Gemüse fermentieren leicht gemacht – Anleitung & Tipps + Basisrezept für variationsreiches Sauerkraut

| 67 Kommentare

Schon seit einiger Zeit sind wir in Fermentierlaune und versuchen täglich Fermentiertes in unseren Speiseplan einzubauen. Seit Anfang des Jahres haben wir einen neuen Ansatz gefunden, um noch einfacher kleinere Mengen von milchsauer eingelegtem Gemüse anzusetzen. In unseren kulinarischen Wochenenden haben wir schon über die Gläser mit den besonderen Ventilen berichtet und daraufhin viele Nachfragen bekommen. Daher wollen wir euch ausführlich vorstellen, warum fermentiertes bzw. milchsauer eingelegtes Gemüse so wertvoll für die Gesundheit ist und welche Ausstattung wir fürs Fermentieren von Gemüse verwenden. Zudem haben wir ein einfaches, aber sehr variationsreiches Rezept für selbst gemachtes Sauerkraut für euch.
Fermentiertes Gemüse (Sauerkraut Varianten)

Heutzutage werden zwar wieder vermehrt Lebensmittel fermentiert. Neu ist dies keineswegs. In vergangenen Zeiten wurden überall auf der Welt reichlich fermentierte Lebensmittel gegessen. Bei uns in Deutschland ist Weißkohl in Form von Sauerkraut das wohl bekannteste fermentierte Gemüse. An Stelle von Weißkohl lässt sich so gut wie jedes andere Gemüse milchsauer einlegen. Dabei hat jede Region der Welt ganz eigene Spezialitäten entwickelt. Das würzige, koreanische Kimchi, dessen Grundzutat Chinakohl ist, wurde von der UNESCO sogar als immaterielles Kulturerbe aufgenommen. (Ein einfaches Kimchi-Rezept hatten wir bereits letztes Jahr für den SuperBioBlog vom SuperBioMarkt geschrieben. Da der Blog mittlerweile eingestellt wurde, haben wir das Rezept hier auf unserem Blog erneut veröffentlicht.)

Von “milchsauer einlegen” spricht man übrigens, da sich im eingelegten Gemüse vor allem Milchsäurebakterien vermehren, die Milchsäure produzieren. Dadurch wird das eingelegte Gemüse haltbar und bekommt seinen typischen sauren Geschmack. Damit sich von Anfang an genug Milchsäurebakterien im zerkleinerten Gemüse befinden, ist es wichtig rohes Gemüse zu verwenden. Auf dessen Oberfläche befinden sich jede Menge der kleinen Helferlein. Der Begriff “Fermentation” oder “Fermentierung” ist dagegen ein Oberbegriff, unter dem sowohl die alkoholische Gärung als auch die Milchsäuregärung von sauer eingelegtem Gemüse zusammengefasst wird.

Früher ohne Kühlschrank, Tiefkühltruhe und immer gefüllten Supermärkten war das milchsaure Einlegen die Methode, um Gemüse lange haltbar zu machen. So waren die Menschen auch im Winter gut versorgt. Ganz nebenbei taten sie ihrer Gesundheit einen großen Dienst.

Warum fermentiertes Gemüse so wertvoll für unsere Gesundheit ist

Warum sollte man fermentierte Lebensmittel essen und sich die Mühe machen Gemüse milchsauer einzulegen bzw. zu fermentieren?

Die Darmflora setzt sich aus vielen verschiedenen Mikroorganismen zusammen. Ist die Darmflora und der Darm gesund, dann arbeiten diese Mikroorganismen harmonisch miteinander und im Zusammenspiel mit der Darmschleimhaut. Beispielsweise ernähren sich einige Mikroorganismen von für uns unverdaulichen Faserstoffen (bzw. Ballaststoffen) und stellen daraus Fettsäuren her, die unserer Darmflora als Nahrung dienen. Die Mikroorganismen im Darm können auch weitere Vitalstoffe wie z.B. diverse B-Vitamine produzieren.

Da sich wohl ca. ¾ des Immunsystems im Darmbereich befindet, ist ein gesunder Darm für ein gesundes Immunsystem unerlässlich. Schon der berühmte Arzt Hippokrates im alten Griechenland soll gesagt haben:

„Der gesunde Darm ist die Wurzel aller Gesundheit“.

Die heutige Forschung rund um den Darm bestätigt dies immer wieder. Wenn Darmflora und Darm in Mitleidenschaft gezogen sind, können unzählige Erkrankungen entstehen.

Leider ist die Darmflora heutzutage vielen Belastungsfaktoren ausgesetzt. Dazu gehören:

  • Antibiotika
  • chronischer Stress
  • Umweltgifte
  • Konservierungsstoffe & andere Zusatzstoffe
  • reichlich tierisches Eiweiß
  • viel Süßes
  • stark verarbeitete ballaststoffarme Nahrungsmittel.

Manche Mikroorganismen reagieren sehr empfindlich auf diese Einflüsse. Dadurch verarmt die Vielfalt an Mikroorganismen im Darm und unerwünschte Mikroorganismen können den freigewordenen Platz einnehmen. Irgendwann funktioniert das komplexe Zusammenspiel im Darm nicht mehr richtig und gerät schließlich ganz aus der Balance. In Folge können sich diverse Krankheiten entwickeln, die sich nicht unbedingt im Darm bemerkbar machen müssen. So werden z.B. auch Allergien, Autoimmunerkrankungen und selbst psychische Störungen wie ADHS mit einer gestörten Darmflora in Verbindung gebracht (ausführlicher wird dies beispielsweise im Buch Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit* beschrieben).

Wer kann schon sagen, keinem der belastenden Faktoren ausgesetzt zu sein? Ein guter Grund etwas für den Darm und seine vielen kleinen Bewohner zu tun. Wichtig ist natürlich so zu essen, dass auch die erwünschten Mikroorganismen im Darm reichlich Futter bekommen und gedeihen können. Je natürlicher das ist, was im Darm ankommt, desto natürlicher und robuster kann auch die Darmflora sein. Alles, was wir schlucken, kommt bei den Mikroorganismen im Darm an und wird von diesen aufgenommen. Eine Ernährung mit möglichst vielen naturbelassenen Lebensmitteln, wie eine vitalstoffreiche Vollwertkost, ist somit eine hervorragende Möglichkeit dem Darm etwas Gutes zu tun und für eine automatische Darmsanierung zu sorgen.

Um darüber hinaus unerwünschte Mikroorganismen zu verdrängen und erwünschte Mikroorganismen im großen Stil wieder in den Darm zu bringen, ist milchsauer eingelegtes Gemüse eine exzellente Wahl. Dieses strotzt nur so vor Mikroorganismen, die eine gesunde Darmflora fördern.

Möglichkeiten, um fermentiertes Gemüse selbst herzustellen

Gekauftes Sauerkraut ist fast immer erhitzt, um die enthaltenen Mikroorganismen abzutöten. Dadurch wird verhindert, dass diese weiterarbeiten und den Geschmack vom Sauerkraut über die Zeit verändern. Solche Produkte zu kaufen, lohnt sich also nicht, da die wirksamen Mikroorganismen leider fehlen. Selber Gemüse milchsauer einzulegen ist die bessere Wahl.
Fermentiergefäße

Gärtopf

Früher haben wir öfters Mal Sauerkraut in einem großen Gärtopf angesetzt. Jedoch finden wir dies recht aufwändig und mit zwei kleinen Wirbelwinden fehlt uns hierfür im Alltag einfach die Zeit.

Um Sauerkraut im Gärtopf anzusetzen, muss jede Menge Weißkohl eingekauft, zerkleinert und gestampft werden. Das zieht sich ein wenig hin. Dann muss der Gärtopf kindersicher platziert werden, aber auch so, dass man ihn nicht vergisst. Denn oben, wo der Deckel auf den Gärtopf gesetzt wird, gibt es eine Wasserrinne. Die mit Wasser gefüllte Rinne ermöglicht das Entweichen von überschüssigen Gärgasen und verhindert das Eindringen von neuer Luft. Die Rinne darf also nicht austrocknen und muss regelmäßig kontrolliert werden. Während die Mikroorganismen den Weißkohl zu Sauerkraut wandeln, produzieren diese Kohlenstoffdioxid und schaffen so eine Umgebung in der Sauerstoff liebende aber unerwünschte Mikroorganismen sich nicht ansiedeln können.

Gärtopf Wasserrinne

Gärtopf Wasserrinne


Das Waschen vom Gärtopf ist ein Abenteuer für sich. Ein großer Gärtopf ist unglaublich unhandlich und lässt sich schlecht ausgießen. In der Vergangenheit haben wir schon Küche und Bad beim Ausschütten vom Spülwasser unter Wasser gesetzt…

Fazit: Auch wenn ein Gärtopf ideal ist um große Mengen Gemüse milchsauer einzulegen, sind wir nie so richtig warm geworden mit ihm.

Schraubglas

Zum Fermentieren kann vorbereitetes Gemüse auch einfach in ein stabiles Glas gefüllt und der Deckel fest zugedreht werden. Allerdings hat dies den Nachteil, dass durch den Überdruck Gärflüssigkeit austreten kann, insbesondere wenn das Glas zu voll gefüllt ist. Die Gläser sollten also immer in einer Schale oder auf einem Teller stehen. Zudem machen die Deckel den entstehenden Überdruck auf Dauer nicht mit und müssen irgendwann ausgetauscht werden. Außerdem haben wir ein mulmiges Gefühl Überdruck in Gläsern zu produzieren. (Ein Familienmitglied ist nur knapp einer Ladung explodierter Glasflaschen mit selbstgemachtem Holundersekt entgangen. Auch wenn es sich dabei um eine alkoholische Gärung gehandelt hat, bei der mehr Kohlenstoffdioxid entsteht, sind wir lieber vorsichtig.)

Auch bei intaktem Glas kann einem der Inhalt um die Ohren fliegen. Denn wenn das Glas nach ein paar Tagen geöffnet wird und der Überdruck entweicht, kann Flüssigkeit oder Gemüse heraus spritzen. Daher ist es ratsam, die Deckel jeden Tag kurz soweit zu öffnen, dass sich der Überdruck abbaut. Daran muss man natürlich regelmäßig denken.

Kimchi

Kimchi (im Schraubglas angesetzt)

In der Vergangenheit haben wir bereits Kimchi angesetzt und den Deckel nur leicht auf die Gläser aufgesetzt. Da so ein Luftaustausch mit der Umgebung stattfindet, ist die Gefahr groß, dass sich unerwünschte Mikroorganismen vermehren können. Als Folge kann der Geschmack leiden oder das Gemüse gänzlich schlecht werden. Dies ist uns beim Kimchi schon passiert. Natürlich könnten auch Fliegen oder andere unliebsame Tierchen den Weg ins Fermentiergefäß finden, wenn das Glas nicht fest verschlossen ist.

Die bisherigen gängigen Lösungen haben uns also nicht ganz überzeugen können. Vor Kurzem ist jedoch eine neue Ära des Fermentierens bei uns angebrochen. 😉 Statt riesigem Gärtopf experimentieren wir mit Gläsern, auf die ein besonderes Ventil geschraubt wird. Seit dem spielen ähm experimentieren wir mit verschiedensten Gemüsekombinationen beim milchsauren Einlegen.

Unsere derzeitige Fermentier-Ausstattung haben wir zufällig entdeckt, als wir uns auf Kickstarter umgeschaut haben.
(Kickstarter ist eine Plattform im Internet, über die man innovative und kreative Projekte finanziell unterstützen kann, die sonst möglicherweise nie verwirklicht werden könnten. Die Bandbreite an Projekten ist äußerst vielfältig: Kunstprojekte, Musikalben, Dokumentationen, Computerspiele, Küchenmesser, Schuhe, Bücher… Als Dank bekommen die Unterstützer von Projekten das Produkt meist vor allen anderen oder ein anderes ungewöhnliches Dankeschön. Wir recherchieren dort gerne für außergewöhnliche Geschenkideen.)

Das Projekt zu den besonderen Ventilen haben wir vor einigen Monaten entdeckt, für äußerst spannend befunden und mitfinanziert.

Unser Fermentier-Equipment

Unsere Ausstattung zum Fermentieren, die wir über Kickstarter bekommen haben, besteht aus 3 Teilen:

Mason Jars mit reCAP-Deckeln und Ventilaufsatz

Mason Jars mit reCAP-Deckeln und Ventilaufsatz


Das Besondere beim Ventil ist, dass ein Luftabschluss ohne Wasser erreicht wird und dennoch bei Überdruck Luft entweichen kann. Es blubbert also Nichts irritierend im Hintergrund, kein Wasserstand muss regelmäßig kontrolliert werden und es kann bei austretender Luft nichts spritzen. Wir können das Gemüse einfach ansetzen und müssen uns erst einmal nicht mehr darum kümmern. 🙂

Nach dem erfolgreichen Kickstarter-Projekt gibt es die reCAP-Ventile* und Deckel* auf der Mason Jars Website* zu kaufen. Mittlerweile gibt es ein Fermentier-Set* bei dem ein Mason Jar Glas, ein Deckel, ein Ventil und Salz dabei sind. Man braucht nur noch Gemüse, dann kann man direkt loslegen.

Die stabilen Gläser (Mason Jars)* gibt es beispielsweise übers deutsche Amazon. Wir haben sie aber auch schon in normalen Geschäften wie beispielsweise bei Butlers entdeckt.

Beim Kauf müsst ihr nur darauf achten, dass Deckel und Gläser zusammen passen, da es beides in zwei Öffnungsgrößen gibt: “regular mouth” und “wide mouth”. Wir haben die breitere Variante (“wide mouth”), die mehr Platz zum Einfüllen und Herausnehmen bietet.

Zudem gibt es die Gläser auch noch mit unterschiedlichem Füllvolumen. Die fast 1 Liter Gläsergröße ist für uns perfekt. Wir können schnell kleinere Mengen ansetzen, statt einen ganzen Gärtopf füllen zu müssen. Die Gläser stehen bei uns einfach auf einem Regal in der Küche, so dass unsere Wirbelwinde nicht heranreichen. Die kleinere Menge lädt zum Experimentieren an. Falls doch mal etwas misslingt, betrifft das nur eine relativ kleine Menge. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sich die Gläser leicht per Hand abwaschen oder in den Geschirrspüler stellen lassen.

Gemüse milchsauer einlegen

So genug der Vorrede, wie wird Gemüse milchsauer eingelegt? Das ist total einfach:

Wenn ihr ein passendes, sauberes Gefäß zum Fermentieren habt, braucht ihr eigentlich nur noch

  • einen Schwung Gemüse (am besten eignet sich härteres Gemüse wie z. B. Weißkohl, Rotkohl, Möhren, Paprika, Brokkoli, Rote Bete)
  • ein paar Gewürze und/oder Kräuter nach Geschmack wie Senfkörner, Pfefferkörner, Wacholderbeeren, Knoblauch, frische Chilischote, Ingwer, Basilikumblätter, Dill
  • (unraffiniertes) Meersalz und
  • etwas Wasser.

Das Salz sorgt dafür, dass sich unerwünschte Mikroorganismen schlecht vermehren können. Sobald sich dann Milchsäurebakterien kräftig vermehrt haben, konservieren diese das fermentierende Gemüse und verhindern, dass sich unerwünschte Mikroorganismen ansiedeln können. Gewöhnliches Kochsalz können wir hierfür nicht empfehlen, da die zugesetzten Stoffe wie Fluor und Jod im Salz die Mikroorganismen negativ beeinflussen und damit den Fermentierprozess stören können.

Das Gemüse wird schön klein geschnitten, gewürfelt oder geraspelt – alle Formen sind erlaubt.

Sauerkraut Variante mit Weißkohl, Möhre, Paprika und Brokkoli

Sauerkraut Variante mit Weißkohl, Möhre, Paprika und Brokkoli


Wenn es besonders schnell gehen muss, wird das Gemüse mit Gewürzen einfach ins Fermentiergefäß gegeben (ohne vorheriger Stampfen), etwas zusammengedrückt und das Ganze mit Salzwasser aufgefüllt, bis das Gemüse bedeckt ist.

Für mehr Aroma wird das zerkleinerte Gemüse mit Gewürzen & Salz in eine Schüssel gegeben und einige Minuten mit den Händen gut durchgeknetet (bei empfindlichen Hände einen Kartoffelstampfer verwenden). Durch das Kneten oder Stampfen brechen die Zellwände auf und das Salz kann das Wasser besser aus dem Gemüse ziehen. Wenn das klein geschnittene Gemüse gut geknetet oder gestampft wurde, bildet sich nach kurzer Zeit eine salzige Lake. Das Gemüse wird dann ins Fermentiergefäß gegeben und ordentlich zusammengedrückt, damit alles unter der salzigen Lake ist. Wenn sich nicht genug Lake gebildet hat, noch etwas Wasser ergänzen, bis das Gemüse bedeckt ist.

Abschließend muss das Gemüse noch beschwert werden, damit es komplett unter der salzigen Lake bleibt. Das ist wichtig, damit sich keine unerwünschten Mikroorganismen auf dem herausragenden Gemüse vermehren können und dadurch das Gemüse schlecht wird.
Wir knüllen einfach ein paar Blätter Weißkohl zusammen und drücken sie zum Schluss in das Glas, bis die Lake möglichst hoch steht und auch die ganzen Kohlblätter möglichst gut bedeckt davon sind. Ganz sicher bleiben die Kohlblätter unter der Lake, wenn ein Strunk vom Kohl oder ein Stück Möhre zwischen Deckel und Kohlblatt geklemmt wird. Wenn der Deckel festgeschraubt wird, drückt der Kohlstrunk bzw. die Möhre die Kohlblätter sicher nach unten.

Fürs Beschweren gibt es auch spezielle Glassteine, die zu unseren Gläsern passen. Allerdings waren diese uns bislang zu teuer (4 Glassteine haben wir bislang nur für über 80 Euro entdeckt). Eine andere Möglichkeit wäre ein glatt geschliffener Stein in der richtigen Größe. Danach haben wir uns aber noch nicht umgeschaut.

Das so angesetzte Gemüse lassen wir etwa eine Woche bei Zimmertemperatur in der Küche stehen und probieren es dann. Im Sommer bei wärmeren Temperaturen geht das Fermentieren tendenziell etwas schneller und im Winter etwas langsamer. Wenn uns der Geschmack gefällt, kommt das milchsaure Gemüse bei uns in den Kühlschrank oder in die Speisekammer. Durch die kühleren Temperaturen wird der Fermentierprozess stark verlangsamt. So konservieren wir uns den Zustand vom Gemüse, der uns gefällt. Kühl gelagert, ist das fermentierte Gemüse monatelang haltbar.

Das fertige milchsaure Gemüse essen wir als Beilage zu Brot und Gemüsepfannen oder verwenden es als Komponente in Wraps und Bowls.

Sauerkraut-Basis-Rezept mit vielen Variationen

Jetzt im Winter gibt es günstig Kohl in großen Mengen, so dass wir uns bei unseren Fermentierexperimenten an ein einfaches Sauerkrautrezept halten. Das Basis-Rezept kann je nach Lust und Laune, um diverses Gemüse ergänzt werden.
Sauerkraut mit Möhre

Sauerkraut mit Möhre

Für ein ca. 1 Liter Glas

400 g Weißkohl
200 g Möhre
eventuell etwas Wasser
1 große Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 TL Wacholderbeeren (alternativ gehen z.B. auch Senfkörner, Kümmel, frisch geriebener Ingwer, Chilischote)
ca. 12 g Meersalz (unbehandeltes Salz verwenden)

  1. Ein paar saubere große Kohlblätter vom Weißkohl abtrennen und für später zurückbehalten.
  2. Den Weißkohl und die Möhre gründlich waschen und in feine Streifen schneiden, hobeln oder raspeln. Die Zwiebel schälen und in Ringe schneiden. Den Knoblauch schälen und vierteln. Die vorbereiteten Zutaten zusammen mit den Senfkörnern und dem Salz in einer großen Schüssel vermengen und für einige Minuten mit den Händen kneten oder stampfen, damit Flüssigkeit aus dem Gemüse austreten kann.
  3. Nach und nach das Gemüse in das Glas zum Fermentieren geben. Dabei alles möglichst fest zusammendrücken, damit keine Luftzwischenräume entstehen. (Wir verwenden dazu einen Kartoffelstampfer aus Holz oder einen Esslöffel.) Bis ca. 5 cm unter dem Glasrand auffüllen.
  4. Falls notwendig, so viel Wasser hinzufügen, bis das Gemüse ganz bedeckt ist. Dann ein am Anfang zurückbehaltenes Kohlblatt flach auf das zusammengedrückte Gemüse legen. Die übrigen Kohlblätter zusammenknüllen und in das Glas stopfen, bis die salzige Lake ca. 1 – 2 cm unter dem Rand steht. Ganz sicher bleiben die Kohlblätter unter der Lake, wenn ein Strunk vom Kohl oder ein Stück Möhre zwischen Deckel und Kohlblatt geklemmt wird. (Als Alternative zu den Kohlblättern ein geeignetes Gewicht auf das Gemüse legen.)
  5. Den Deckel fest auf das Glas schrauben und das Glas für ca. 7 Tage bei Zimmertemperatur lagern. Wenn der Deckel kein Ventil hat, diesen täglich kurz aufdrehen, damit entstandene Gase entweichen können.
  6. Nach 7 Tagen ist die aktive Phase mit viel Gasentwicklung abgeschlossen und die Mikroorganismenkultur im Glas hat sich stabilisiert. Der Deckel braucht dann nicht weiter zum Entlüften aufgedreht werden. Wenn man mag, darf man das milchsaure Gemüse dann bereits essen. Man kann es aber auch noch für einige Wochen oder Monate lagern. Über die Zeit entwickeln sich weitere Aromen. Das Gemüse wird mit der Zeit allerdings auch immer weicher. Unabhängig davon, ob man das Gemüse bereits isst oder noch lagert, sollte das Glas nach den ersten 7 Tagen kühl gelagert werden. Denn bei warmen Temperaturen entsteht schnell viel Säure, aber nicht die vielfältigen Aromen.

Büchertipps zum Fermentieren

Falls ihr noch mehr Tipps & Tricks sowie Rezepte zum Fermentieren sucht, haben wir noch 2 Büchertipps für euch:

Jede Menge einfacher Rezepte gibt es im Buch “Milchsauer eingelegt”*. Das Buch besteht aus einem Theorieteil, der alle relevanten Themen erstaunlich tiefgreifend behandelt, aber dennoch nicht unnötig ausschweifend wird – perfekt für den Einstieg. Besonders gut gefällt uns darüber hinaus der Rezeptteil, in dem einfache Kombinationen für verschiedene Gemüsesorten vorgestellt werden.

 

 

 

Wenn ihr nicht nur Gemüse milchsauer einlegen wollt, sondern ihr auch andere Lebensmittel fermentieren möchtet, dann ist das Buch “So einfach ist Fermentieren”* vom großen Meister des Fermentierens Sandor Ellix Katz eine gute Investition. Hier werden so ziemlich alle bekannten und weniger bekannten Fermentiermethoden vorgestellt.

 

 

 

* = Affiliate-Link. Wenn ihr darüber bestellt, erhalten wir eine kleine Provision und ihr unterstützt damit unsere Arbeit. Für euch entstehen dadurch keinerlei Mehrkosten.

Print Friendly, PDF & Email

67 Kommentare

  1. Sehr interressant und sehr ausführlich, danke!

  2. Liebe Melanie, lieber Sönke,
    danke dass ihr euch die Zeit genommen habt, Fermentieren so ausführlich zu erklären. Dass gekauftes Sauerkraut erhitzt wird, war mir nicht bewusst. Nun muss ich also doch besser selber ran. Bislang habe ich nur Kimchi gemacht und viel zu viel Knobi erwischt.
    Danke für eure Anregung!
    Alles Liebe

    • Sehr gerne! 🙂
      Wir haben es schon mal geschafft, zu viel Ingwer und Chili ins Kimchi zu mischen. Dieses extra scharfe Kimchi konnten wir nur in Mini-Mengen verwenden. 😉

      Gekauftes Sauerkraut muss nicht zwangsläufig erhitzt sein. In Osnabrück haben wir auf dem Wochenmarkt bei einem Fleischerei-Stand manchmal selbst gemachtes, unerhitztes Sauerkraut bekommen. Das wurde direkt aus dem Gärtopf heraus verkauft und hat jedesmal anders geschmeckt.

      Liebe Grüße

      • Hallo Ihr Lieben,

        Danke für den sehr informativen Artikel!!!

        Dass Fleischereien z. T. rohes Sauerkraut verkaufen höre ich nicht zum ersten Mal. Wenn man also nicht dazu kommt welches selbst anzusetzen kann es sich lohnen in einer nahen Fleischerei danach zu fragen.

        Liebe Grüße
        Ursula

      • Bei uns verkaufen sowohl der Biostand auf dem Wochenmarkt als auch der Bioladen unfermentiertes Sauerkraut.

  3. Toll, danke für die interessanten Infos und Anleitungen! Das will ich im März nach dem Urlaub mal angehen.
    Die Links sind echt hilfreich, dann muss man nicht ewig nach den richtigen Utensilien suchen und letztlich noch das Falsche bestellen :-).

    Liebe Grüße,
    Esther

  4. Vielen Dank für den interessanten Beitrag! Ich esse sehr gerne Sauerkraut, auch als Salat mit Äpfeln und Ananas. Ich habe bislang aber immer abgepacktes Kraut gekauft und wusste gar nicht, dass das selbstgemachte so viel besser für den Darm ist.
    Da habe sofort mal zusammengerechnet und bin bei 6 Gläsern mit Deckeln und Ventilen auf ca. 108 EUR gekommen (Die Gläser bekommt man über ebay noch etwas günstiger). Da das aber immer noch recht teuer ist, habe ich mal weitergeguckt und bin auf dieses Angebot gestoßen: https://www.amazon.de/Einmachgl%C3%A4ser-zweiteiligem-Metalldeckel-SteriLids-G%C3%A4rspunden/dp/B014RF4GX0/ref=nav_ya_signin?s=kitchen&ie=UTF8&qid=1487868234&sr=1-109&keywords=Sauerkraut& Bei diesem Angebot würden 6 Gläser mit Deckeln und Ventilen ca. 70 EUR kosten. Da ist aber leider nur eine Bewertung dabei und die ist noch sehr schlecht. Könnt ihr vielleicht einschätzen, ob dieses Angebot eine echte Alternative ist?

    • Die Lösung von SteriLock sieht auch gut aus. Die Ventile sorgen wie die reCAP für einen wartungsarmen Luftabschluss, lassen aber andere Gase raus. Haben also ähnliche Vorteile. Die SteriLock Lösung stammt aus Großbritannien. Auf dem Amazon dort haben die Ventile gute Bewertungen. Scheint also tatsächlich eine Alternative zu der Lösung von reCAP zu sein.

      Bei dem konkreten Angebot, dass du rausgesucht hast, fallen uns allerdings zwei Dinge auf die etwas unpraktisch sind:

      • Die Deckel sind aus Metall. Auf die Dauer werden diese wahrscheinlich von den der sauren Gärflüssigkeit angegriffen, fangen an zu rosten und sollten dann ersetzt werden. Zumindest wenn sie in Kontakt mit der Gärflüssigkeit kommen. Plastikdeckel würden länger halten.
      • Die Gläser haben nur die schmale Öffnung (“regular mouth”), das macht das Einfüllen und Herausnehmen von Gemüse etwas schwierig.

      Wir würden daher zu einem Angebot von SteriLock mit Plastikdeckeln für Gläser mit breiter Öffnung (“wide mouth”)* greifen.

      • Hallo Melanie und Sönke,
        erstmal vielen lieben Dank an euch! Ich liebe euren Blog!

        Für die Gläser könnte man ja evtl. diese Plastikdeckel von Quetschflaschen (Ketchup) verwenden. Die haben auch ein Silikonventil.

        Herzliche Grüße
        Simone

        • Hallo Simone,
          herzlichen Dank für dein Bloglob! 🙂

          Wir befürchten, dass die Plastikdeckel nicht auf die Gläser passen werden, da die Deckel zu schmal sind.

          Liebe Grüße

      • Sind die Deckel, die von Mason üblicherweise mitgeschickt werden, geeignet, um sie nach dem Fermentiervorgang für die Lagerung im Kühlschrank aufzuschrauben, damit man die Sterilock- oder recap-Deckel anderweitig nutzen zu können?

        • Hallo Esther,
          ja, die Deckel die bei den Mason Jars dabei sind, können für das Lagern der Gläser im Kühlschrank aufgeschraubt werden. So machen wir das immer bei uns.

          Liebe Grüße

  5. Pingback: Schmausepost vom 24. Februar | Schmausepost

  6. Vielen Dank für den wieder mal sehr informativen Beitrag.
    Frage: Wenn ihr Salzlake angießt, in welchem Verhältnis (Salz/Wasser)?

    • Wir berechnen einfach 2 g Salz pro 100 g Gemüse. Auf 600 g Gemüse ist das etwa 1 TL. Das Wasser vermengen wir meist nicht extra noch mit Salz. Die verwendete Salzmenge richtet sich sowieso sehr nach dem persönlichen Geschmack. Manche Menschen verwenden angeblich gar kein Salz beim Fermentieren von Gemüse. Dann ist aber die Gefahr erhöht, dass das Gemüse schlecht wird. Wenn du möchtest, kannst du 25 g Salz (ca. 2 TL) auf einen Liter Wasser rechnen.

      Liebe Grüße

  7. Und wenn ihr normale Schraubgläser verwandt habt: muss man dann ab Tag 8, wenn ins Kalte gestellt wird, nicht mehr Druck ablassen?

    • Nur in den ersten Tagen entsteht jede Menge Kohlenstoffdioxid. Später ist die Gasbildung zu vernachlässigen, insbesondere wenn das fermentierte Gemüse dann kühl gelagert wird. Regelmäßig Druck abzulassen, ist also nur in den ersten Tagen relevant, wenn die Gläser bei Zimmertemperatur stehen.

      Liebe Grüße

  8. Ich möchte noch etwas zum Thema Gewichte beitragen. Ich habe nach einigem googeln folgende Gewichte für die Fermentierung gefunden:
    http://www.wildefermente.de/gewicht/
    3 runde Gewichte aus Ton kosten 20 Euro, 10 Stück 60 Euro. Evtl. ist das für euch eine Alternative zu den teuren Glasgewichten.

    Toller Beitrag insgesamt! War in dem Thema vorher überhaupt nicht drin, aber nach eurem Artikel und da ich z.b.von Kimchi beim Koreaner nie genug bekommen kann, werde ich mich wohl demnächst auch mal am Fermentieren versuchen 🙂

    Liebe Grüße

    • Tolle Inspiration! Werde jetzt mit den viiiiel günstigeren Bügelgläsern und den Gewichten hantieren. Danke für den Tipp, Peppi!

      • Viel günstiger sind die Bügelgläser mit Gärrohrchen nicht! 😉 (3 kosten da 65 Euro mit Versand)
        Bei unserer Lösung finden wir es praktischer, dass wir keinen Wasserstand kontrollieren müssen. Zudem finden wir Bügelgläser beim Abwasch umständlich.

        • Hallo Ihr beiden

          nein, die Bügelgläser sollen sogar von Ikea gut sein, da kostet eines unter 2€. Und da gibt es keine Röhrchen, der Druck entweicht durch die Gummiabschlüsse. Was Barbara Hosfeld auf dem Blog schreibt, klingt sehr einfach. Und dann die Gewichte dazu…eigentlich eine günstige Sache (ich hab 3 Bügelgläser über eBay für knapp 10€ bestellt und 3 Gewichte bei Barbara für 20€ – that’s it ). Ich teste es mal und kann dann berichten, denke aber, dass Barbara das ja auch schon jahrelang erfolgreich macht und es deswegen klappen muss.

          Liebe Grüße an Euch!

          • Aaaaalso, hier mein erstes Resümee:

            Es klappt! 😀
            Mein Sauerkraut in den Bügelgläsern ist trotz einmaligem Öffnen und dilettantischem Beschweren lecker und genießbar geworden. Aber mit den gekauften Gewichten ist es natürlich viel einfacher.
            Hier muss man allerdings echt aufpassen, dass man das Glas nicht zu hoch befüllt. Als ich das mit dem Kimchi mal kurz geöffnet habe, waren Kühlschrank, Spüle und Boden vollgespritzt :-D.

            Mit den Röhrchendeckeln geht es auch, aber dafür muss man eben wieder eine Beschwerung reinquetschen, was ich viel umständlicher finde. Leider sind die Gewichte zu breit für die Mason Ball Gläser (wide mouth). Sonst wären die perfekt und meine erste Wahl.

            Naja, und der Abwasch findet ja nicht jeden Tag statt :-D. Da find ich das Beschweren/Abdecken komplizierter. Aber so hat jeder seine Vorlieben und Abneigungen ;-).

            Über das Kimchi-Rezept würde ich mich sehr freuen. Hab eines aus nem Buch gemacht…sagt mal, stinkt Eures auch so abartig? Ich hab meins nach draußen gestellt :-DD. Sonst würde meine Familie mich wahrscheinlich stattdessen an die Luft setzen…probiert habe ich vor lauter Angst, dass meine Umwelt an der Knobifahne erstickt, noch nicht.

            Liebe Grüße,
            Esther

          • Hallo Esther,
            dein Resümee klingt ja gut!
            Unser Kimchi-Rezept wollen wir diese Woche hier veröffentlichen. Für den Blogpost müssen wir nur noch ein paar neue Bilder einfangen.

            Liebe Grüße

    • Hallo Peppi,
      vielen Dank für den Link zu den Gewichten. Für Bügelgläser sind die bestimmt prima. In Mason Jars mit breiter Öffnung passen die 8 cm breiten Gewichte leider nicht, denn die Gläser haben nur eine ca. 7,5 cm breite Öffnung. Momentan experimentieren wir mit mehreren Deckeln von kleinen Einmachgläsern und mit Wasser gefüllte Gläser als Gewichte.

      Liebe Grüße

  9. Hallo, super Artikel. In das Fermentieren möchte ich auch gern einsteigen. Wie reinigt/desinfeziert ihr eure Gläser mit Deckel und Ventil? Muss man die abkochen? Und sind Plastikdeckel dazu nicht unpraktisch?
    Liebe Grüße
    Ria

    • Hallo Ria,
      manche kochen ihre Fermentiergläser aus oder stellen sie in den Backofen. Wir reinigen die Gläser und Ventile einfach mit heißem Wasser aus dem Wasserhahn. Alles desinfizieren halten wir für unnötig. Am Gemüse und an den Händen haften wahrscheinlich mehr unerwünschte Mikroorganismen als an den Fermentiergläsern. Bisher ist uns das Fermentieren damit gut gelungen.

      Liebe Grüße

  10. Hallo ihr beiden!

    Vielen Dank für die ausführliche Anleitung und überhaupt für eure tolle Seite!

    Ich bin bei der Suche nach den Gläsern irgendwie nicht richtig weiter gekommen. Bei ebay habe ich dann dieses Glas hier gefunden und bestellt
    http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=132110743079#ht_1699wt_1271

    Heute ist es endlich gekommen und ich habe gerade den ersten Versuch mit Karotte und Blumenkohl gestartet. Ich bin schon richtig gespannt, ob und wie es klappt. Es sind ja zum Glück keine großen Mengen, so dass sogar ein Misserfolg nicht tragisch wäre. Dennoch hoffe ich natürlich auf Erfolg! 😉

    Vielen Dank nochmal und weiter so…

    Grüsse aus dem Schwarzwald, Sendi

    • Hallo Sendi,
      die Gläser sehen prinzipiell nicht verkehrt aus. Du musst halt dran denken, Wasser ins Gärröhrchen zu füllen und zu kontrollieren. Mit etwa 25 Euro pro Glas ist diese Lösung allerdings nicht günstiger, als die Kombination mit den reCAP-Deckeln, die wir vorgeschlagen haben. Zumindest wenn man den Preis von jeweils drei Gläsern miteinander vergleicht.

      Drücken dir die Daumen, dass dein Ansatz ein Erfolg wird!

      Liebe Grüße

  11. Hallo,
    eine Frage: Warum gebt ihr 7 Tage Zeit zum Fermentieren an? In den klassischen Rezepten, die ich bis lang gelesen habe, werden 3 bis 6 Wochen angegeben. Wie bemerkt man, dass das Gemüse soweit ist oder dass es nicht essbar ist, weil es zu früh oder etwas schiefgelaufen ist?
    Herzlichen Dank für eure Antwort!
    Meike

    PS: Ich denke, viele eurer Leser freuen sich über eine regelmäßige Berichterstattung von euch-je öfter, desto besser, egal ob Alltag oder Spezial 🙂 Aber was ihr leisten könnt neben Kindern, Arbeit und (genussvoller) Freizeit, könnt nur ihr selber entscheiden. Ich lese lieber einmal weniger was von euch, dafür mit Freude und Sorgfalt geschrieben wie ihr es immer macht 🙂 das bewundere ich sehr!

    • Hallo Meike
      du sprichst da einen wichtigen Punkt an, der tatsächlich zu knapp in unserem Artikel behandelt wird. Fermentiertes Gemüse kann man unserer Erfahrung nach bereits ab etwa einer Woche gut essen. Wenn man es für ein paar Wochen lagert, entwickeln sich jedoch noch mehr Aromen. Deshalb wird sauer eingelegtes Gemüse meist ein paar Wochen stehen gelassen. Man kann es kühl aber sogar einige Monate lagern. Das Gemüse reift in der Zeit weiter, wird aromatischer und tendenziell weicher. Wann man es anbricht und isst, liegt bei einem selbst. Es gibt da kein Falsch. Deshalb lohnt es sich verschiedene reife Zeiten durchzuprobieren, um zu testen, wann das fermentierte Gemüse einem besonders gut schmeckt. (Wir haben die Zubereitung unten im Artikel aktualisiert bzgl. Lagerzeiten und Esszeitpunkt ergänzt.)

      Wenn sich eine weiße Schicht auf der Oberfläche bilden sollte (ist uns bislang noch nicht passiert), dann handelt es sich wahrscheinlich um sogenannte Kahmhefe. Das ist nicht problematisch, kann aber den Geschmack von sauer eingelegtem Gemüse negativ beeinflussen. Deshalb sollte die Kahmhefe einfach mit einem Löffel abgeschöpft werden.

      Wenn man weiße oder dunkle Flecken entdeckt, Schimmel sich bildet, das Gemüse nicht gut riecht oder bitter schmeckt, dann sind das Zeichen, dass beim Fermentieren etwas schief gelaufen ist und das Gemüse besser entsorgt werden sollte.

      Liebe Grüße

  12. Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

    Ich habe mein Sauerkraut vorgestern angesetzt und es blubbert schon 🙂 übrigens habe ich einfach 1l Weckgläser genommen (mit feuchtem Gummiring und Metallklammern) und zum Beschweren zwei Glasdeckel von kleineren Weckgläsern. Ich bin gespannt auf das Ergebnis 🙂

  13. Übrigens funktioniert der Kimchi-Link nicht mehr, und ich finde den Artikel auch nicht auf dem Superbioblog.
    Nur als Info….

  14. Mein erstes Sauerkraut ist fertig und nach 7 Tagen schon superlecker! Knackig und mild. Euer Rezept und die Tipps waren klasse 🙂 Danke!
    Das Buch von LLorenz-Ladener liegt vor mir und jetzt starte ich mal ein paar Geschmacksexperimente 🙂

    • Hallo Meike,
      wir freuen uns sehr, dass unser Rezept so gut bei dir angekommen ist. Viel Spaß und Erfolg bei deinen Geschmacksexperimenten! 🙂

      Liebe Grüße

  15. Hallo ihr Lieben,

    vielen Dank für diesen tollen und mit so viele Liebe geschriebenen Artikel. Auch ich bin jetzt auf den Geschmack gekommen und habe mir kurzerhand die Gläser mit den passenden Deckeln und Ventilen gekauft. Befüllt habe ich die Gläser am Sonntag und bin nun sehr gespannt auf das Ergebnis. Alles ging ganz leicht, eure Beschreibung war mir wirklich eine tolle Hilfe, auch die vielen Infos sind super. Ihr seid toll, macht weiter so. Alles Liebe und viele Grüße,

    Petra

    • Hallo Petra,
      wir freuen uns, dass wir dich auf den Geschmack gebracht haben und unsere Anleitung eine gute Hilfe war. 🙂
      Wie ist das Gemüse bei dir geworden?

      Liebe Grüße

  16. Hallo, könnt ihr bei Gelegenheit das Kimchi vom Bio Supermarktblog online stellen? Der Link funktioniert leider nicht mehr.
    DANKE

  17. Hallo ihr Lieben,

    gerne berichte ich euch von meinem ersten Fermentierversuch :-). Das Gemüse ist wirklich gut gelungen und war sehr lecker. Ein Glas habe ich komplett mit Weißkohl gefüllt und das zweite mit Mohrrüben und Blumenkohl. Den Weißkohl habe ich nach einer Woche gegessen, er war zwar noch sehr bissfest aber vom Geschmack sehr lecker. Das zweite Glas mit der Mohrrüben-Blumenkohlmischung habe ich heute angebrochen und bin auch hiervon begeistert. Alles ging – so wir ihr es beschrieben habt- total leicht und problemlos, auch mit den Gläsern + Zubehör bin ich sehr zufrieden, einfacher geht´s wirklich nicht :-). Ich werde auf jeden Fall weiter machen und regelmäßig Gemüse einlegen, es ist wirklich eine tolle Abwechslung und Bereicherung. Vielen Dank an euch und liebste Grüße,

    Petra

    • Hallo Petra,
      wir freuen uns sehr, dass wir dich mit dem Fermentier-Fieber angesteckt haben. Uns macht das Experimentieren mit den verschiedenen Zutaten auch totalen Spaß. Zu voll darf man die Gläser mit den reCAP Deckeln allerdings auch nicht füllen, wie wir vor Kurzem festgestellt haben. Da ist die Flüssigkeit aus dem Ventil gelaufen und hat zum Glück nur unsere Arbeitsplatte unter Lake gesetzt. 😉

      Liebe Grüße

  18. Hallo,
    ich bin euch sehr dankbar für diesen tollen Tipp mit den Gläsern!
    Habe schon einiges ausprobiert und alles hat super geklappt. Ich habe einfach mit dem Strunk
    vom Weißkohl bzw. Rotkohl das Gemüse unter dem Saft gehalten, einmal sogar mit einer Karotte entsprechend groß. Hatte zuerst bedenken, dass das Gemüse schimmeln könnte, dem war aber nicht so. Mit folgenden 2 Rezepten habe ich gute Erfahrungen gemacht:
    500 g Rotkohl, 150 g Apfel, 150 g Karotte, 25 g Zwiebeln, 50 g rote Paprika, 13 g Steinsalz, 17 Pfefferkörner, 5 Nelken.
    400 g Rote Bete, 200 g Süßkartoffel, 150 g Apfel, 50 g Zwiebel, 1-2 cm Meerrettich feingerieben,
    5 cm rote Peperoni fein geschnitten, 13 g Steinsalz.
    Nach 7 Tagen war alles schon sehr lecker, der Geschmack hat sich aber mit Lagerung noch verbessert.
    Das Kimchirezept und das Weißkohlrezept von euch sind auch sehr lecker!
    Also nochmal vielen Dank, fermentiertes Gemüse hat Einzug gehalten:)
    …macht weiter so, ihr macht das alles sehr gut!

    Liebe Grüße und eine schöne Karwoche mit den Kindern!

    • Hallo Roswitha,
      herzlichen Dank! Wir freuen uns, dass wir dich vom Fermentieren begeistern konnten. Deine beiden Rezepte klingen sehr lecker.

      Liebe Grüße

  19. Hallo Melanie und Sönke,

    ich hätte noch eine Frage zur Lagerung nachdem der Fermentierprozess nach 7 -8 Tagen abgeschlossen ist.
    Mal sehen ob ich es richtig verstanden hab. Ihr probiert ja dann euer Gemüse. Decke ich es anschließend wieder ab so dass alles mit Lake bedeckt ist und muss es erneut beschwerden. Kann ich den Plastikdeckel mit dem Ventile dann entfernen und die Metalldeckel aufschrauben?

    Habt ihr Erfahrungen damit wenn ihr das fertig fermentierte Gemüse umfüllt in andere Gläser? Ich habe nur 3 Mason Jar Gläser und müsste für den Sommer wenn Erntezeit ist mir eine große Menge Gläser kaufen – dass wird mir dann zu teuer.

    Vielen Dank für eure Antwort und danke für die tollen Tips auf eurer Seite.

    Liebe Grüße
    Nicole

  20. Hallo Melanie und Sönke,

    Für eine Alternative zu den teuren Glassteinen könntet ihr mal bei Barbara vorbeischauen, sie bietet handgefertigte Gewichte aus Ton an: http://www.wildefermente.de/gewicht/ Sowohl einteilige mit 8cm, als auch vierteilige für größere Gläser.

    Sie fermentiert in Bügelgläsern. Das ist eine deutlich kostengünstigere Variante, denn die gibt es in vielen Supermärkten. Die Gummidichtung läßt die Gärgase hinaus, aber keine Luft hinein, so dass man keine speziellen Ventile benötigt.

  21. Hallo Ihr Lieben,
    mir scheint die ganze Fermentiergeschichte etwas salzlastig zu sein.
    Funktioniert das auch mit weniger Salz?
    Natürlich ist Meersalz das „gute“ – aber unterm Strich bleibt Natrium was es ist und die Quantität zählt am Ende des Tages – analog zur Kalorienmenge: was zu viel ist, ist zu viel.
    In „Dr. Jacobs Weg des genussvollen Verzichts: Die effektivsten Maßnahmen zur Prävention und Therapie von Zivilisationskrankheiten“ geht der Autor sehr kritisch mit dem Natrium in Gericht.
    Mich interessiert Eure Meinung und Euer Umgang mit dem Thema Salz – gibt es dazu einen Artikel?
    Gruß aus Ulm
    HeikoS

  22. Hallo Allerseits,

    Ich möchte gerne fermentiertes, Sauerkraut herstellen.
    Habe bei Amazon je 3 reCap Ventile, passende Deckel und Gläser dazu bestellt.

    Meine Frage dazu : Was passiert, wenn ich das Glas mit Kraut nach 7 Tagen öffne, es aber noch nicht meinem Geschmack entspricht?
    Darf man es wieder verschließen und weiterfermentieren lassen, oder ist jetzt Sauerstoffzufuhr erfolgt und es würden sich „andere“unerwünschte Bakterien einschleichen

    Vielen Dank für eine Antwort im Voraus

    SigridB

    • Hallo Sigrid,
      nach 7 Tagen haben sich bereits die erwünschten Milchsäurebakterien stark vermehrt und jede Menge Milchsäure produziert. Die Milchsäure konserviert das Sauerkraut und verhindert das sich unerwünschte Mikroorganismen ansiedeln, selbst wenn es eine Sauerstoffzufuhr gibt. Du kannst das Glas also wieder verschließen und weiter fermentieren lassen.

      Liebe Grüße

      • Melanie und Sönke,

        vielen Dank für die hilfreiche Antwort.
        Sobald meine Deckel und Gläser eintreffen, werde ich loslegen.

        Euer Blog hat mir den erforderlichen Mut gegeben.

        Liebe Grüße aus Berlin
        SigridB

  23. Hallo Melanie und Sönke,

    trara es ist passiert 🙂
    Mein erstes Kraut im Glas.

    Die Lake Nach 24 Stunden noch klar und hell.
    Am 2.Tag bilden sich ganz wenig Blasen am Saum der Lake,
    sie ist noch hell.
    Am 3.Tag viele Bläschen am Rand der Lake, die jetzt hellbeige ist,
    das abdeckende Kohlblatt auch.
    Am 4.Tag ist die Lake trübe, das abdeckende, natürlich unter der Lake liegende Kohlblatt,
    ist nun „bräunlich“. Das Kraut dunkelbeige.Sieht aus, wie gekocht.
    Habe ich etwas falsch gemacht??
    ReCap fermenter Ventile

    Ich bin soo froh, Euch zu haben

    Liebe Grüße aus Berlin

    Sigrid

  24. Hallo ihr beiden,

    vielleicht eine blöde Frage, aber:
    MUSS das Gemüse zur Fermentation immer roh sein?
    Also gekochte ist gekochte rote Beete zu fermentieren unsinnig?
    Weil im Endeffekt sind ja auch in der gekochten roten Beete noch Kohlenhydrate,
    die ja dann von den fleißigen Milchsäurebakterien verarbeitet werden können,ODER???

    Liebe Grüße,

    Lisa

  25. Liebe Melanie, lieber Sönke.

    Ich habe euer Kimchi- Rezept ausprobiert. schmeckt super lecker.
    Ich habe heuer sehr viele Buschbohnen im Garten. Können Bohnen fermentiert werden,, da sie doch nicht roh gegessen werden sollen? Werden die dann vorher gekocht?

    Ganz liebe Grüße
    Cornelia

  26. Liebe Melanie, lieber Sönke,

    ich habe vor 3 Tagen Rote Bete milchsauer eingelegt nach dem Rezept aus dem o.a. Buch „Milchsauer eingelegt“.
    Ist es normal, dass sich nach 3 Tagen noch nichts tut und es nicht gärt? Das 1 L Glas steht in der Küche.
    Ich habe auch 3 EL Sauerkrautdirektsaft aus dem Reformhaus als Starter zu der Salzlake gemischt.

    Viele liebe Grüße
    Cornelia

  27. Hallo … ich find eure Seite toll und die vielen Anregungen und Ideen hier im Kommentarbereich auch. Danke !!

    Übrigens … was spricht dagegen, einfach runde Steine als Gewichte zu verwenden? Die findet man kostenlos überall. Als Hot-Stone-Therapeutin hab ich die auch immer waschen müssen – über Nacht in Salzwasser liegen lassen, dann an die Sonne damit und dann nochmal abwaschen. Da sollten nicht mehr viel schlimme Bakterien dran sein.

    Liebe Grüße euch allen!
    Lena

  28. warum denn diese teuren Glaeser mit den Ventildeckeln ?
    Kann man nicht einach ein Loch in den Deckel bohren, einen kleinen Schlauch einfuehren, ihn oben kreisfoermig formen, ihn mit etwas Wasser fuellen.. so kann Ueberdruck entweichen, aber keine Luft hinein, so machen wir es auh beim Wein.. natuerlich muss das Loch im Deckel mit dem Schlauch gut versiegelt werden.. das alles kostet fast nichts und funktioniert !

    • Hallo Woody,
      willkommen auf unserem Blog!

      Wer gerne bastelt, kann sich bestimmt auch selbst eine entsprechende Lösung für das Fermentieren von Gemüse basteln. Wir mögen es gerne bequem und greifen lieber zu fertigen Lösungen. 😉

      Mittlerweile sind auch einige Bügelgläser* bei uns eingezogen. Überdruck kann bei denen am Gummi vorbei entweichen. Das ist einfach und günstig.

      Liebe Grüße

  29. gute glassteine, allerdings benutze ich mini glasschüsseln, aber wenn die mal kaputt sind…

    https://www.lieblingsglas.de/shop/fermentier-gewichte/

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.