Kimchi selbst ansetzen – ein schnelles (veganes) Rezept für fermentierten Chinakohl

| 4 Kommentare

Print Friendly

Vor Kurzem haben wir darüber berichtet, dass es super einfach ist Gemüse selbst zu fermentieren und ein Basisrezept für Sauerkraut vorgestellt. Heute haben wir ein ganz einfaches Grundrezept für fermentierten Chinakohl bzw. Kimchi für euch. Das Rezept hatten wir schon vor fast 1,5 Jahren als Gastautoren auf dem SuperBioBlog vom SuperBioMarkt veröffentlicht. Leider wurde der Blog mittlerweile eingestellt. Damit unser Kimchi-Rezept nicht verloren ist, dürfen wir es hier erneut vorstellen.Kimchi - fermentierter Chinakohl

Kimchi ist ein traditionelles Gericht aus der koreanischen Küche und wurde sogar von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe aufgenommen. Dabei gibt es aber gar nicht das eine Kimchi-Rezept. Die Zutaten unterscheiden sich je nach Region in Korea deutlich. Zum Teil werden sogar Meeresfrüchte ins Kimchi gegeben. Typisch ist jedoch als Grundzutat Chinakohl, der zusammen mit den übrigen Zutaten fermentiert wird. Traditionell wird hierfür der Chinakohl zunächst für mehrere Stunden in Salzwasser eingelegt, bis dieser dann ausgewrungen und weiterverarbeitet wird. Das fanden wir zu aufwändig und hat uns lange abgeschreckt selbst Kimchi anzusetzen.

Als wir dann ein schnelles Rezept ohne vorheriges Einweichen vom Chinakohl bei Sarah auf dem Blog My New Roots entdeckten, haben wir uns zum ersten Mal an die Zubereitung gewagt und bemerkt, wie einfach die Herstellung ist. Nur das Schneiden der Zutaten kann etwas länger dauern. Aber einmal angesetzt, muss man fast nichts mehr tun. 😉

Die Zubereitung von unserem Kimchi ist wirklich leicht: Es werden einfach Chinakohl, Rettich, Möhren und Apfel klein geschnitten und eine würzige Paste aus Ingwer, Knoblauch und Chilischote gemixt. Das alles kommt zusammen mit Salz in eine große Schüssel, damit es kräftig gestampft werden kann. Wir nutzen mittlerweile einen Kochtopf zum Stampfen statt einer Schüssel, da ein Kochtopf einen geraden Boden besitzt. So geht das Stampfen sehr viel einfacher, als in einer Schüssel mit gewölbtem Boden. Fürs Stampfen nehmen wir einen Kartoffelstampfer aus Holz.

Nach dem Stampfen muss der Kimchi-Ansatz noch für ca. 2 Stunden ziehen, damit sich Flüssigkeit bildet. Danach wird der Ansatz in (Fermentier-) Gläser gefüllt und nach wenigen Tagen ist das Kimchi fertig! 🙂

Vor 1,5 Jahren haben wir unser Kimchi einfach in Schraubgläsern angesetzt und den Deckel nur leicht aufgelegt. Hierbei besteht jedoch die Gefahr, dass sich unerwünschte Mikroorganismen durch den Luftaustausch vermehren können und das Kimchi nicht so gut schmeckt bzw. schlecht werden kann. Mittlerweile nutzen wir zum Fermentieren 1 Liter Gläser* mit reCAP-Deckeln* und speziellen reCAP-Ventilaufsatz*. (Alle Infos über unsere Fermentier-Ausstattung findet ihr in unserem Fermentieren-Grundlagenartikel.)

Alternativ zu unserer Lösung mit den reCAP-Deckeln könnt ihr auch einfach Gläser mit Schraubdeckeln verwenden. Den Deckel schraubt ihr zunächst fest auf, damit es keinen kontinuierlichen Luftaustausch mit der Umgebung gibt. Damit die Deckel und die Gläser durch den Überdruck keinen Schaden nehmen, solltet ihr die Deckel täglich einmal kurz los und wieder fest schrauben. So baut sich der Überdruck ab.

Pur ist der Geschmack vom Kimchi recht kräftig. Kimchi essen wir daher gerne als Beilage zusammen mit gemischtem Salat, Brot oder zu warmen Gemüsepfannen.

Mehr Hintergrundinformationen zum Fermentieren findet ihr in unserem “Gemüse fermentieren leicht gemacht”-Artikel. Falls ihr neugierig seid auf weitere Rezepte und ihr jede Menge Kostproben testen wollt, freuen wir uns euch in unserem Fermentieren- & Sprossenzucht-Workshop begrüßen zu können.

Wir wünschen euch gutes Gelingen beim Fermentieren! 🙂

Kimchi

750 g Chinakohl
300 g (weißer) Rettich
200 g Möhren
1 kleiner Apfel (ca. 100 g)
30 g Ingwer
2 Knoblauchzehen (ca. 10 g)
1 frische (ca. 8 g) Chilischote
20 g Meersalz

  1. Chinakohl, Rettich, Möhren und Apfel gründlich waschen. Den Chinakohl in mundgerechte Stücke schneiden. Den Rettich und die Möhre in feine Streifen oder Stifte schneiden. Den Apfel würfeln. Alles in einen großen Kochtopf oder in eine große Schüssel geben.
  2. Ingwer und Knoblauch schälen sowie die Kerne aus der Chilischote entfernen. Ingwer, Knoblauch und Chili in einem Mixer zerkleinern. Zu den übrigen Zutaten in die Schüssel geben und das Salz ergänzen.
  3. Mit einem Kartoffelstampfer alles kräftig stampfen. Dann umrühren und nochmals stampfen. Noch 4 – 5 Mal umrühren und jeweils stampfen. Die gestampften Zutaten für mindestens 2 Stunden stehen lassen, damit sich Flüssigkeit bildet.
  4. Den Kimchi-Ansatz in heiß ausgewaschene (Fermentier-) Gläser geben. Zum oberen Rand sollten ein paar Zentimeter Platz sein, denn der Kimchi-Ansatz wird sich etwas ausdehnen. Den Kimchi-Ansatz beim Einfüllen immer wieder gut zusammendrücken, damit möglichst alle Luftblasen herausgehen und das Gemüse vollständig von Flüssigkeit bedeckt ist.
  5. Das Gemüse mit einem Gewicht herunterdrücken. Dafür eignen sich z.B. ein kleines Marmeladenglas, das ihr mit Wasser füllt und in das große Fermentierglas stellt. Alternativ lassen sich auch gut mehrere Glasdeckel von kleinen Einweckgläsern verwenden.
  6. Ab dem zweiten Tag könnt ihr anfangen das Kimchi zu probieren. Wenn es den für euch richtigen Geschmack erreicht hat, könnt ihr das Kimchi im Kühlschrank lagern. Dort soll sich Kimchi für mehrere Monate halten, bei uns war es bislang aber viel schneller aufgegessen. 😉

4 Kommentare

  1. Hallo ihr beiden bzw ihr vier.
    Ach, ich weiß schon warum ich euren Blog sooo liebe und dank Abo verpasse ich zum glück keine Neuigkeiten.
    Vielen dank dafür!!!

    Eine Frage habe ich noch bevor ich loslege, muss ich den Apfel bzw Obst unbedingt mit rein geben?
    Ganz Viele liebe Grüße sendet euch,
    Jesse Gabriel

    • huhu,

      ich gebe den apfel bzw die birne, die meist empfohlen werden,
      nicht zu. dafür noch ein wenig getrocknete algen (meeressalat).

      wird immer gut auch ohne reispaste oder obst.

      grüße suse

  2. huhu,

    klasse, gerade heute habe ich wieder 6 chinakohl angesetzt!
    versucht es mal mit dem original koreanischen chili, einfach noch mal ein spezieller geschmack.
    wir machen unser kimchi auch selber und waren letztens beim koreaner essen und was sagt mein mann: das kimchi schmeckt ja wie bei dir 🙂
    das mit dem salzwasser ist nicht so nervig, wenn man einen guten zeitplan hat.
    ich nehme meistens das rezept vom blog wilde fermente (isa)

    grüße suse

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.