Rosmarin-Zitronen-Kuchen

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Meine Schwester Mareike experimentiert in der Küche auch so gerne wie Sönke und ich. Im Natron & Soda Nähforum hatte sie in einem Thread über vegane und vegetarische Ernährung einen Zitronen-Kuchen mit Rosmarin entdeckt. (Das englische Originalrezept findet Ihr im Blog The Gluttonous Vegan.) Da sie den Kuchen sehr interessant fand, wollte sie ihn gerne selber ausprobieren. Ich war äußerst neugierig auf den Kuchen. Mir erschien die Idee, Rosmarin im Kuchen zu verwenden, zunächst ziemlich gewagt. Aber, wieso eigentlich nicht? In herzhaften Gerichten harmonieren Zitrone und Rosmarin auch wunderbar.

Vollwertige Umwandlung

Das Originalrezept ist nicht vollwertig, d. h. Mareike hatte bei ihrem ersten Backversuchen weißes Mehl und Fabrikzucker verwendet, sowie den Kuchen mit Puderzucker glasiert. Da sie für unser vollwertiges Kaffeetrinken gerne einen Kuchen mitbringen wollte, schlug ich ihr vor, den Rosmarin-Zitronen-Kuchen in eine vollwertige Variante umzuwandeln. Also den Kuchen mit Honig und frisch gemahlenem Mehl zu backen, anstatt mit Zucker und Weißmehl. Und die Puderzuckerglasur wollte sie einfach weg zu lassen.

Ein kleines Missverständnis

Als ich vor dem Kaffeetrinken den Kuchen auf einen Teller setzte wollte, habe ich einen Krümel genascht und bemerkt, dass der Kuchen „unsüß“ schmeckt. Als ich meine Schwester fragte, wieviel Honig sie verwendet hat, war ihre Antwort „⅓ wie du gesagt hast“. Oops, da lag wohl ein Missverständnis vor. Eigentlich glaubte ich, gesagt zu haben: “⅔ Honig, also ⅓ weniger als die angegebene Zuckermenge”.

Hmm, was jetzt? Ist der Kuchen noch zu retten?

Nach einigen Überlegungen kam mir die Idee, den Kuchen einfach mit Honig und Mandeln zu glasieren. Dazu habe ich Honig vorsichtig in einer kleinen Pfanne erhitzt, so dass dieser flüssig wurde und anschließend Mandelsplitter hinein gegeben. Damit habe ich den Kuchen dann bestrichen.

Rosmarin-Zitronen-Kuchen

Kuchen-Rettungsmission erfolgreich?

Der Kuchen war gerettet, denn unsere Familien waren vom Kuchen begeistert. Sie fanden, dass der leichte Rosmaringeschmack sehr gut mit dem Zitronengeschmack harmoniert. Aber von Anfang an mehr Honig direkt in den Teig zu mischen, wäre sicher besser gewesen. Nur Sönke, mit seiner Abneigung gegen Zitronen, mochte den Kuchen nicht so sehr. Er fand ihn zu zitronig, aber das hat Zitronenkuchen ja so an sich ;-).

Tiereiweißfreie Variante

Meine Schwester hat zum Backen Bio-Milch verwendet. Unsere heutige pasteurisierte und homognierte Milch ist streng genommen, nicht vollwertig (siehe folgende Diskussionen hier und hier). Außerdem ist der Kuchen durch Milch nicht tiereiweißfrei. Für eine tiereiweißfreie Variante kann die Milch problemlos durch ein 2:1 Wasser-Sahne-Gemisch ausgetauscht werden.

Rosmarin-Zitronen-Kuchen

1 Springform (26 oder 28 cm)
360 g Vollkornmehl (Dinkel oder Weizen)
1 Päckchen Weinstein-Backpulver
1/2 TL Salz
1 1/2 EL frische Rosmarinnadeln, fein gehackt
2 Bio-Zitronen, Schale abgerieben
90 g Honig
120 ml Olivenöl
180 ml Milch oder Wasser-Sahne-Gemisch 2:1 (120 ml Wasser und 60 ml Sahne)
60 ml Zitronensaft
60 ml Sonnenblumenöl

Glasur (optional)

2 EL Honig
ca. 50 g Mandelsplitter

  1. In einer großen Schüssel Mehl, Backpulver, Salz, feingehackten Rosmarin und Zitronenschale miteinander mixen. Anschließend die flüssigen Zutaten Honig, Olivenöl und Milch (oder Wasser-Sahne-Gemisch), Zitronensaft und Sonnenblumenöl hinzugeben und gut vermengen.
  2. Den Backofen auf 180°C vorheizen.
  3. Eine Springform mit Backpapier auslegen und die Ränder mit Öl bepinseln. Den Teig einfüllen und glatt streichen.
  4. Im vorgeheizten Backofen ca. 25 Minuten backen, bis der Kuchen anfängt braun zu werden. Am Besten die Stäbchenprobe machen, um zu testen, ob der Kuchen fertig ist. Dazu mit einem Holzstäbchen (Zahnstocher oder Schachlickspieß) in den Kuchen stechen. Wenn keine Teigreste haften bleiben, ist der Kuchen fertig.
  5. Den Kuchen aus dem Backofen nehmen und abkühlen lassen.

Glasieren (optional)

  1. In einer kleinen Pfanne 2 EL Honig leicht erhitzen, so dass dieser flüssig wird.
  2. Mandelsplitter hinzugeben und vermengen.
  3. Mit einem Löffel die Honig-Mandel-Masse auf dem abgekühlten Kuchen verteilen.

12 Kommentare

  1. Hallo Sönke und Melanie,

    für mein Chorwochenende habe ich Euer Kuchenrezept ausprobiert und ich muss sagen, es schmeckt fantastisch!!! Ich selbst habe mir eigentlich nie etwas aus Kuchen oder anderen eihaltigen Lebensmitteln wie Waffeln oder Pfannkuchen gemacht. Aber dieser Kuchen trifft total meinen Geschmack. Ich bin selbst überrascht. Er ist genau richtig: leicht herzhaft , nicht zu süß, ein bisschen herb und schön würzig… mmmh.

    Ich finde den Kuchen super gut und werde ihn sicher noch oft backen. Vielen Dank für das Rezept,

    viele Grüße
    Katharina

    • Freuen uns, dass dir der Kuchen so gut gemundet hat :-). Das Lob werden wir an Melanies Schwester weitergeben.

      Liebe Grüße

  2. Klingt spannend, werde ich mal ausprobieren.
    Habe allerdings zwei Fragen: Sind die 90 g Honig jetzt die „1/3“ oder „2/3“? Außerdem bin ich nicht sicher, ob ich die Angabe zu den Zitronene richtig verstehe. Ihr schreibt zwei „Bio-Zitronen, Schale abgerieben“ und weiter unten noch mal 60ml Zitronensaft. Die Zitronen verwendet ihr aber schon für den Saft, oder finden die woanders Verwendung? Irritiert mich etwas, dass ihr nicht „Schale von zwei Zitronen“ schreibt.

    • Danke für den Hinweis! Die 90 g ist die richtige Honigmenge, also ⅔. Verwendet wird die Schale und der Saft der beiden Zitronen, wobei der Saft in etwa 60ml sein sollte. Entschuldige dass wir für Verwirrung gesorgt haben.

  3. Ich habe diese Woche den Kuchen ausprobiert. Bei mir war es eher eine „Tarte“ – ziemlich flach. Auf dem Bild sieht er schon flach aus, aber meiner war wirklich sehr flach 🙂 Vielleicht war mein Backpulver schon zu alt.
    Geschmacklich fand ich ihn ganz gut, wobei mir der Mehlgeschmack etwas zu dominant war und er einen kleinen Tick süßer sein könnte. Was mich begeistert hat war aber, wie saftig der Kuchen auch noch am nächsten Tag war. Das hätte ich von einem Vollwertkuchen, der keine Früchte o.ä. enthält, nicht erwartet.

    Als Glasur habe ich übrigens etwas aus dem Buch “Vegan & vollwertig genießen” von Annette Heimroth und Brigitte Bornschein ausprobiert. Hätte ein Laie auch für Schokolade halten können – zumindest optisch.

    • Schöne Idee mit der Glasur, das probieren wir auch mal aus. Stimmt, so fluffig ist der Kuchen nicht. Vielleicht passt noch ein wenig Natron in den Teig, damit der Kuchen fluffiger wird – könnten wir mal ausprobieren.

  4. Hallo, Ihr Beiden ! Liebe Melanie, lieber Sönke

    Ich habe versucht diesen Kuchen nachzubacken, aber es ist mir nicht gelungen. Er ist trotz des Backpulvers kein bisschen aufgegangen. Nun muß ich zugeben, daß ich das verwendete Olivenöl (angefangene Flasche) schon lange in der Küche stehn hatte und es vielleicht nicht mehr gut war *räusper* Vom MDH sollte es aber noch gut sein.
    Sollte denn angefanges (Oliven)öl in den Kühlschrank? Sönke war ja auf dem Oliven-Öl- Wochenende 😉 Weißt Du Rat?
    Allgemein gesagt hat diese Rezept ja sehr viele Flüssigkeiten: Honig, 2*Öl, Sahne-Wasser Gemisch. Hab schonmal überlegt beim nächsten Mal ein Teil vom Öl durch Butter zu ersetzen. Butter ist ja ein super Geschmacksträger, grade beim Backen. Was meint Ihr? Ich werd`s einfach nochmal probieren: Übung macht den Meister 🙂
    Die Hafer-Dinkel-Kekse waren super und alle (!) mögen sie gerne.
    Ganz liebe Grüße von Cerstin mit Sven

    • Hallo Cerstin,
      leider schwierig zu sagen, warum der Kuchen nicht aufgegangen ist. Eventuell war nicht genug Flüssigkeit vorhanden. Melanies Schwester ist die Rosmarin-Zitronen-Kuchen-Expertin. Wir werden sie mal fragen, ob sie noch einen Tipp hat.

      Prinzipiell könnte Olivenöl im Kühlschrank aufbewahrt werden. Das ist aber unpraktisch, weil das Olivenöl dann unschöne Flocken bildet oder sogar richtig fest werden kann. Es muss dann erst ein wenig rumstehen, bevor es verwendbar ist. Wir haben gehört, dass einige Gourmets ihr Olivenöl stattdessen im Weinschrank lagern 😉 . Da sind die Temperaturen geringfügig höher als im Kühlschrank und das Olivenöl bleibt wie gewohnt flüssig.

      Liebe Grüße

  5. Dieser Kuchen ist soooo lecker!Ich habe ihn schon oft zu Einladungen mitgebracht und trotz-oder gerade wegen -der ungewohnten Kombination ist er immer gut angekommen.

    Wir sind eine Patchwork-food Familie und Eure vollwertigen und meist tierisch eiweißarmen Rezepte sind eine klasse Ergänzung zur Rohkost,die bei uns immer mehr Einzug hält.
    Durch Euren fröhlich-jungen Blog wird die biologische Vollwerternährung auch für die jüngeren Generationen wieder interessant,danke für Eure wertvolle Arbeit und die leckeren Rezepte!!
    Liebe Grüße,Betty

  6. Gestern gab es bei uns diesen Kuchen. Sehr lecker zitronig, das Rosmarinaroma dezent. Ein kleines bisschen zu trocken ist er uns geworden. Ich würde beim nächsten Mal ausprobieren, direkt nach dem Backen eine Mischung aus Zitronensaft und flüssigem Honig (vielleicht etwas erwärmt) über den Kuchen zu gießen. Das kenne ich aus anderen Rezepten und kann mir vorstellen, dass es den Kuchen schön saftig machen würde.

    • Eine schöne Idee nach dem Backen Zitronensaft und Honig über den Honig zu gießen. Das werden wir auch mal ausprobieren.

      Liebe Grüße

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