tolle Website und spannende Diskussion hier!
    Mich erschreckt die krasse CO2-Bilanz von Butter. Ich habe kürzlich gelesen, wenn ein Haushalt von Butter- auf Margarine-Konsum umsteigt, könne dieser Haushalt unter Umständen im Jahr 4-6% seinen CO2-Ausstoßes einsparen. Lediglich aus diesem Grund habe ich mir überlegt, von Bio-Butter (die ich für gesünder halte) auf Bio-Margarine umzusteigen. Im Internet konnte ich nirgendwo stichhaltige Informationen dazu finden, welche (durchschnittliche) CO2-Bilanz Bio-Margarine oder darin enthaltenes Palmöl hat. Mich beschäftigt sehr der Klimawandel, deshalb diese Überlegungen.
    Was wisst Ihr zu diesem Thema?
    Vermutlich ist es am besten, bei Butter (sparsam verwendet) zu bleiben…

    • Hallo Silke,
      die CO2-Bilanz von Butter, wie von allen Milchprodukten, ist natürlich nicht so gut. Es kommt aber selbstverständlich darauf an, ob es sich um konventionell gehaltene Kühe mit jeder Menge Futter aus Übersee handelt oder um Kühe aus artgerechter Haltung, die hauptsächlich Gras von der Weide fressen. Palmöl hat sicherlich auch keine schöne CO2-Bilanz, wenn man den Anbau (für den evtl. Urwald gerodet wurde) und den Transport bedenkt. Wir persönlich bleiben bei Bio-Butter, denn Margarine ist uns auch als Bio-Version zu stark verarbeitet und damit aus gesundheitlichen Gründen nicht empfehlenswert.

      Liebe Grüße

  27. Pingback: Ein veganer Beitrag für den vorweihnachtlichen Kaffeeklatsch: Birnenkuchen – brigitteloosdotcom

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