Unser vegetarisches Weihnachtsessen mit Nussbraten, vegetarischer Bratensauce und selbst gekochtem Apfel-Rotkohl

In Sönkes Familie ist schon seit Jahrzehnten Tradition, dass es am 1. Weihnachtsfeiertag Ente aus dem Römertopf, Berge an selbst gekochtem Rotkohl und Kartoffeln in verschiedenen Varianten gibt. Wir haben in den letzten Jahren die Tradition erweitert und steuern zusätzlich einen vegetarischen bzw. veganen Nussbraten mit Bratensauce bei. Diese beiden Rezepte sowie unsere Apfel-Rotkohl-Variante und unser diesjähriges komplettes Weihnachtsmenü wollen wir euch heute vorstellen.

Vollwertiges Weihnachtsessen mit Nussbraten, Apfel-Rotkohl & Bratensauce

Vegetarischer bzw. veganer Nussbraten

Unser vegetarisches bzw. veganes Nussbraten-Rezept haben wir schon vor einigen Jahren im Vollwert-Forum gefunden und etwas abgewandelt. Hauptzutaten sind würziger Grünkern, Haselnüsse, Haferflocken und geraspelter Knollensellerie. Gewürzt wird das Ganze mit ordentlich Thymian. Zugegeben waren wir vor der ersten Zubereitung etwas skeptisch, ob so ein Braten wohl schmeckt. Aber der Geschmack hat uns voll überzeugt, so dass wir den Nussbraten seitdem jedes Jahr zu Weihnachten zubereiten.

Vollwertiger vegetarischer Nussbraten

Mittlerweile backen wir den Nussbraten in zwei 20 cm langen Kastenformen. Auf diese Weise wird der Braten nicht so hoch und lässt sich besser schneiden. Angeschnitten werden sollte der Nussbraten erst, wenn dieser etwas abgekühlt ist, sonst zerkrümelt der Braten leicht. Zudem ergänzen wir noch Flohsamenschalen, dadurch hält der Nussbraten besser zusammen.

Die Backformen kleiden wir mit Backpapier aus. Das ist zwar nicht so nachhaltig, aber wir haben mit dem Einfetten der Backformen schlechte Erfahrungen gemacht. Bei unseren Versuchen ließ sich der Nussbraten nicht aus der Form lösen und es gab nur Bratenkrümel…

Der Nussbratens reicht ungefähr für 8 Personen, wenn dieser im Rahmen eines Weihnachtsmenüs mit Beilagen serviert wird. Was beim Weihnachtsmahl überbleibt, braten wir später kurz in der Pfanne an. Aber auch kalt schmeckt der Nussbraten köstlich auf Brot.

Selbst gekochter Apfel-Rotkohl

Unser Apfel-Rotkohl Rezept haben wir ebenfalls im Vollwert Forum entdeckt und leicht abgewandelt. Damit der Rotkohl nur leicht süß schmeckt, nehmen wir weniger Äpfel und weniger Honig. Der Apfel-Rotkohl lässt sich gut vorkochen und braucht am Festtag dann nur noch erwärmt zu werden. Für eine vegane Variante des Rotkohls könnt ihr den Honig einfach weglassen.

Vollwertiger Apfel-Rotkhohl

Vegetarische bzw. vegane Bratensauce

Ganz besonders lieben wir eine Bratensauce, die wir im schönen Buch Vegan & vollwertig genießen* entdeckt haben. Sie schmeckt richtig schön kräftig und erinnert wirklich an Bratensauce. Zu verdanken ist der Geschmack gebräunten Zwiebeln, die in Dinkelmehl gewendet werden und einem Schuss Sojasauce. Da bei unserem Weihnachtsessen immer viel Sauce genommen wird, bereiten wir meist gleich die dreifache Menge davon zu.

Einfache vegetarische Bratensauce

Beilage unseres Weihnachtsessen

Als Beilage zu Braten und Rotkohl essen wir dieses Jahr einfach Pellkartoffeln. Die sind am schnellsten zubereitet. In den vergangenen Jahren, als wir noch keine zwei kleinen Kinder hatten, haben wir auch schon Thüringer Klöße hergestellt. Aber das ist recht aufwändig. Wir können uns auch vorstellen, dass selbst gemacht Knödel oder Spätzle als Beilage passen.

Vorspeise

Als Vorspeise zum Nussbraten gibt es bei uns meist Feldsalat mit gerösteten Kernen & Saaten (z.B. Kürbiskernen, Pinienkernen, Sesam oder Sonnenblumenkerne) und einem einfachen Orangensaft-Öl-Dressing.

Feldsalat mit Orangendressing und gerösteten Kernen

Dessert

Natürlich darf beim Weihnachtsessen auch ein Dessert nicht fehlen. 🙂 In Sönkes Familie ist Tannenbaum-Eis Tradition. Ein vollwertiges Rezept haben wir letztes Jahr hier auf dem Blog vorgestellt.

Wir werden wahrscheinlich diesmal ein weihnachtliches vollwertiges Schwarzwälder-Kirsch-Dessert mit selbst gemachter roter Grütze und Lebkuchen zubereiten. (In Anlehnung an ein Rezept von Sallys Welt.)

Vollwertiges Weihnachts-Dessert mit Lebkuchen

So wird wohl unser diesjähriges Weihnachtsessen aussehen. Wir sind neugierig: Habt ihr ein traditionelles Weihnachtsessen oder gibt es bei euch jedes Jahr etwas anderes?

Vegetarischer Nussbraten

Für 8 Portionen (2 x 20 cm Kastenformen)
2 Zwiebeln (ca. 200 g)
300 g Knollensellerie
1-2 EL Butter (vegane Alternative 1-2 EL Olivenöl)
2 EL Tomatenmark
500 ml Gemüsebrühe
250 g Grünkernschrot
200 g gemahlene Haselnüsse (alternativ Sonnenblumenkerne)
100 g Haferflocken
1 TL Meersalz
Pfeffer
2 TL getrockneter Thymian
1 EL Flohsamenschalen (optional)

  1. Die Sellerieknolle schälen und fein raspeln. Die Zwiebeln schälen und in kleine Würfel schneiden.
  2. Olivenöl oder Butter in einer großen Pfanne erhitzen. Geraspelten Sellerie und Zwiebelwürfel darin anbraten. Das Tomatenmark hinzugeben, verrühren und kurz mit anbraten. Die Gemüsebrühe dazu gießen und alles aufkochen lassen. Die Herdplatte auf niedrige Hitze stellen. Das Grünkernschrot zusammen mit den gemahlenen Haselnüssen hinzufügen und alles gut umrühren. Anschließend die Haferflocken unterrühren und alles mit Meersalz, ordentlich Pfeffer und Thymian würzen.
  3. Den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. 2 Kastenformen mit Backpapier auslegen.
    Den Pfanne vom Herd nehmen und alles nochmal kräftig umrühren. Etwas abkühlen lassen, dann die Flohsamen unterheben.
    Die Masse in die beiden Kastenformen verteilen. Mit dem Löffelrücken glatt streichen. Die Kastenformen auf mittlerer Schiene in den heißen Ofen geben und die Braten ca. 50-60 Minuten goldbraun backen.
  4. Den Nussbraten in den Formen etwas abkühlen lassen. Dann auf einen Servierteller stürzen und das Backpapier abziehen. Zum Servieren in nicht zu dünne Scheiben schneiden.

Apfel-Rotkohl

Für 8 Portionen
1 kg Rotkohl
250 g säuerliche Äpfel
1 Zwiebel
2 EL Olivenöl
2 TL Meersalz
2 Nelken
½ TL gemahlener Piment
1 TL Senfkörner
250 ml Apfelsaft (alternativ Wasser)
1 EL Honig (für vegane Variante weglassen)

  1. Den Rotkohl waschen, vierteln und fein hobeln oder schneiden. Die Äpfel waschen, vierteln, vom Kerngehäuse befreien und die Apfelviertel in kleine Stücke schneiden. Die Zwiebel schälen und fein würfeln.
  2. Das Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebel darin andünsten. Rotkohl und die Apfelstücke sowie das Meersalz und die Gewürze (Nelken, Piment, Senfkörner) hinzugeben. Den Apfelsaft auf den Rotkohl gießen, gut durchrühren und alles zum Kochen bringen. Den Rotkohl bei kleiner–mittlerer Hitze für 35–40 Minuten weich kochen. Den Topf vom Herd nehmen und den Honig unterrühren. Servieren.

Vegetarische bzw. vegane Bratensauce

1 Zwiebel
2 EL Butter (vegane Alternativ: 2 EL Sonnenblumenöl)
2 EL Dinkelvollkornmehl (am besten frisch gemahlen)
½ l Gemüsebrühe
2-3 EL Sojasauce (Tamari)
Salz
Pfeffer
1 EL Naturreismehl (am besten frisch gemahlen)

  1. Die Zwiebel schälen und würfeln. In einem kleinen Topf die Butter erhitzen und die Zwiebeln für ein paar Minuten anbraten, bis diese anfangen braun zu werden. Das Dinkelvollkornmehl dazugeben und weiterbraten bis alles nussbraun geworden ist. Vorsichtig die Gemüsebrühe dazugeben, alles aufkochen lassen und für zehn Minuten köcheln lassen. Anschließend die Sauce durch ein Sieb in einen Topf passieren.
  2. Wenn die übrigen Gerichte fertig sind, die Sauce mit Sojasauce, Salz und Pfeffer abschmecken. Das Reismehl in etwas kaltem Wasser glattrühren und zur Sauce geben. Unter Rühren die Sauce kurz aufkochen, damit der Reis die Sauce bindet.

21 Kommentare

  1. Hallo Melanie & Sönke,

    wow, vielen lieben Dank für den ausführlichen Artikel und die superlecker klingenden Rezepte! Mit der Zubereitung eines Nussbratens liebäugel ich auch schon länger, allerdings vertrage ich kein Gluten. Die Flocken könnten durch Buchweizenflocken ersetzt werden, aber der Grünkern…? Habt ihr vielleicht eine Idee? Ggf auch Buchweizenschrot?
    Eine schöne restliche Vorweihnachtszeit und genüssliche Feiertage!
    Liebe Grüße
    Anna

    • Melanie und Sönke

      Hallo Anna,
      sorry, dass wir noch gar nicht auf deine Frage geantwortet hatten. Den Nussbraten glutenfrei und gleichzeitig lecker hinzubekommen, ist ein bisschen schwieriger. Vielleicht gelingt es, wenn Rauchsalz oder geräuchertes Paprikapulver zum Würzen verwendet wird. Das könnte den rauchigen Geschmack vom Grünkern ersetzen. Man darf es damit nur nicht übertreiben – was schnell passieren kann.

      Den Grünkern nur gegen Buchweizen zu ersetzen, wird vom Geschmack und der Konsistenz wahrscheinlich nicht so toll sein. Unserer Erfahrung nach wird das Ergebnis besser, wenn mehrere glutenfreie Getreidesorten (z.B. Buchweizen, Hirse und Reis) gemischt werden.

      Liebe Grüße

  2. Das klingt suuuuper! Bei uns gibt es IMMER Kartoffelsalat. Die BEILAGE 🙂 dazu, ändert sich aber ständig. Dieses Jahr versuche ich Ilse Gutjahrs Falschen Hasen. Den Apfelrotkohl gibt es am ersten Weihnachtstag. Statt Apfelsaft mixe ich einen Apfel mit entsprechendem Wasser. 🙂

  3. Wie witzig. Ich habe fast genau das gleiche für den 1. Feiertag geplant: „Falscher falscher Hase“ mit Blaukraut und Kartoffelknödel. Das Eis gibts am 26.
    Schöne Zeit euch.

  4. Julia Schäfer

    Wie wandelt ihr das Schwarzwälder -Creme Dessert vollwertig um???
    Das würde dann auf meinem Speiseplan stehen.

      • Melanie und Sönke

        Die Stärke im Lebkuchen-Teig haben wir durch Buchweizenmehl ersetzt. Bei der roten Grütze haben wir anstelle der Stärke Flohsamenschalen für die Bindung genommen. Das hat super funktioniert.
        Wenn wir es zeitlich schaffen, wollen wir morgen unser umgewandeltes Rezept hier auf dem Blog vorstellen, da es einige Nachfragen zum Rezept gab.

        Liebe Grüße

  5. Danke für die tollen Rezepte. Gibts auch eine Alternative zum Sellerie? Könnte ich da vielleicht Karotten nehmen? Lg

    • Melanie und Sönke

      Das haben wir noch nicht ausprobiert. Der Braten wird durch Möhren sicherlich etwas süßlicher. Können uns vorstellen, dass das auch schmeckt.

      Liebe Grüße

  6. Witzig dass es Familien gibt bei denen an Weihnachten jedes Jahr immer wieder das Gleiche gekocht wird. Bei mir in der Familie müssen wir uns immer wieder mit dem Thema auseinandersetzen und jedes Jahr werden ein paar Wochen vor Weihnachten fleißig Kochbücher gewälzt und Vorschläge gemacht.
    Mir persönlich gefällt es besser so! 😉

    Nussbraten hatten wir auch schon, mag ich auch sehr gerne. 🙂

    Schönes Fest euch!

    Claudia

  7. Hallo,
    ich habe heute eure braune Sauce nachgekocht – unglaublich lecker! Meine Familie war begeistert, und ich auch 😉 da ich allerdings keine Brühe mehr parat hatte, habe ich einfach zusammen mit den Zwiebeln je ein Stück Karotte, Lauch und Sellerie angebraten. Zum Schluss einfach alles ganz fein püriert und dadurch konnte ich mir das Reismehl sparen, das ich an Saucen nicht so gerne mag.
    Vielen herzlichen Dank für das Rezept! Es ist sofort in unsere Familien top ten eingestiegen 🙂
    Liebe Grüße, Meike

    • Melanie und Sönke

      Hallo Meike,
      wow, über dein Feedback haben wir uns riesig gefreut! Deine Saucen-Variante steht schon auf unseren Nachkoch-Liste.

      Liebe Grüße und ein schönes Jahr 2018

  8. Hallo Melanie und Sönke,

    der Nussbraten hört sich total lecker an und ich würde das Rezept gerne versuchen, aber ich mag Sellerie nicht so gerne. Habt ihr eine Idee, was ich als Alternative verwenden könnte?
    Vielen Dank und liebe Grüße
    Anne

  9. Hallo,
    ich habe euer Kochbuch bestellt; wann kann ich denn mit der Lieferung rechnen?
    Liebe Grüße, Uli

    • Melanie und Sönke

      Hallo Uli,
      das Buch sollte heute oder spätestens morgen bei dir eintreffen. Leider dauert Büchersendung länger als wir erwartet haben und es ist anscheinend je nach Region unterschiedlich, wann die Bücher ankommen. (Mittlerweile haben wir den Versand auf Maxibrief umgestellt.)

      Liebe Grüße

  10. Hallo, meint ihr man kann die Flohsamenschalen beim Nussbraten gegen Johannisbrotkernmehl tauschen? Das hat do fast die gleiche Funktion oder nicht?

    • Melanie und Sönke

      Das haben wir noch nicht ausprobiert, könnte aber funktionieren. Du kannst auch beides weglassen.

      Liebe Grüße

  11. Habe gestern euren Nussbraten ausprobiert. Der Wahnsinn!
    Sehr wandelbar. Wir haben die Reste mit Cashewmus überbacken und zum Salat gegessen. Superlecker! Gibts auf alle Fälle wieder. DAnke für dieses Tolle Rezept

    • Melanie und Sönke

      Darüber freuen wir uns! 🙂 Vielen Dank für die Anregung mit dem Cashewmus, das werden wir mal ausprobieren.

      Liebe Grüße

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