Hirse-Mungobohnen-Bratlinge – unsere veganen Frikadellen

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Bratlinge sind die vegetarische Alternative zu Frikadellen. Sie lassen sich aus verschiedenen Getreide- und Hülsenfrüchten herstellen. Wenn kein Ei und zum Braten Pflanzenöl statt Butter verwendet wird, sind Bratlinge sogar vegan. Wir lieben Bratlinge, da sie so variationsreich und ein perfektes Essen zum Mitnehmen sind. Während Melanies Lieblingsbratlinge die Dinkel-Bratlinge mit Möhre sind, mag Sönke am liebsten die hier vorgestellten veganen Hirse-Mungobohnen-Bratlinge. Das Rezept ist übrigens Melanies Erfindung.

Da Bratlinge warm und kalt sehr schmackhaft sind, bereiten wir sie oft abends fürs Abendbrot zu und haben gleich für den nächsten Tag ein super leckeres Mittagessen fürs Büro. Zusammen mit einem großen gemischten Salat ergeben sie eine komplette Mahlzeit. Auf Reisen nehmen wir ebenfalls gerne Bratlinge mit. Sie bleiben auch auf einer mehrstündigen Zugreise ohne Kühlung noch lecker. Wir haben die Hirse-Mungobohnen-Bratlinge schon ein paar Mal für Gäste zubereitet. Zuletzt bei unserem Tapas-Mittagessen für unsere Familie.
Hirse-Mungobohnen-Bratlinge

Glutenfreie Zutaten

Wir verwenden das glutenfreie Getreide Hirse in den Bratlingen. Vermutlich ist Hirse eines der ersten von Menschen genutzten Getreide. Kein Wunder, denn Hirse ist reich an Mineralstoffen. Besonders hervorzuheben ist der hohe Gehalt an Silizium, welches gut für Haare, Nägel, Knochen und Bindegewebe sein soll. Anders als im Englischen gibt es im Deutschen nur ein Wort für Hirse. Das ist allerdings etwas ungenau, denn tatsächlich wird zwischen Sorghumhirsesorten mit relativ großen Körnern und der kleinkornigen Millethirsesorten unterschieden.

Getrocknete Mungobohnen (oder Mungbohnen) sind eine praktische Alternative zu anderen Bohnen. Denn im Gegensatz zu den meisten getrockneten Bohnen müssen Mungobohnen vor dem Kochen nicht eingeweicht werden. Außerdem haben sie nur eine Kochzeit von ca. 30 Minuten. Praktisch, wenn man spontan Appetit auf Bratlinge hat ;-).

Unsere Hirse-Mungobohnen-Bratlinge haben einen exotischen Geschmack, da wir sie mit Kreuzkümmel, Sojasauce und Cashewkernen würzen. Sojasauce ist eine asiatische Würzsoße, die aus fermentierten Sojabohnen zusammen mit Weizen oder Reis hergestellt wird. Beim Kauf von Sojasauce solltet ihr darauf achten, dass sie keine Zusatzstoffe wie Farbstoffe oder Fabrikzucker enthält. Wir kaufen meist die weizenfreie Sojasauce “Tamari” aus dem Bioladen.

Die Cashewkerne mahlen wir in einem Mixer fein. Falls ihr die Cashewkerne nicht klein mahlen könnt, könnt ihr sie auch einfach weglassen.

Zubereitung

Bei den Hirse-Mungobohnen-Bratlinge braucht ihr im Gegensatz zu unseren Dinkel-Bratlingen keine Getreidemühle, da die Hirse nicht geschrotet, sondern nur gekocht wird. Für die Zubereitung der Bratlinge ist aber ein Pürierstab sehr praktisch. Denn dank der Hirse lassen sich zwar auch ohne Pürieren Bratlinge formen. Wir haben aber festgestellt, dass die Bratlinge aus pürierten Zutaten viel besser beim Braten zusammenhalten. Damit die ganze Masse sich leichter pürieren lässt, pürieren wir erst die gekochten Mungobohnen. Dann geben wir, während wir weiter pürieren, nach und nach die Hirse und die restlichen Zutaten hinzu.

Beim Anbraten ist es wichtig die Bratlinge nicht zu früh zu wenden. Wenn die Bralinge zu früh umgedreht werden, zerfallen sie leicht. Um den Risiko des Auseinanderfallens zu umgehen, könnt ihr die Bratlinge auch im Ofen backen. Dies schmeckt auch lecker, aber die Bratlinge werden nicht so knusprig, wie in der Pfanne. Daher bevorzugen wir das Anbraten in der Pfanne.

Hirse-Mungobohnen-Bratlinge

100 g getrocknete Mungobohnen
200 g Hirse
50 g Cashewkerne, fein gemahlen
1 Knoblauchzehe, fein gehackt (oder durch eine Knoblauchpresse gedrückt)
1 Zwiebel, fein gewürfelt
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
1 TL Salz
Optional: 1 EL Sojasauce
etwas Butter oder Öl zum Anbraten

  1. Die Mungobohnen in einem kleinen Topf geben und nach Packungsanleitung ca. 30 Minuten weich kochen, bis sie anfangen zu zerfallen. Das überschüssige Wasser abgießen.
  2. Währenddessen auch die Hirse weich kochen: Hierzu die Hirse heiß abspülen und mit ca. der 3-fachen Menge Wasser in einem kleinen Topf geben. Das Wasser zum Kochen bringen und für ca. 10 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen. Anschließend ca. 15 Minuten bei ausgeschalteter Herdplatte quellen lassen. Die Garzeit richtet sich nach der Hirsesorte (Packungsanleitung beachten). Eventuell überschüssiges Wasser abgießen.
  3. Mit einem Pürierstab die Mungobohnen im Topf pürieren. Nach und nach die gekochte Hirse, gemahlene Cashewnüsse, den fein geschnittenen Knoblauch und die Zwiebel hinzugeben und auch pürieren. Falls die Masse zu bröckelig ist, etwas Wasser hinzugeben. Die Masse darf allerdings auch nicht zu feucht sein, da sich die Bratlinge sonst schlecht braten lassen.
  4. Die Hirse-Mungobohnen-Masse mit Kreuzkümmel, Salz und optional Sojasauce kräftig würzen.
  5. Aus der Masse mit feuchten Händen ca. frikadellengroße Bratlinge formen.
  6. In eine großen Pfanne etwas Butter oder Öl geben und heiß werden lassen. Die Bratlinge hinzugeben und bei mittlerer Hitze von beiden Seiten knusprig anbraten.
  7. Alternativ lassen sich die Bratlinge auch im Backofen zubereiten. Die geformten Bratlinge auf ein gefettetes Backblech geben und bei 200°C Ober-/Unterhitze ca. 20 Minuten knusprig backen.
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15 Kommentare

  1. Dies Rezept liest sich auch wieder sehr lecker! Daran, dass man Bratlinge auch super als Essen zum Mitnehmen vorbereiten kann, hatte ich bisher so gar nicht gedacht. Aber das wird sich jetzt sicherlich ändern 🙂

    LG Eva

  2. Die Bratlinge sind super lecker. Vielen Dank dafür. Sie waren nur etwas zu feucht um sie mit den Händen zu formen. Ich habe dann mit zwei Löffeln Kleckse in die Pfanne gemacht. Meine Tochter ist ein großer Frikadellen-Fan und ich überlege schon, ob die Bratlinge mit mehr Zwiebeln, einer Möhre und Senf den Fleischklopsen so ähnlich sind, daß ich eine fleischlose Alternative anbieten kann. Meint ihr die halten und lassen sich braten? Lieben Gruß. Steffi

    • Danke für dein Lob :-)!

      Hast du die Zutaten püriert? Wenn wir diese nicht pürieren, fallen die Bratlinge bei uns auch auseinander. Wenn die zusätzliche Zwiebel und Möhre schön klein gewürfelt bzw. geraspelt ist, können wir uns vorstellen, dass die Bratlinge zusammenhalten. Damit die Bratlinge sich einfacher formen lassen und beim Braten besser halten, könntest du weniger Wasser beim Kochen der Hirse und Mungobohnen nehmen bzw. Wasser, das nachdem Kochen zu viel ist, vorsichtig abschütten. Falls die Masse doch zu klebrig ist, hilft es noch ein bisschen frisch gemahlenes Mehl (glutenfrei auch Reismehl) unterzukneten.

      Ein weiterer Trick, damit die Bratlinge besser halten, ist sie erst im Backofen für ca. 15 Minuten bei ca. 200°C zu backen und dann bei Bedarf noch in der Pfanne knusprig zu braten.

  3. Ich habe die Bratlinge auch im Thermomix püriert hatte jedoch noch zuviel Flüssigkeit in der Masse. Ich werde noch ein wenig tüfteln. Sie sind so lecker und werden bestimmt noch oft zubereitet. Auch super für den Sommer, wenn wieder überall gegrillt wird als Fleischalternative. Es hat sogar der Tochter geschmeckt, die so gerne Frikadellen ißt 😉

    • Hallo Steffi,

      für den Sommer sind die Bratlinge in der Tat eine wunderbare Fleischalternative. Wir haben gerade ein Bild von 2008 gefunden, wo wir die Bratlinge gegrillt haben:
      Hirse-Mungobohnen-Bratlinge auf dem Grill

      (Wie du auf dem Foto siehst, waren wir damals noch nicht konsequent vollwertig… auch Weißbrot ist auf dem Grill ;-).)

      • Danke, für das Foto. Am WE habe ich die zweite Ladung mit Möhre, Sellerie, zwei Zwiebeln und Senf zubereitet. Auch superlecker. Und das Beste … der ganzen Familie hat es geschmeckt 😉

        Ich freue mich jedesmal über einen neuen Beitrag von euch. Macht weiter so.

        Liebe Grüße
        Steffi

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  5. Oh super! Bratlinge aus Mungobohnen 🙂 Ich habe nämlich welche für ein Muffinrezept gekauft – aber leider sind meine gekauften ungeschält und nun wusste ich gar nichts damit anzufangen…
    Meint ihr, ich könnte die Bratlinge auch in einem sehr gut beschichteten Waffeleisen „waffeln“?
    LG

  6. Hallo zusammen
    Wir lieben Bratlinge
    Danke für eine neue Wariante.
    Ich benutze ein Eisportionierer aus dem der Teig durch den Bogen im inneren des Löffels schön raus rutscht . So lassen sich die Bratlinge schön portionieren und sind gleich groß
    Lieben Gruß Beate

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