Saft ist nicht gleich Saft – warum wir Säfte meiden

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Oft stößt die Empfehlung der vitalstoffreichen Vollwertkost Säfte zu meiden auf Unverständnis. Als wir das erste Mal diese Empfehlung lasen, dachten wir auch, dass das etwas übertrieben sei. Gilt Saft nicht als gesund und als Quelle für Vitamine und Mineralstoffe? Was kann daran schädlich sein? Deutschland wurde 2012 mit einem Jahresverbrauch von ca. 33 Litern pro Person von der Fruchtsaft-Industrie sogar als “Fruchtsaft-Weltmeister” bezeichnet ;-).

Orangensaft

Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Orange_juice.jpg

Um etwas Klarheit zu schaffen, schauen wir uns in diesem Artikel an, warum Saft in der vitalstoffreichen Vollwertkost kritisch betrachtet wird und was von den verschiedenen Saftformen zu halten ist. Denn wie bei vielen Dingen ist “Saft nicht gleich Saft”. Und längst nicht alle Säfte sind vegetarisch…

Saft, Nektar und Saftgetränk

Gekaufte Säfte tragen unterschiedliche Bezeichnungen. Was ist unter Saft, Nektar und Saftgetränk zu verstehen? In Deutschland schreibt die so genannten Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung eine eindeutige Kategorisierung vor, um zwischen Produkten mit unterschiedlichen Saftanteilen zu unterscheiden.

Fruchtsaft

Als (Frucht)saft darf laut dieser Verordnung nur bezeichnet werden, was ausschließlich Fruchtsaft und Fruchtfleisch der deklarierten Früchte enthält. Mit entsprechender Kennzeichnung dürfen allerdings auch zusätzliche Vitamine hinzugefügt werden.

Fruchtnektar

Fruchtnektar dagegen enthält nur einen Fruchtsaftgehalt zwischen 25% und 50%. Oft bezeichnet als “Fruchtgehalt”, treffender wäre aber der Begriff “Fruchtsaftgehalt”! Die übrigen 50% bis 75% sind Wasser und fabrikatorisch, hergestellte isolierte Zucker (Fabrikzucker). Aus Vollwertsicht ist Fruchtnektar also generell nicht zu empfehlen.

Fruchtsaftgetränke

Noch schlimmer ist es bei den Fruchtsaftgetränken. Je nach Obstart schwankt hier der Fruchtsaftgehalt zwischen 6% und 30%. Der Rest besteht aus Zuckerwasser und Zusatzstoffen wie Aromen, Aromaextrakten und Konservierungsstoffen. Auch das kürzlich von foodwatch mit dem Negativpreis “Goldener Windbeutel” für Werbelügen ausgezeichnete Kinder-Getränk “Capri-Sonne” fällt in diese Kategorie. In Kinderhände bzw. -mägen gehört sowas besser nicht – in die von Erwachsenen natürlich auch nicht ;-).

Nicht nur die Werbung ist irreführend, auch bei der Herstellung von Fruchtsaftgetränken wird viel getrickst. Kein Wunder, dass das Testergebnis durch Stiftung Warentest von Apfelfruchtsaftgetränken katastrophal ausfiel. 13 von 19 getesteten Fruchtsaftgetränken bekamen ein “mangelhaft”. Generell wurde von Fruchtsaftgetränken abgeraten.

Zugesetzter Fabrikzucker und diverse Zusatzstoffe sind sicher nicht gut für unsere Gesundheit. Fruchtnektar und vor allem Fruchtsaftgetränke sollten also unbedingt gemieden werden.

Wie sind die echten Fruchtsäfte im Handel zu bewerten, die ausschließlich aus Fruchtsaft und Fruchtfleisch bestehen? Hier muss zunächst zwischen Saft aus Konzentrat und Direktsaft unterschieden werden.

Fruchtsaft aus Konzentrat

Um Saft aus Konzentrat zu erzeugen, wird zunächst dem gewonnenen Saft das Wasser unter Vakuum entzogen. Das entstandene dickflüssige Konzentrat lässt sich günstiger transportieren als der ursprüngliche Saft. Für das Abfüllen wird dann wieder der entzogene Wasseranteil zugegeben. Vor dem Abfüllen wird dieser Saft aus Konzentrat kurzzeitig erhitzt, um Mikroorganismen abzutöten.

Durch den Verarbeitungs- und Filterprozess gehen wie bei Fabrikzucker, Auszugsmehl und Fabrikfetten viele Vitalstoffe verloren. Aus diesem Grund werden bei der Konzentrierung z.B. Aromastoffe speziell herausgefiltert und später wieder zugesetzt. Der Prozess bei der Konzentratherstellung lässt aus Vollwertsicht ein wenig natürliches Industrieprodukt entstehen. Was ist mit Direktsäften?

Prozess der Apfelsaft Herstellung (Direktsaft und Konzentrat)

Quelle: Verband der deutschen Fruchtsaftindustrie e.V. http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AA-Saft_Herstellung.jpg

Direktsäfte

Direktsäfte sind Säfte, die nach dem Pressen nicht konzentriert werden. Das ist erst einmal positiv zu bewerten. Allerdings müssen auch Direktsäfte erhitzt werden, damit sie nicht zu gären anfangen. Durch das kurzzeitige Pasteurisieren auf ca. 85°C gehen natürlich wie beim Herstellen von Konzentraten Vitalstoffe wie Enzyme, sowie einige Aromastoffe und Vitamine verloren.

Generelle Saft-Probleme

In der vitalstoffreichen Vollwertkost werden Säfte, auch frisch gepresste Säfte, als “Teilnahrungsmittel” betrachtet. Gegenüber der ganzen Frucht enthalten sie ein unnatürliches Verhältnis von Vitalstoffen. Wasserlösliche Vitamine & Co. sind im Saft konzentriert, während insbesondere die wasserunlöslichen Vitalstoffe im Trester zurückbleiben.

Saft ist unnatürlich konzentriert

Besonders problematisch ist, dass durch das Trinken von Säften viele Stoffe auf einmal vom Körper aufgenommen und verarbeitet werden müssen. Der Begründer der vitalstoffreichen Vollwertkost Dr. Buker, war der Meinung, dass unser Körper für so eine einseitige Überflutung von Vital- und Nährstoffen nicht ausgelegt ist. Zum Beispiel wäre es schwierig ein Kilo Möhren oder Äpfel auf einmal zu essen. Als Saft ist das aber in Sekunden problemlos möglich. Zudem sättigt Saft nicht so, wie im Ganzen gegessenes Obst. Man ist also in der Lage große Saftmengen zu trinken.

Unverträglichkeiten

In seiner jahrzehntelangen ärztlichen Tätigkeit stellte Dr. Bruker zusätzlich immer wieder fest, dass insbesondere bei Menschen mit einem schwachen bzw. angeschlagenen Verdauungssystem (also Leber-, Magen-, Darm-, Bauchspeicheldrüsen- und Gallenempfindliche), Säfte zur Unverträglichkeit von rohem Obst & Gemüse sowie Vollkornprodukten führen können. Mit Unverträglichkeit sind z. B. Bauschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Darmgrummeln gemeint. Die tatsächlichen Ursachen für die Beschwerden werden meist leider nicht identifiziert. Oft werden dann Vollkornprodukte beschuldigt generell unverträglich zu sein.

Fehlende Faserstoffe

Dr. Bruker beobachtete auch bei frisch gepressten Fruchtsäften Verdauungsprobleme wie beim Genuss von Fabrikzucker. Fruchtsäfte enthalten Fruchtzucker, genauso wie rohes Obst. Im natürlichen Verbund im Obst genossen, macht der Fruchtzucker aber kein Problem. Wieso sollte er dann im Saft ein Problem sein?

Ein entscheidender Grund könnte das Fehlen von Faserstoffen im Saft sein. Faserstoffe in Früchten sorgen laut Dr. Lustig (nachzulesen in seinem Buch Fat Chance: The Bitter Truth About Sugar (Amazon-Link) auf S. 133) für eine verzögerte Aufnahme des Fruchtzuckers bzw. der Fruktose. Das heißt, der Fruchtzucker wird nach und nach im Darm aufgenommen.

Durch die fehlenden Faserstoffe in Säften geht der Fruchtzucker dagegen viel zu schnell ins Blut. Das heißt, der Blutzucker steigt nach dem Trinken von Saft sehr rasch an. Der natürliche Fruchtzucker in Saft verhält sich also ähnlich wie isolierter Fabrikzucker! Das bedeutet eine enorme Belastung für unseren Körper. Verständlich, dass es beim Trinken von Fruchtsäften zu ähnlichen Problemen, wie beim Genuss von Fabrikzuckern kommen kann.

Zugesetzte Vitamine

Einige Hersteller fügen insbesondere ihren Multivitaminsäften extra Vitamine hinzu. Ob Vitamine zugesetzt wurden, ist auf der Verpackung vermerkt. Wieso sollte das ein Problem sein – gelten Vitamine nicht als gesund? Isolierte zugesetzte Vitamine scheinen nur auf den ersten Blick gesund zu sein. Doch die Realität sieht anders aus. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen immer wieder, dass isolierte Vitamine, eher eine Gefahr für unsere Gesundheit darstellen, statt ihr zu nützen.

Was macht das Schwein im Saft & weitere nicht-deklarierte Hilfsstoffe

Zusätzlich bergen gekaufte Säfte noch andere unliebsame Überraschungen. Apfelsaft ist zum Beispiel von Natur aus trüb, oft wird aber klarer Apfelsaft verkauft. Um Säfte zu klären wird u.a. Gelatine eingesetzt. Spuren davon können theoretisch im Saft verbleiben. Laut foodwatch wird Gelatine von manchen Herstellern auch als Trägerstoff für zugesetzte Vitamine verwendet. In solchen Fällen ist Gelatine sicher noch im Saft enthalten:

Gelatine wird vor allem aus der Haut & den Knochen von Schweinen und Rindern hergestellt. Als technischer Hilfsstoff braucht Gelatine nicht einmal deklariert werden. Das gilt auch für Direktsaft. Also Knochenmehl im Saft? Ein Alptraum nicht nur für Vegetarier und Veganer. Denn auch Menschen jüdischem, moslemischem und hinduistischem Glaubens meiden Schwein bzw. Rind. Die Tierrechtsorganisation PETA führt eine Liste mit bzgl. Gelatine vermutlich unbedenklichen Säften.

Aber Gelatine ist nicht das einzige Problem. Denn laut Anlage 4 der Fruchtsaftverordnung brauchen auch weitere technische Hilfsstoffe wie Enzyme, Tannine, Kohle oder Zellulose nicht angegeben werden.

Außerdem finden Untersuchungen von Stiftung Warentest und Öko-Test immer mal wieder Schimmelpilzgifte und mehr zugesetzte künstliche Vitamine als auf der Verpackung angegeben in Säften. Über andere Unstimmigkeiten wie mangelnden Geschmack und illegal zugesetztes Wasser im Direktsaft braucht man sich da ebenfalls nicht zu wundern.

Korrekturzuckerung

In diversen Internet-Foren taucht immer wieder die Behauptung auf, Säften dürfe Fabrikzucker zugesetzt werden, ohne dass dieser deklariert werden braucht. Was ist dran an dieser Behauptung?

Richtig ist, dass bisher Fabrikzucker von bis zu 15 g pro Liter in Säfte (außer bei Birnen- und Traubensaft) gemischt werden durfte, um wetterbedingten sauren Geschmack auszugleichen. Eine solche Korrekturzuckerung brauchte tatsächlich nicht deklariert werden. Die gesetzliche Grundlage dafür stellen eine EU-Richtlinie und ihre Umsetzung in Anlage 2 zur deutschen Fruchtsaftverordnung. Allerdings darf nur Saft ohne Korrekturzuckerung den Aufdruck “ohne Zuckerzusatz” führen. So war die Lage bisher. Laut Fruchtsaft-Industrie fand eine Korrekturzuckerung von deutschem Saft allerdings sowieso nicht statt.

2011 wurde eine neue EU-Richtlinie beschlossen, die eine Korrekturzuckerung in der EU verbietet. Bis zum 28. Oktober 2013 muss die neue EU-Fruchtsaft-Richtlinie in die deutsche Fruchtsaftverordnung eingearbeitet sein. Das Korrekturzucker-Verbot gilt jedoch nur für Saft aus Konzentrat und Direktsäfte. Fruchtnektar und Fruchtsaftgetränke dürfen auch weiterhin mit Fabrikzucker und Süßstoff gesüßt werden, aber nur, wenn sie in den Zutaten aufgeführt werden.

Gesündere Alternativen?

Säfte können genauso wie Fabrikzucker die Verträglichkeit von Frischkost und Vollkornprodukten stören. Ist das immer so oder sind Wasser mit Geschmack, Saftschorlen sowie Bio- oder frisch gepresste Säfte positiver zu bewerten?

Wasser mit Geschmack

Wasser mit Geschmack sind in den letzten Jahren als “natürliche” Alternative zu Erfrischungsgetränken in Mode gekommen. Bilder von Obst auf den Verpackungen suggerieren die Verwendung natürlicher Früchte. Wie Stiftung Warentest im Mai 2013 feststellte, haben Wasser mit Geschmack aber nicht mal die Früchte, nach denen sie schmecken (sollen) von Weitem gesehen. Denn der Geschmack stammt ausschließlich von künstlichen Aromastoffen. Zusätzlich enthielten fast alle getesteten aromatisierten Wasser Fabrikzucker. Im Nachhinein stellten die Tester sogar krebserregendes Benzol in drei Produkten fest. In einem Fall sogar deutlich über dem Grenzwert. Vor Wasser mit Geschmack ist also nicht nur aus Vollwertsicht zu warnen.

Schorlen

Als Schorle wird ein Getränk verstanden, dass etwa zur Hälfte aus Fruchtsaft und zur Hälfte aus Wasser besteht. Besser als Wasser mit Geschmack ist Schorle sicher, denn für Schorle wird tatsächlich auf Saft zurückgegriffen. Aber Direktsaft wird nur in wenigen Fällen (vor allem bei Bio-Schorle) verwendet. Konventionelle Schorle basiert dagegen oft auf Saftkonzentrat. Zudem stellte Öko-Test im April 2013 Mängel wie als Zitronsaftkonzentrat getarntes Säuerungsmittel E 330 und “hochreaktive Entkeimungsmittel” in Apfelschorle fest. Aromen in den untersuchten Apfelschorle-Produkten stammten nicht in jedem Fall aus Äpfeln. Als der bessere “Saft” kann gekaufte Schorle also nicht angesehen werden.

Ist bei Bio-Saft alles besser?

In Analysen von Stiftung Warentest und Öko-Test schneiden Bio-Säfte meist recht gut ab. Hier wird also generell auf eine höhere Qualität geachtet. Zugesetzte Vitamine und Aromen findet man bei Bio-Säften nicht.

Was ist mit Gelatine? Spuren von Gelatine könnten sich theoretisch auch in manchen Bio-Säften befinden. Nach den Listen von PETA oder Vegan.at sind aber alle dort aufgeführten Bio-Säfte angeblich gelantinefrei bzw. vegan.

Allerdings wird auch in der Bio-Welt getrickst. Stiftung Warentest stellte beispielsweise scheinbar illegal hinzugefügten Fabrikzucker in einem Bio-Saft fest. Und das grundsätzliche Problem von Saft als Teilnahrungsmittel und ein Vitalstoffverlust durchs Pasteurisieren gilt auch für Bio-Säfte.

Frisch gepresste Säfte

Gekaufte (Bio-)Säfte scheinen also nicht so gut zu sein, wie uns die Werbung weiß machen möchte. Dagegen ist frisch gepresster Saft, der nicht erhitzt und sofort getrunken wird, die bessere Alternative. Aber wie bei gekauften Säften bleibt das Problem, das es sich um ein Teilnahrungsmittel handelt und dieser zu Unverträglichkeiten führen kann.

Aber wenn man ihn verträgt, ist gegen ein Gläschen frisch gepressten Saft ab und zu nichts einzuwenden. Dr. Bruker war eher besorgt über die Mengen an Saft, die getrunken werden, als über die Tatsache das überhaupt Saft getrunken wird. Auch gegen ein zeitweilig therapeutisch eingesetztes, vermehrtes Saft trinken von frisch gepressten Säfte wie z.B. beim Saftfasten ist sicher nichts zu sagen. Ein vollwertiger Ersatz für frisches Obst und Gemüse sind Säfte allerdings nicht.

Unser Umgang mit Saft

Getränk unserer Wahl ist schlicht und einfach Wasser. Zu Familienfeiern trinken wir auch mal ein Glas leckeren selbst gepressten Saft. Auch den Saft einer Orange ab und zu für ein Salatdressing zu verwenden, halten wir nicht für problematisch.

Wenn es gekaufter Saft sein muss, würden wir nur zu naturtrüben Bio-Säften greifen. Besser noch wäre es den Saft selbst zu pressen und langsam zu trinken. Je weniger Nahrungsmittel wir mit einem unnatürlichen Vitalstoffverhältnis essen oder trinken, desto weniger belasten wir uns. Insofern sind selbst gemixte Saftschorlen positiver zu bewerten als reine Säfte. Zumindest so lange die Saftschorlen nicht extra noch mit Fabrikzucker gesüßt werden ;-).

Wenn ihr euren Saftverbrauch reduzieren möchtet und euch noch nicht mit reinem Wasser anfreunden könnt, ist unserer Meinung nach das Trinken von Saftschorlen eine gute Übergangslösung. Für einen schönen, frischen Geschmack im Wasser sorgen auch frische Minze- und Melisseblätter oder ein paar Tropfen frisch gepresster Zitronensaft.

War unser Artikel verständlich? Habt ihr Fragen oder weitere Informationen zum Thema Saft? Was ist das Getränk eurer Wahl? Wir freuen uns über eure Kommentare :-).

28 Kommentare

  1. Hallo,

    ich mag eure Artikel echt gern. Immer alles super recheriert und gut zusammengefaßt. Macht Spaß, auch bekanntes nochmal so kompakt zu lesen. Ich muss zugeben, dass ich auch ab und an Saftschorle trinke. Ich bin mir der ganzen Problematik schon bewußt, aber meine Eltern haben immer so eine reichliche Apfelernte, dass man die Äpfel leider nicht alle so verbrauchen kann. Deshalb wir ein großer Teil zu Apfelsaft. Also ist ein ungefilterter Direktsaft aus unbehandelten Äpfeln. Ich bin da auch sicher, dass kein Zucker zugesetzt wird. Falläpfel lassen sich so auch gut verarbeiten. Wir trinken unsere Schorle allerdings auch meist so im Verhältnis 1/4 bis 1/3 Saft und der Rest Wasser. Von daher finde ich das für mich vertretbar, zumal ich dadurch keine Unverträglichkeiten festfellen kann. Naben den Schorlen trinken wir auch noch Tee und reines Wasser.

    • Vielen Dank für dein Lob :-). Wenn es sich um so hochwertigen Saft handelt, ist der Genuss als stark verdünnte Schorle sicherlich zu vertreten. Viel gruseliger sind da die Vitaminsäfte und “Kindersäfte” mit einer langen Liste an zugesetzten Vitaminen. Von denen schon manche Kinder einige Gläser am Tag trinken…

  2. Ich bin ja auch eher der Teetrinker. Aber wie auch bei Teirra produziet der elterliche Garten jährlich große Mengen an Obst und so sind einfach Apfel-, Johannisbeer-, Trauben und auch Sauerkirschsaft vorhanden.
    Den Saft verdünnen wir immer selbst mit Wasser, fertige Schorlen würden wir nie kaufen.
    Wiesst ihr wie groß die Lagerverluste bei – dunkel gelagertem – Saft sind?

    • Auch bei Sönkes Eltern fällt viel Obst für Saft an. Sie pressen ihn selber und erstellen so manch spannende Kreation wie z. B. Apfel-Heidelbeeren-Saft. Aber wir trinken diesen nur zu Feierlichkeiten (meist mit Wasser verdünnt) ;-).

      Mit dem Lagerverlust kennen wir uns nicht aus. Brian Clement empfiehlt Weizengrassaft innerhalb von 15 Minuten nach dem Pressen zu trinken. Ansonsten würde zu viel oxidieren. Wie fundiert diese Aussage ist, wissen wir nicht.

      Während der Lagerung sollte die Oxidation durch Sauerstoff vermutlich kein großes Problem sein, da der Saft ja luftdicht gelagert wird. Hersteller geben trotzdem z.T. Antioxidationsmittel in ihren Saft. Laut Stiftung Warentest bleiben Aroma und Aussehen durch Ascorbinsäure besser erhalten.

  3. Danke für den guten Artikel.
    Mir ist schon ab und zu zu dem Thema etwas zu Ohren gekommen, aber nie so ausführlich.
    Ich trinke gerne Saftschorle und kann da auch nicht drauf verzichten.
    Ich werde aber in Zukunft mehr darauf achten und ggf. auch mal eher zu einem Glas Wasser greifen.
    Ich mag euren Blog sehr gerne und lese schon länger! 🙂
    Liebe Grüße
    Clara

    • Vielen Dank für dein Kompliment :-). Wir haben bei unserer Ernährungsumstellung mit der Zeit immer weniger Saft getrunken und mehr zu Wasser umgeschwenkt. Was man trinkt, ist vermutlich einfach eine Sache der Gewohnheit. Aber die sind nicht so einfach zu ändern…

      Liebe Grüße

  4. Hallo ihr beiden,
    ein toll gelungener Bericht von euch 😉

    Mein Durstgefühl ist sehr gering, oft trinke am Tag gerade einen halben Liter
    Flüssigkeit, etwas mehr könnte es vielleicht wohl sein, aber Dr. Bruker sagte
    ja immer, der Durst bestimmt die Trinkmenge, also mache ich mir damit keine Streß.
    Am liebsten trinke ich stilles, zimmerwarmes Wasser, ab und zu einen Kräutertee
    aber auch hin und wieder einen frisch gepreßten Orangensaft ( in kleinen Schlucken ).
    LG Marita

    • Vielen Dank!
      Besonders viel trinken wir auch nicht. Außer wir haben einen Nachmittag im Garten geackert haben oder Sport machen. Wenn wir viel geschwitzt haben, dann haben wir entsprechend Durst. Bei den derzeitigen Temperaturen besteht dafür aber keine Gefahr…

  5. Sehr schöner Artikel! Den werde ich direkt mal weiterempfehlen!
    Ich habe früher auch viel Saft und Schorlen getrunken und erst viel zu spät gemerkt, dass dieser nicht nur nicht-gesund ist, sondern auch noch unglaublich viele Kalorien beinhaltet. Saft ist definitiv nicht als Getränk für figurbewusste Menschen zu empfehlen! Es ist vielmehr eine Mahlzeit, wenn er in größeren Mengen getrunken wird.

    Ich persönlich trinke nur noch frisch gepressten Saft. Dafür kaufe ich auf dem Markt Bio-Äpfel, Karotten und Co. ein und entsafte selber. Da weiß ich, was ich trinke.

    Viel lieber mag ich dagegen grüne Smoothies. Zum einen weil ich sie besser vertrage als Säfte und zum anderen weil sie als Mahlzeit wirklich schön satt machen.

    Liebe Grüße Kristin

  6. hallo,

    wie verhält es sich denn mit den hochgelobten grünen smoothies?
    da wäre zwar das gleiche problem mit der aufnahme großer mengen, aber wäre dies nicht
    gut weil ja die ganze frucht und das ganze grün verarbeitet wird?
    ist ein grüner smoothie sogar frischkost?

    • Hallo Christian,

      wie du vermutest, stehen grüne Smoothies gegenüber Saft sehr viel besser da. Grüne Smoothies enthalten im Gegensatz zu Saft das ganze Obst und Gemüse. Dadurch ist das Vitalstoffspektrum ausgeglichen. Das heißt, der Körper wird nicht wie bei Saft mit einzelnen Stoffen überschwemmt, für deren Verdauung oder Verstoffwechslung er die fehlenden Stoffe bräuchte.

      Allerdings sollte auch ein grüner Smoothie nicht einfach heruntergekippt werden, sondern in kleinen Schlücken genossen und gut eingespeichelt werden. Sonst kann es wohl auch zu Beschwerden kommen, vor allem bei Magen-Darm-Empfindlichen.

      Da alle Zutaten roh und nur mechanisch verändert wurden, stufen wir grüne Smoothies als Frischkost ein.

  7. hallo ihr beiden, erstmal ein recht herzliches dankeschön für eure super informative webseite. es macht echt spaß, hier zu lesen und ich kann hier noch eine menge lernen!

    ich presse mir immer einen kleinen vorrat zitronensaft für den frischkornbrei. die presse fülle ich danach immer mit frischem wasser zur reinigung und habe somit regelmäßig zitronenwasser zum trinken und außerdem keine verluste des fruchtfleisches der zitronen.

  8. Hallo Ihr Lieben,
    Eure Seite ist wirklich sehr inspirierend. Ich habe prompt eine alte Kaffeemaschine vom Schrank geholt und Getreide für mein morgendliches Frühstück gemahlen.
    Nun habe ich alles zum Thema Saft gelesen. Dabei ist mir folgende Frage in den Sinn gekommen:
    Wenn ich Äpfel zu Saft verarbeite und diesen anschließend nicht erhitze, vergärt er doch und wird – ich kenne mich damit zwar nicht aus, aber so nehme ich es an – zu einer Art Apfelwein. Wäre der dann eher zu empfehlen? Mal abgesehen von der Teilnahrungsproblematik…
    Bisher verarbeite ich das zuviel an Äpfeln in unserem Garten nämlich entweder zu Saft oder zu Kompott – und beides wird erhitzt.
    Übrigens: Mein Sohn hasst Vollkornbrot – isst aber seit zwei Tagen Brötchen nach Euren Rezepten mir großer Freude 🙂
    LG Andrea

    • Hallo Andrea,

      vielen Dank! Freuen uns, dass wir dich inspirieren konnten und dein Sohn bereit ist unsere Brötchen zu essen :-).

      Meist gelingt es sogar ohne das Zusetzen von extra Gärhefe einen Apfelwein aus Apfelsaft herzustellen. Hitzeempfindliche Vitalstoffe bleiben auf diese Weise erhalten. Zu viel Apfelwein sollte man dennoch nicht trinken, denn Alkohol belastet den Körper.

      Liebe Grüße

  9. Danke für Eure Rückmeldung!
    Der nächste Schritt wäre dann eigentlich, den Wein zu Essig weiterzuverarbeiten – nährstofferhaltend, dann aber ohne Alkohol. Wäre vielleicht mal eine interessante Überlegung für den nächsten Herbst…
    D.h., wenn ich soviel Zeit aufbringen kann 😉
    LG
    Andrea
    P.S.
    Übriggebliebene Brötchen nach Eurem Rezept habe ich in der Pfanne noch einmal getrocknet und dann nach einem italienischen Brotsalatrezept für einen Salat verwendet. Sehr lecker und sehr sättigend!

    • Essig selbst machen, wäre bei uns auch noch ein Experiment, dass wir mal starten könnten :-). Wenn wir dieses Jahr wieder ein “Problem” mit zu vielen Äpfeln haben, kommen wir bestimmt auf diese Verwertungsmöglichkeit zurück.

      Liebe Grüße

  10. Hallo ihr zwei,

    was haltet ihr von grünen Säften? Mir fällt es nämlich oft schwer, die benötigten Mengen an Grünzeug zu mir zu nehmen, und da ist ein grüner Saft für zwischendurch doch eine gute Alternative, oder? Trinke auch schon grüne Smoothies, habe aber gelesen, dass man grüne Säfte als Zwischenmahlzeit zusätzlich einbauen kann, um noch mehr Nähr- und Vitalstoffe zu sich zu nehmen.

    Könnt ihr einen guten Entsafter empfehlen und habt ihr Ideen, wie man den Trester verwenden kann?

    Ganz liebe Grüße, Lena

    • Hallo Lena,

      wir bevorzugen eher grüne Smoothies als grüne Säfte. Zum einen erscheint es uns eine Verschwendung zu sein, das Grünzeug auszupressen. (Wobei man den Trester auch gut als Basis für Rohkostcracker verwenden kann. Meist werden noch Saaten und etwas Salz dazu gemischt und fertig ist der Teig.) Zum anderen geht das Herstellen eines Smoothies schneller und das Reinigen der Maschine ist einfacher 😉 .

      In der vitalstoffreichen Vollwertkost steht man Säften eher kritisch gegenüber, da bestimmte Vitalstoffe eher im Trester verbleiben, während andere besser ausgepresst werden können. Das betrifft insbesondere die Ballast- bzw. Faserstoffe, die durchaus wichtige Funktionen bei der Verdauung übernehmen und nicht nur “Ballast” sind. Die Befürchtung ist, dass das Auspressen das Verhältnis der Vitalstoffe ungünstig verschiebt und unser Körper durch dieses unnatürliche Vitalstoffverhältnis belastet wird. Insbesondere weil auch noch einige Vitalstoffe mit einem Mal in sehr großer Menge aufgenommen werden. In Bezug auf Zuckermoleküle aus Obst gibt es diese Problematik auf jeden Fall. Inwieweit allerdings auch grüne Säfte tatsächlich problematisch sein könnten, können wir nicht einschätzen. Da grüne Säfte wenig Zucker enthalten, würden wir sie noch als die beste Saftwahl einschätzen. Manche Rohköstler wie z.B. Ka Sundance von der Rohkostfamilie schwören jedenfalls auf grüne Säfte.

      Eine Freundin von uns hat einen richtig guten Entsafter, der sich relativ leicht reinigen lässt. Wir werden mal nachfragen, wie das Modell heißt.

      Liebe Grüße

      • Wir haben schon eine Antwort erhalten. Unsere Freundin hat den “Angel Juicer”. Dieser lässt sich super reinigen (bspw. im Vergleich zum Green Star Elite) und hat eine prima Saftausbeute, jedoch ist der Preis recht stolz (ca. 1000 Euro).

  11. Hallo ihr beiden,

    vielen lieben Dank für eure schnelle und detaillierte Antwort, hat mir sehr weitergeholfen! Ich war vorletzte Woche auf der Rohvolution-Messe in Berlin und bin durch Ka Sundance auf die Idee der grünen Säfte gestoßen. Ich war mir auch schon fast sicher, dass auch grüne Säfte aus der Vollwert-Sicht kritisch betrachtet werden, war aber sehr interessiert an eurer Meinung und Einschätzung. Der Entsafter ist wirklich ein super Tipp von euch, vielen Dank dafür! Ich werde dieses Thema auch nochmal bei meiner Ausbildung in Lahnstein ansprechen.

    Liebe Grüße und frohe Ostern,
    Lena

    • Hallo Lena,
      wir hatten schon überlegt spontan zur Rohvolution in Berlin zu fahren, da wir uns gerne die Vorträge von Ka Sundance angeschaut hätten (und natürlich die große Rohvolution). Wir waren letzten November zum zweiten Mal in Mülheim. Dort ist es eher beschaulich, Berlin soll ne ganz andere Hausnummer sein.

      Liebe Grüße und schöne Ostertage!

  12. als unwissende war ich entsetzt beim lesen ihres artikels. ich kaufe ab und zu im naturkostladen einen apfelsaft aus hochstamm-streu-obst-100% direktsaft – nicht aus konzentrat hergestellt und naturtrüb -. ist dieser in ordnung und warum ist der alkoholgehalt bei keinem saft gekennzeichnet ?
    im voraus vielen dank für ihre antwort.

    • Hallo Ilse,

      vielleicht haben wir uns in unserem Artikel missverständlich ausgedrückt. Uns ist nicht bekannt das Saft Alkohol enthält. Allerdings würde jeder naturbelassene Saft durch die natürlich enthaltene Hefe auf der Schale anfangen zu gären. Dadurch würde neben Alkohol auch CO2 entstehen und die Flasche platzen. Das wäre natürlich extrem gefährlich. Damit weder Alkohol noch CO2 entsteht, muss jeder Saft der in Flaschen abgefüllt wird, erhitzt werden.

      Es gibt unserer Einschätzung nach keinen Obstsaft, den man ständig trinken sollte. Denn tendenziell geht der Zucker aus dem Saft sehr schnell ins Blut über und belastet unseren Körper. Ähnlich wie von Cola und anderen Softdrinks. Das Problem betrifft auch die besseren Säfte wie hochwertigen Direktsaft oder frisch selbst gepressten Obstsaft. Wer durch Obstsaft keine unmittelbaren Probleme bekommt, kann sicher auch mal Saft oder selbst gemixte Saftschorle trinken. Wir greifen lieber zum ganzen Obst.

  13. Pingback: Elle Republic

  14. Hi, da wir unsere ganzen Äpfel nicht alle schnell genug essen können ehe sie verfaulen bin ich am überlegen ob ich lieber eine Mostpresse und ein Druckfass oder einen Angel Juicer und eine Gefriere kaufe… was haltet Ihr für das geringere übel? 🙂
    Liebe Grüße
    Claudia

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