Indisches Menü mit vollwertigen Touch – Kochen & Fotografieren mit Freunden

| 7 Kommentare

Wir wünschen euch ein glückliches und gesundes neues Jahr! Dieses Jahr geht es bei uns gleich indisch weiter. Nach unserer Goa-Reise und unserem ausführlichen Reisebericht (Teil 1, Teil 2, Teil 3) wird es langsam Zeit, dass wir ein paar indische Rezepte vorstellen ;-). Wie gut, dass wir uns Ende Dezember mit Food Bloggerin Eva von Food Vegetarisch zum Indisch Kochen & Fotografieren getroffen haben. Eva haben wir letztes Jahr bei unserem Food Photography Seminar in Weimar kennengelernt. Gemeinsam haben wir bei uns zu Hause verschiedene indische Gerichte gekocht, fotografiert und verputzt. Evas Partner hat alles fotografisch dokumentiert, daher gibt es auch ein paar schöne Hinter-den-Kulissen-Fotos.
Unser vollwertig indisches Menü

Inspirationsquellen für unser indisches Menü waren ein VHS Kochkurs, an dem Eva teilgenommen hatte, ein indisches Kochbuch von Sönkes Eltern und „The Vegetarian Kitchen“ (Amazon-Link) – ein indisches Kochbuch, das wir uns aus Goa mitgebracht hatten. Die Originalrezepte haben wir ein wenig abgewandelt, um sie vollwertiger zu gestalten: Anstelle von geschältem weißen Basmatireis gab es Vollkorn Basmatireis, Obst und Gemüse haben wir mit Schale verwendet und den braunen Zucker haben wir durch etwas Honig ersetzt.

Um Mund und Magen ein wenig zu schonen, haben wir einige Gerichte ohne die angegebenen Chilis zubereitet. Beim Nachkochen ist es euch natürlich überlassen, ob ihr Chilis verwenden wollt oder die angegeben Chilimenge wie wir lieber reduziert. Zum Braten haben wir Ghee (Butterschmalz) genommen, das Eva selbst hergestellt hatte. Ihr könnt in den Rezepten aber auch einfach normale Butter statt Ghee verwenden.

Gemeinsame Koch-Session

Beim Kochen sind wir langsam an die Kapazitätsgrenzen unserer Küche gestoßen. Einen Platz zum Schneiden haben wir noch alle gefunden. Auch dass sich ein Fotograf in der Küche bewegte und Fotos schoss, hat erstaunlich gut funktioniert. Kollisionen gab es keine. Das Kochen erforderte allerdings schon ein wenig mehr logistische Überlegung: Mit nur vier Herdplatten für drei Köche und sieben Gerichte (wobei der Salat eigentlich nicht zählt) musste genau überlegt und abgesprochen werden, wann welche Herdplatte mit was belegt wurde ;-).
Koch-Session

Foto-Session

Nach dem Kochen haben wir unser Küchenschlachtfeld verlassen und unser Wohnzimmer in ein Foto-Studio verwandelt ;-). Unser Ziel war es dabei von Eva mit ihrer langjährigen Fotografie-Erfahrung ein wenig zu lernen. Für einen besseren Lerneffekt haben wir daher die Essensfotos mit unserer Kamera geschossen. Von Eva gab es viele Tipps und Kniffe bei der Kamerabedienung und dem Styling. Bisher waren wir z.B. nicht auf die Idee gekommen, in der Vorschau auf den gewünschten Fokuspunkt zu zoomen und dann manuell das Bild scharf zu stellen. Ein genialer Trick, den wir gleich im Foto-Workshop Anfang Januar in Münster einsetzen konnten.
Food-Foto-Shooting
Auch beim Durchschauen der Fotos in Adobe Lightroom waren wir begeistert. Die Software erleichtert das Sortieren und Nachbearbeiten der Bilder erheblich. Wir haben sie schon auf unserem Wunschzettel vermerkt ;-).
Noch mehr Hintergrundinfos zu unserem Shooting und weitere Bilder vom Making-Of findet ihr auf Evas Blog.

Fazit

Das gemeinsame Kochen & Fotografieren hat eine Menge Spaß gemacht. Eine Fortsetzung wird es auf jeden Fall geben :-).

Unsere Lieblingsrezepte wollen wir euch jetzt vorstellen:

Erstaunlicherweise wurde passend zur Saison der Weißkohl unser Favorit. Das hätten wir jetzt nicht erwartet ;-).

Alle Gerichte sind ohne tierisches Eiweiß. Wenn ihr Öl anstelle von Ghee bzw. Butter verwendet und das Chutney mit pürierten Datteln süßt, wird das ganze Menü sogar vegan.

Mushroom Pulao | Reis mit Champignons

Reis mit Gewürzen und Gemüse fanden wir schon in Goa super lecker. Deshalb durfte bei unserem indischen Menü ein solches Rezept aus unserem neuen Kochbuch „The Vegetarian Kitchen“ (Amazon-Link) natürlich nicht fehlen.
Die Zubereitung haben wir ein wenig abgewandelt, indem wir Vollkorn Basmatireis aus dem Bioladen anstelle von geschälten Basmatireis genommen haben. Da Vollkornreis etwas länger als geschälter Reis kochen muss, haben wir anders als im Originalrezept angegeben, den Reis vorher gekocht und dann erst die angebratenen Champignons hinzugefügt. Falls ihr keinen Vollkorn Basmatireis bekommt, funktioniert auch prima Langkorn Naturreis.
Vor dem Servieren am besten die Zimtstange und möglichst auch die Kardamomkapseln entfernen. Darauf zu beißen, ist nicht so angenehm ;-).
Reis mit Champignons & Zubereitung

Mushroom Pulao | Reis mit Champignons

300 g Vollkorn Basmatireis
800 ml Wasser
2 mittlere Zwiebeln (ca. 250 g), halbiert und in feine Streifen (halbe Ringe) geschnitten
200 g Champignons, geputzt und in feine Scheiben geschnitten
1 Stück frischen Ingwer (ca. 1,5 cm lang), geschält und in sehr kleine Würfel geschnitten
3 ganze getrocknete rote Chilis (wir haben milde Kashmiri Chilis genommen), Stiel und Kerne entfernen
2 EL Öl (Olivenöl oder Sesamöl)
1 Zimtstange
3 grüne Kardamomkapseln
1 TL Kreuzkümmelsamen
ca. 1 – 2 TL Salz

  1. Den Reis in einen großen Topf geben und mit ca. 800 ml Wasser aufkochen lassen. Bei schwacher Hitze ca. 35 – 40 Minuten (Garzeit ist abhängig von der Reissorte) köcheln und aufquellen lassen.
  2. Währenddessen die Zwiebeln halbieren und in feine Streifen schneiden, die Champignons putzen und in feine Scheiben schneiden, sowie den Ingwer in kleine Würfel schneiden
  3. In einer mittleren Pfanne das Öl erhitzen. Zimtstange, Kardamomkapseln und Kreuzkümmel hinzugeben und kurz anrösten. Dann die Zwiebeln zugeben und leicht anbräunen.
  4. Anschließend Ingwer, Chilis und Champignons für ein paar Minuten braten, bis die Champignons Wasser verlieren und anfangen zu schrumpfen.
  5. Wenn der Reis fertig gegart ist, die gebratenen Champignons zum Reis geben (Zimtstange und Kardamomkapseln vorher entfernen), gut durchrühren und nach Geschmack salzen.

Tarka Dal

Dals haben wir in Goa öfters gegessen, wobei diese sehr unterschiedlich geschmeckt haben. Das beste Dal gab es bei den Eltern von unserem Schwager. Klar also, dass ein Dal bei unserer Koch-Session dabei war. Für ein Dal können übrigens nicht nur Linsen, sondern alle möglichen Hülsenfrüchten verwendet werden. Bei unserem indischen Kochen verwendeten wir halbierte Mungobohnen aus einem Asia-Laden. Vollwertiger wird es natürlich, wenn ihr ungeschälte Linsen oder ganze Bohnen verwendet. Gewürzt haben wir unser Dal mit Garam Masala einer Mischung aus gemahlenen Gewürzen. Meist enthält Garam Masala Kreuzkümmel, Koriander, Pfeffer, Gewürznelken, Zimt, Kreuzkümmel und Kardamomkapseln.
Tarka Dal

Tarka Dal

Quelle: Indisch kochen (GU Küchenratgeber Relaunch 2006) (Amazon-Link)
200 g Linsen
600 ml Wasser
½ TL Kurkuma, gemahlen
1 Knoblauchzehe, gewürfelt
1 EL Ghee
¾ TL Kreuzkümmelsamen
1 – 2 getrocknete Chilischoten, Stiel und Kerne entfernen
1 EL Garam Masala
Salz
2 EL frischer Koriander, fein gehackt

  1. Die Linsen vor dem Kochen gut waschen. Die Linsen zusammen mit Kurkuma und 600 ml Wasser in einen Topf geben und aufkochen lassen. Bei schwacher Hitze ca. 20 – 40 Minuten (je nach Linsensorte) kochen lassen, bis die Linsen weich sind.
  2. Ghee (alternativ: Butter) in einer kleinen Pfanne erhitzen. Darin Kreuzkümmelsamen und Chilischoten ca. 1 Minute rösten. Knoblauch hizufügen und kurz etwas bräunen lassen (aber nicht zu stark, sonst wird er bitter).
  3. Die Knoblauch-Chili Mischung sofort unter die Linsen mischen und das Garam Masala hinzufügen. Noch einmal kurz köcheln lassen.
  4. Vor dem Servieren mit Salz abschmecken und gehackte Korianderblätter unterrühren.

Punjabi Cabbage | Gebratener Weißkohl

Der gebratene Weißkohl passt hervorragend in die Winterzeit. Wir waren ganz erstaunt, dass er unerwartet süßlich schmeckt. Das Rezept stammt aus dem Buch „Indisch kochen (GU Küchenratgeber Relaunch 2006)“ (Amazon-Link). Im Vergleich zum Originalrezept haben wir die grünen Chilischoten weggelassen.
Gebratener Weißkohl (in der Mitte)

Punjabi Cabbage | Gebratener Weißkohl

600 g Weißkohl
1 mittlere Zwiebel, sehr fein gewürfelt
1 Knoblauchzehe, fein gewürfelt
1 Stück frischer Ingwer (ca. 2 cm lang), geschält und sehr fein geschnitten
Optional: 1 – 2 frische grüne Chilischoten, entkernt und fein gehackt
2 EL Ghee oder Butter
1 TL Kreuzkümmelsamen
½ TL Kurkuma, gemahlen
Pfeffer
1½ TL Kreuzkümmel, gemahlen
1 TL Koriander, gemahlen
Salz

  1. Den Kohl vierteln, vom Strunk befreien und in feine Streifen schneiden.
  2. Das Ghee (alternativ: Butter) in einer großen Pfanne erhitzen und Zwiebeln, Knoblauch, sowie Ingwer (+ optional die Chilis) darin anbraten, bis alles leicht Farbe bekommt.
  3. Kreuzkümmelsamen hinzugeben und ca. 1 Minute mitrösten.
  4. Kurkuma und den Weißkohl hinzugeben und ca. 3 Minuten unter Rühren braten,
  5. Pfeffer, gemahlenen Kreuzkümmel und Koriander dazugeben. Zugedeckt bei schwacher Hitze ca. 10 Minuten garen, dabei ab und zu umrühren. Damit der Kohl nicht anbrennt, gelegentlich ein paar Esslöffel Wasser hinzufügen.
  6. Vor dem Servieren mit Salz abschmecken.

Seb ki Chatni | Apfelchutney

Wenn ihr unser Menü nachkocht, ist es am besten das Apfelchutney als erstes oder sogar schon am Vortrag zu zubereiten, da es kalt serviert wird. Als Abwandlung zum Originalrezept haben wir Honig anstelle von Zucker verwendet und die Äpfel mit Schale verarbeitet. Wir konnten sogar noch unsere eigenen, eingelagerten Äpfel aus dem Keller verwenden.
Gewürzt wird das Chutney mit Panch Phoron, einer Mischung aus 5 verschiedenen Gewürzen: schwarzer Senf, Schwarzkümmel, Fenchelsamen, Kreuzkümmel und Bockhornkleesamen. Diese werden ungemahlen im Ganzen verwendet. Die im Originalrezept angegebenen Chilischoten haben wir weggelassen.
Apfelchutney Zubereitung

Seb ki Chatni | Apfel-Chutney

Quelle: VHS Kochkurs von Eva
3 Äpfel (ca. 350 g)
Optional: 2 frische grüne oder rote Chilischoten, entkernt und in feine Streifen geschnitten
1 EL Ghee oder Butter
2 TL Panch Phoron
1 Prise Salz
1 TL Kurkuma, gemahlen
1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
1 EL Honig
2 EL Zitronensaft, frisch gepresst

  1. Die Äpfel waschen, vierteln und in Scheiben schneiden. (Bei sehr großen Äpfeln die Scheiben nochmal halbieren).
  2. Das Ghee (alternativ: Butter) in einem kleinen Topf erhitzen und die Gewüzmischung Panch Phoron, eine Prise Salz, Kurkuma, sowie Kreuzkümmel hinzugeben (+ optional: Chilis). Bei mittlerer Hitze kurz anbraten.
  3. Die Apfelscheiben dazugeben und ein paar Minuten mitdünsten. Etwas Wasser hinzugeben und zugedeckt alle etwa 5 Minuten leicht köcheln lassen, bis die Äpfel weich sind.
  4. Honig und Zitronensaft hinzufügen und noch kurz köcheln lassen, bis das Chutney etwas eindickt.
  5. Vor dem Servieren abkühlen lassen.

Cachumbar | Tomaten-Gurken-Zwiebel-Relish

Tomaten und Gurken stehen jetzt im Winter eigentlich nicht auf unserem Speiseplan, aber wir wollten uns bei diesem Gericht ans Rezept halten. Um das Relish saisonaler zu gestalten, könnt ihr natürlich auch andere Gemüse verwenden. (Ein Versuch mit klein geraspelter Möhre, Feldsalat und Rübe hat auch sehr gut geschmeckt.) Als vollwertige Abwandlung zum Originalrezept haben wir die Gurke mit Schale zubereitet und nicht entkernt, sowie die Prise Zucker weggelassen. Wer den Geschmack von frischen Korianderblättern nicht mag, kann auch frische Petersilie verwenden.
Tomaten-Gurken-Zwiebel-Relish

Cachumbar | Tomaten-Gurken-Zwiebel-Relish

3 – 4 mittlere Tomaten, in kleine Stücken geschnitten
1 kleine Salatgurke, in kleine Würfel geschnitten
1 mittlere (rote) Zwiebel, fein gewürfelt
1 frische grüne Chilischote, entkernt und in feine Streifen geschnitten
3 EL Zitronensaft, frisch gepresst
ca. ½ TL Salz
ein paar Blätter frischer Koriander, nach Geschmack, fein gehackt

  1. Das Gemüse (Tomaten, Gurke, Zwiebeln) in möglichst kleine Würfel schneiden.
  2. Die Chilischote entkernen und in feine Streifen (halbe Ringe) schneiden.
  3. Alles in eine große Schüssel geben und mit Zitronensaft, Salz und frischem Koriander vermengen.

Bildrechte © K. Okrafka und © M. Brummerloh | S. Brummerloh | E. Gründemann

Print Friendly, PDF & Email

7 Kommentare

  1. …das sieht wirklich lecker aus! mal sehen, was ich davon nach kochen werde…
    lg,
    susanne

    • Hallo Susanne,

      herzlich willkommen auf unserem Blog! Wir sind gespannt auf deinen Bericht, wie es dir geschmeckt hat :-).

      Liebe Grüße

  2. Hallo,

    Euch Beiden auch ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2013!

    Ein sehr informativer Bericht mit wie immer tollen Bildern und Rezepten.
    So ein appetitlich und farbenfroh ausschauendes Vollwertmenü würde mir mit
    Sicherheit seeehr gut schmecken.
    Die vielen indischen Gewüze habt ihr bestimmt aus Goa mitgebracht.
    Bekomme ich Panch Phoron und Garam Masala auch hier im Bioladen?
    Vielen Dank schon einmal für Eure Antwort!
    L.G., Marita

    • Hallo Marita,

      vielen Dank für die Neujahrswünsche!

      Unser indisches Menü war auch wirklich lecker :-). Gewürzt haben wir u.a. tatsächlich mit Gewürzmischungen aus Goa. Auf dem Wochenmarkt und im Bioladen haben wir auch schon Garam Masala gefunden. Das Panch Phoron hatte Eva mitgebracht. Bisher haben wir im Bioladen noch nicht danach geschaut, aber mit der Beschreibung von Eva (siehe Kommentar) ist das Selbermixen wahrscheinlich kein Problem.

      Liebe Grüße

  3. Hallo Marita,

    oh ja, das Menü war wirklich sehr lecker und das Kochen und Fotografieren mit Melanie und Sönke war eh einfach nur klasse!

    Was das Panch Phoron betrifft, so kannst du es prima selber mischen aus gleichen Anteilen Fenchel, Cumin, Bockshornklee, Schwarzkümmel und Senf, und zwar aus den ganzen Samen, die aber nicht geröstet oder gemahlen werden. Das Rezept stammt aus dem Buch „Würzen“ von Bettina Matthaei. Ein Rezept für Garam Masala findet sich darin auch, wobei du schon richtig vermutet hast, dass in dem Fall Melanie und Sönke das Garam Masala beigesteuert hatten.

    Liebe Grüße, Eva

    • Hallo Eva,
      uns hat das Kochen und Fotografieren auch sehr gefallen. Vielen Dank für die Anleitung für das Panch Phoron :-).

      Liebe Grüße

  4. Hallo auch an Eva und herzlichen Dank für Deine Antwort 🙂

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.