Wir in Goa (Indien) – Teil 4: Unsere Café- und Restaurant Favoriten

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Im November letzten Jahres waren wir in Goa in Indien. Neben vielen Ausflügen und unseren eigenen Kochexperimenten haben wir ausführlich das örtliche kulinarische Angebot erkundet. Unseren Goa-Reisebericht schließen wir jetzt mit einer Übersicht unserer Restaurant- & Café-Favoriten in Nord-Goa ab.

Vor unserer Reise hatten wir uns vorgenommen konsequent vegetarisch und möglichst vollwertig zu essen. Vegetarisch war überhaupt kein Problem. Denn wir haben in Goa einige ausschließlich vegetarische Restaurants & Café entdeckt und auch die „normalen“ Restaurants bieten eine große Auswahl an vegetarischen Speisen.
Vielfältige Café- und Restaurantauswahl

Da Goa eine beliebte Touristenregion ist, ist das Angebot an Restaurants wirklich vielfältig: neben regionaler „Indian Cuisine“ gibt es Speisen aus aller Welt, darunter chinesische, deutsche, griechische, italienische, russische und thailändische Spezialitäten. Viele Restaurants bieten für Touristen alles bunt durcheinander (Indian Cuisine, Continental…) an, wobei uns Restaurants mit kleinerem, fokussiertem Angebot lieber waren.

Aufgrund des warmen Klimas saßen wir bei allen Cafés & Restaurants draußen und nicht im Gebäude. Meist gab es Sonnenschirme oder Dächer aus Bambus, manchmal waren sogar Netze zwischen den Bäumen gespannt, damit keine Blätter oder Kokosnüsse ins Essen fallen ;-). Für uns ungewohnt waren die Ventilatoren, die tagsüber gegen die Hitze und abends gegen die Moskitos eingeschaltet wurden. Oft haben wir sie abschalten lassen und lieber geschwitzt, als in der ungewohnt starken Zugluft zu sitzen.
Bean me up
Trinkgeld ist in Goa eigentlich nicht so gebräuchlich, in touristischen Restaurants aber wohl doch üblich. Ein kleines Trinkgeld in einem einheimischen Restaurant in der Hauptstadt Panjim sorgte allerdings für Verwirrung unter der Bedienung. In einigen teureren Restaurants wird eine Service-Pauschale extra in den Endpreis einberechnet und auf der Rechnung angegeben.

Indische Restaurants

In indischen Restaurants fanden wir gewürzten Reis, vegetarisches Curry und Dals aus Hülsenfrüchten sehr lecker, wobei wir das beste Dal bei den Eltern von unserem Schwager gegessen haben ;-). Nur strikt vollwertig zu essen, ist in indischen Restaurants nicht so einfach: Frischkost findet man eher selten auf der Karte, serviert wird oft nur weißer Reis und die Fladenbrote sind meist aus Auszugsmehl. Die dünnen Rotis-Fladenbrote sollen zwar aus Vollkornmehl sein, sind dafür aber etwas sehr hell. Vermutlich wird das Mehl ausgesiebt.
Kebabs & Curries
Die Schärfe des Essens war kein Problem für uns. Vermutlich haben sich die Restaurants an den touristischen Gaumen angepasst. Wer es überhaupt nicht scharf mag, kann zusätzlich noch das Essen ohne Chilis bestellen. Dann wird das Gericht wirklich mild.

Ein wenig mussten wir dafür auf andere Gewürze achten, die im Essen versteckt sind. Auf Kardamom-Kapseln zu beißen, ist nicht ganz so angenehm ;-). Ach ja, und grüne Chilischoten solltet ihr nicht mit Zuckerschoten verwechseln! Sönkes Vater hatte in einem Salat eine vermeintliche Zuckerschote entdeckt und im Ganzen gegessen. Diese stellte sich aber als grüne, extrem scharfe Chilischote heraus. Nach seiner Reaktion zu urteilen, muss es wohl extrem unangenehm gewesen sein…

Kurios fanden wir, dass manchmal Trinkkokosnüsse auf der Speisekarte in den Restaurants standen. Bei der Hochzeitsfeier von Sönkes Schwester hatte sich Sönke eine Kokosnuss bestellt, die auf einem kleinen Teller gebracht wurde. Nur Anstoßen war mit der riesigen Kokosnuss etwas schwierig ;-).
Trinkkokosnuss im Restaurant

Emmas Garden Café

Unserer Lieblingsort zum Bücher lesen und Entspannen war „Emmas Garden Café“, das von einer Engländerin namens Emma geführt wird. Dort gab es ausschließlich vegetarisches Essen. Unser Favorit waren so genannte “Nutburger” aus Gemüse und Nüssen, die an unsere Bratlinge erinnert haben. Auch die vielfältigen Salate mit selbst gezüchteten Mungobohnen-Sprossen waren sehr lecker.
Salate & Nutburger in Emmas Garden Café
Das Café liegt in einer ruhigen Seitenstraße in Calangute, nicht weit vom Strand entfernt. Wir sind ein paar Mal vormittags aus Candolim losgegangen und in Emmas Garden Café über die Mittagszeit eingekehrt, um Bücher zu lesen oder Postkarten zu schreiben. Denn von 12 bis 14 Uhr war die Sonne zu drückend, um viel zu unternehmen. Auf dem Weg zu Emmas Garden Café kamen wir an zwei Buchläden vorbei, so dass wir uns mit genug Lesestoff eindecken konnten. Der Literati Bookshop befindet sich sogar in der gleichen Seitenstraße wie Emmas Garden Café.
Emmas Garden Café

Ort: beim Little Italy
136/1 Holiday Street,
Calangute, Candolim

German Bakery

Am Rande von Anjuna liegt die berühmte „German Bakery“. Gegründet wurde sie von dem Deutschen Robert Gutzeit alias Woody. Das Ambiente ist schön bunt. Sitzen kann man in bequemen Stühlen oder in Sitzecken mit niedrigen Tischen – für die Sönke Beine allerdings etwas lang waren ;-).

German Bakery in Goa
Die German Bakery bezeichnet sich als „Health Food Garden“ Restaurant. Soft Drinks wie Cola und Fanta werden hier bewusst nicht verkauft. Auf der Website steht: „We also don’t sell chemical drinks as Cola, Fanta and others.“ Dafür gibt es frische „Gesundheitsgetränke“. Aus Neugier probierten wir frisch gepressten Weizengras und Aloe Vera Saft. (Das Weizengras wird sogar dort angebaut.) Uns schmeckte beides allerdings etwas zu grün. Zum Durstlöschen haben wir dann doch lieber auf Wasser zurückgegriffen ;-).
Frisch gepresstes Weizengras und Anbau von Weizengras
Viel Frischkost zu essen, war in der German Bakery überhaupt kein Problem. Unsere Lieblingsspeise war ein sehr schmackhafter „Brahmani Salat“ mit Sprossen, roter Beete, Avocado, frischen Spinatblättern und Kräutern. Der Salat wurde in einer riesigen Schüssel und mit einer dicken Scheibe 6-Grain Brot serviert. Das 6-Korn Sauerteig-Brot kam geschmacklich und von der Konsistenz fast an deutsches Brot heran. Aber noch besser gefiel uns das indische Fladenbrot (Roti) aus Buchweizen. Super fanden wir aus Vollwertsicht, dass es zu vielen warmen Gerichten Vollkornreis anstelle von geschältem weißen Reis gab.
Salat und Brot von der German Bakery

Ort:
German Bakery – Anjuna
Pankaj Kohl
Website: http://www.german-bakery.in/

Bean Me Up

Unser absolutes Lieblingsrestaurant in Goa wurde „Bean me up“ in Anjuna. Im Bean me up sind alle Speisen vegetarisch, die meisten sogar vegan. Laut Speisekarte wird alles ohne Zusatzstoffe und soweit möglich mit Gemüse aus ökologischem Anbau zubereitet.
Bean me up in Goa
Spannend fanden wir die ungewöhnlichen Smoothies. Zubereitet aus ganzen Früchten waren sie eine vollwertigere Alternative zu den frisch gepressten Säften. Sönkes Favorit war der „Super Food Smoothie“ mit Weizengras, Avocado, Leinsamen, Gojibeeren und Chia. Aber auch der Chocolate Strawberry Smoothie mit Gojibeeren, Erdbeeren, rohem Kakao und Nussmilch (Melanies Favorit) oder ein Smoothie mit Rotkohl (!) und Blaubeeren waren sehr lecker, aber auch extrem sättigend – also schon eher eine kleine Mahlzeit. Ungewöhnlich, aber ein guter Ansatz Müll zu vermeiden, waren die dicken Strohhalme aus wieder verwendbarem Bambus.
Smoothies im Bean me up
Nicht nur von den Smoothies auch von den Speisen waren wir im Bean me up begeistert. Unter anderem haben wir eine rohe Miso-Suppe, veganes Sushi mit Vollkornreis, Vollkorn-Pitataschen mit Falafel und riesige bunte Salatplatten mit verschiedenen Salaten probiert. Zum Salat wurde (vermutlich) Vollkornbrot mit veganer Butter aus Kokosöl gereicht – eine sehr faszinierende Kombination. Nur die ausgefallenen Rohkost-Gerichte wie Rohkost Pizza und Lasagne, konnten wir so früh in der Saison leider noch nicht probieren.
rohe Misosuppe und Sushi
Brot mit Kokosbutter und Salatplatte
Falls ihr mal auf der Suche nach einem netten Unterkunft seid: Beim Bean me up befindet sich auch ein Guest House. Wir hätten uns beinah dort einquartiert, um den ganzen Tag schlemmen zu können ;-). Das Essen hätten wir uns dann bei Yogakursen wieder abtrainieren können, die dort überall angeboten wurden.

Ort:
1639/2 Deulvaddo,
Anjuna-Vagator, Taxifahrer kennen die ca. 200 m entfernte Petrol Pump
Website: http://www.beanmeup.in/

Banyan Tree Restaurant

Sönke hatte in unserem „Moon Spotlight Goa“ Reiseführer (Amazon-Link) gelesen, dass es in der Nähe vom Fort Aguada den besten Thailänder Goas geben soll. Natürlich wollte Sönke diesen unbedingt testen. Das Restaurant befindet sich im „Taj Holiday Village“ einem exklusiven Ferienresort inmitten einer grünen Parkanlage. Zunächst zweifelten wir daran, ob das Restaurant wirklich öffentlich zugänglich ist, denn das Resort ist komplett eingezäunt und der Eingang wird bewacht. Mutig haben wir die Wachen gefragt, ob wir ins Restaurant gehen können. Diese waren sehr freundlich und wiesen uns den Weg zum Thailänder direkt rechts hinter dem Tor. Beim Einlass wurde allerdings unsere Personalausweisnummer notiert. Als wir gerade am Tor standen, wollte auch ein Auto passieren. Worauf die Wachen sich Motorhaube & Kofferraum öffnen ließen und mit einem Spiegel sogar unters Auto schauten. Das fanden wir doch ein wenig unheimlich.

Benannt ist das thailändische Restaurant nach einem riesigen über 300 Jahre alten Banyan Tree, unter dem es liegt. Durch das viele Grün war es auch in der Mittagszeit angenehm kühl dort.
Banyan Tree Restaurant
Allerdings wurden wir beim Blick in die Speisekarte gleich vom ersten Preis geschockt: 16.000 Rupien! Das sind umgerechnet etwas über 200 Euro – für eine Flasche edlen Champagner aber vielleicht auch angemessen. Wir hielten uns lieber an eine Flasche Wasser ;-).
Banyan Tree Restaurant
Zu Essen bestellten wir uns gemischtes gebratenes Gemüse und ein vegetarisches rotes thailändisches Curry. Der Reis musste natürlich extra geordert werden. Als das Essen gebracht wurde, füllte uns der Kellner sogar die Speisen auf den Teller. Und Wasser wurde uns auch immer wieder nachgeschenkt. Unser Mut trotz des exklusiven Eindrucks das Banyan Tree zu besuchen, hat sich voll gelohnt. Wir aßen wohl das bisher beste rote thailändische Curry – das Gemüse war knackfrisch und vielfältig. Nur den geschälten Basmatireis hätten wir lieber gegen Vollkorn Basmatireis ausgetauscht ;-). Umgerechnet haben wir für ca. 30 Euro gespeist. Für deutsche Preise war das in Ordnung, für Goa-Verhältnisse aber extrem teuer.
Rotes Curry und gebratenes Gemüse

Ort:
Dando, Candolim
Bardez
Goa – 403 515
Website: http://www.vivantabytaj.com/Holiday-Village-Goa/Dining/Banyan-Tree-Restaurant.html

Tipp: Eine günstigere Alternative zum Banyan Tree ist das „Republic of Noodles“ gleich neben dem Lemon Tree Hotel in Candolim. In diesem ebenfalls gehobeneren Restaurant werden Speisen aus verschiedenen asiatischen Ländern serviert.

Noch ein Tipp zur Orientierung

Restaurants und andere Orte in Goa zu finden, funktioniert nicht wie in Deutschland über die Straßennamen. Denn Straßen sind selten benannt bzw. es gibt keine Schilder. Deshalb haben wir uns immer an markanten Gebäuden wie Kirchen, Hotels oder Restaurants orientiert. Eine Karte, die einige Städte und die Küstenregion Goas abdeckt, ist fast in jedem Supermarkt und Kiosk für 30 Rupien (weniger als 50 Cent) erhältlich. Dort sind viele Restaurants, Geschäfte und Kirchen verzeichnet. Das erleichtert die Orientierung ungemein. Aber aufgepasst, die Längenverhältnisse auf dieser Karte stimmen nicht. Wie wir feststellen mussten, waren manche Strecken deutlich kürzer oder länger, als wir laut Karte erwartet hatten.

Fazit

Ein ausschließlich vollwertiges Café oder Restaurant haben wir in Goa nicht entdecken können. Wir haben damit auch nicht gerechnet ;-). Aber trotzdem konnten wir durch die Auswahl unserer Speisen viel Frischkost essen und haben viele neue kulinarische Anregungen mitgenommen. Wir haben schon gescherzt auszuwandern, um in Goa ein Vollwert-Café aufzumachen. Was es dann alles vorzubereiten und zu organisieren gäbe, haben wir ein wenig während unseres Aufenthalts mitbekommen. Denn Ende Dezember hat Sönkes Schwester zusammen mit ihrem Mann das Restaurant “Lecker” in Goa eröffnet. Die beiden haben uns sogar angeboten, dort mitzuarbeiten. Zugegeben es hat schon einen gewissen Reiz im warmen Goa zu sein, wenn es hier grau, regnerisch und kalt ist ;-).

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4 Kommentare

  1. Wird das “ Lecker “ ein ausschließlich vollwertiges Restaurant?
    Nun ja, hier bei uns in Deutschland muß man ja auch ganz schön lange suchen,
    um vollwertig und zudem auch noch tiereiweißfrei Essen zu gehen.
    Wie wäre es denn mit der Eröffnung eines tollen Vollwert-Bistros in Osnabrück 😉
    Ist zwar nicht so schön warm wie in Goa, aber die vier Jahreszeiten hier haben
    doch auch ihren Reiz 😉
    Euch noch ein schönes Wochenende

    • Hallo Marita,

      das “Lecker” hat zwar eher deutsche Speisen, ist aber leider kein vollwertiges Restaurant. Würden wir mithelfen, wären natürlich auch viele vollwertige Speisen auf der Karte zu finden ;-).

      Die Idee mit dem Vollwert-Bistro/Café spukt uns tatsächlich schon länger im Kopf herum ;-). Vielleicht sollten wir das mal ernsthafter verfolgen :-).

      Wünschen Dir noch einen schönen Sonntag!

  2. Hallo Melanie und Soenke,

    die Tipps klingen toll und eure Bilder sehen wirklich (auf der gesamten Website) total natürlich schön und authentisch aus – auf so etwas achte ich immer besonders. 😉

    Wir reisen bald nach Goa und werden auf jeden Fall eure empfohlenen Cafès und Restaurants ausprobieren – ich hoffe, dass sie auch in der Nebensaison geöffnet sind.
    Bin schon gespannt und gerade sehr dankbar, dass ich eure Seite gefunden habe, da es in so fernen Ländern immer wertvoll ist, solche Tipps schon vorher zu kennen. 🙂

    Liebe Grüße

    • Hallo Alex,
      wir wünschen euch einen wunderschönen Urlaub und drücken euch die Daumen, dass das ein oder andere Café bzw. Restaurant auch in der Nebensaison geöffnet hat.

      Liebe Grüße

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