4 Dinge essen: Welche Lebensmittel sind gut für uns?

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Nach den 4 Dingen, die in der vitalstoffreichen Vollwertkost eher gemieden werden (in Teil 1 beschrieben), geht es heute um den Genuss. Nämlich um die Lebensmittel, die unseren Körper mit allen lebensnotwendigen Vitalstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme, ungesättigte Fettsäuren, Aromastoffe und Faserstoffe) versorgen. Diese Vitalstoffe sorgen dafür, dass unser Stoffwechsel optimal funktioniert und wir uns langanhaltender Gesundheit erfreuen können.

4 Dinge essen im Überblick

Als besonders vitalstoffreich und gut für unsere Gesundheit stufte Dr. Bruker, der Begründer der vitalstoffreichen Vollwertkost, folgende vier Dinge ein:

  • täglich ein Frischkorngericht aus 3 Esslöffel unerhitztem Getreide
  • vielfältige Frischkost aus rohem Gemüse und rohen Obst
  • Vollkornbrot und -produkte aus frisch gemahlenem Getreide
  • naturbelassene Fette

Was ist genau darunter zu verstehen und warum sollten diese 4 Dinge gegessen werden?

Frischkorngericht

Das Frischkorngericht (auch bekannt als Frischkornbrei oder Frischkornmüsli) aus unerhitztem Getreide ist das Herzstück der vitalstoffreichen Vollwertkost – also deren wichtigster Bestandteil.

Die “normale” Kost in den so genannten zivilisierten Ländern führt leicht zu einer chronischen Unterversorgung mit B-Vitaminen, da in Auszugsmehlen und Fabrikzuckern so gut wie keine mehr enthalten sind. Für viele Stoffwechselvorgänge, wie z. B. für den Abbau von Kohlenhydraten, benötigen wir diese dringend. Bereits durch 3 Esslöffel (ca. 50 g) unerhitztes Getreide wird ein wichtiger Beitrag für den täglichen Mindestbedarf an B-Vitaminen geleistet, vor allem an Vitamin B1.

Unerhitztes und keimfähiges Getreide

Wichtig ist, dass das Getreide noch keimfähig ist und roh gegessen wird. Denn insbesondere Vitamin B1 ist hitzeempfindlich. Für eine optimale Versorgung würde es nicht ausreichen lediglich erhitzte Vollkornprodukte zu essen. Wenn Getreidekörner noch keimfähig sind, ist das außerdem ein Zeichen, dass das Getreide reif geerntet und die Körner nicht beschädigt wurden. Nur dann ist ein Optimum an Vitalstoffen im Getreidekeim enthalten. Deswegen machen wir öfters mal eine Keimprobe von unserem Getreide, indem wir versuchen Sprossen daraus zu ziehen.

Unser variationsreiches Frühstück

Sicher fragen sich einige: “Rohes Getreide!? Schmeckt das?” Ja klar, sogar sehr gut. Bislang haben alle unsere Gäste (Nicht-Vollwertköstler), denen wir das Frischkorngericht serviert haben, gerne Nachschlag genommen. Wir wurden sogar schon gefragt, wann es wieder das “leckere Körnermüsli” bei uns gibt ;-).

Für uns ist das Frischkorngericht unser tägliches, variationsreiches, sättigendes und vor allem leckeres Frühstück. Wir weichen abends geschrotetes Getreide ein und am nächsten Morgen bereiten wir unser Frischkorngericht mit frischem Obst zu. Manchmal keimen wir auch Getreide und essen Getreidesprossen statt eingeweichtem Schrot. Oder wir mahlen morgens frischen Hafer grob. Da wir keine Flockenquetsche besitzen, werden es eher Haferkrümel und keine Haferflocken ;-). Je nach Lust und Laune variieren wir das Getreide, verwenden verschiedene rohe Nüsse oder Saaten und essen das Frischkorngericht mal ohne und mal mit Sahne. Im Urlaub haben wir fast immer unsere kleine Handmühle und Getreidekörner mit dabei, z. B. auch als wir in Goa waren.

Gekaufte Haferflocken und gekauftes Müsli

Gekaufte Haferflocken gehören übrigens nicht ins Frischkorngericht, da diese immer wärmebehandelt sind. Sonst würde der aufgebrochene Keim schnell bitter werden. Durch die lange Lagerung gehen weitere Vitalstoffe verloren. Wenn ihr gerne Haferflocken oder andere Flocken essen wollt, ist eine Flockenquetsche eine gute Investition (wir liebäugeln schon länger mit einer Flockenquetsche ;-)). Auch sonstiges gekauftes Müsli ist immer wärmebehandelt und oft mit Fabrikzucker gesüßt. Gekauftes Müsli gehört deshalb genauso wenig in ein echtes Frischkorngericht.

Eine ausführliche Beschreibung der Frischkorngericht-Zubereitung inklusive vieler Tipps zur Getreideauswahl haben wir in einem späteren Blogartikel geplant.

Frischkost

Der zweite wichtige Bestandteil der täglichen Ernährung ist ein hoher Frischkostanteil, um vor allem den Bedarf an Mineralstoffen und wasserlöslichen Vitaminen zu decken. Dr. Bruker bevorzugte statt dem Begriff “Rohkost” lieber den Begriff “Frischkost”, um zu betonen, dass es sich um frische, lebendige Lebensmittel handelt. Dem Begriff Rohkost haftet oft die Vorstellung an, dass es sich dabei um etwas Rohes und Grobes handelt, das durch Kochen erst noch verfeinert werden muss. Tatsächlich gehen beim Kochen und Backen aber viele hitzeempfindliche Vitalstoffe verloren. (Einige roh ungenießbare Gemüse, wie Kartoffeln und grüne Bohnen, werden natürlich trotzdem in der Vollwertküche immer gekocht.)

Je mehr Frischkost, desto besser

Für gesunde Personen ist die Empfehlung täglich mindestens ein Drittel Frischkost zu essen. Dazu zählen frische unerhitzte Lebensmittel wie rohes Gemüse, rohes Obst und frische Kräuter. Auch das Frischkorngericht aus unerhitztem Getreide zählt zur Frischkost. Ein Drittel Frischkost ist zwar die empfohlene Mindestmenge, aber es gilt: je höher der Frischkostanteil, desto besser. Bei bestimmten Erkrankungen verordnete Dr. Bruker eine zeitlang sogar 100% Frischkost.

Frischkost voraus

Die Frischkost sollte vor den anderen Speisen gegessen werden. Dieser kleine Trick verhindert, dass man sich an Gekochtem satt isst und dann keine Frischkost mehr schafft. Zudem sorgt diese Reihenfolge dafür, dass die schneller verdaubare Frischkost nicht unnötig lange im Magen verweilt, weil sie von den erhitzten Speisen “blockiert” wird.

Daumenregeln für den Alltag

Natürlich sollte die Frischkost variationsreich sein. Wer täglich nur Äpfel und Möhren isst, dem kommen diese mit Sicherheit schnell zu den Ohren wieder raus ;-). Außerdem würden so nur einseitig Vitalstoffe zugeführt. Um wirklich mit einer großen Variation an Vitalstoffen aller Art versorgt zu werden, gibt es zwei einfache Daumenregeln für den Alltag:

Unter & über der Erde gewachsene Gemüse kombinieren
Pro Mahlzeit ist die Empfehlung mindestens je zwei über der Erde und zwei unter der Erde gewachsene rohe Gemüsesorten zu essen.

  • “unter” der Erde wachsen z. B. Wurzel- und Knollengemüse wie Möhren, Knollensellerie, Pastinake, Radieschen, Rote Bete usw.
  • “über” der Erde wachsen z. B. Blattsalate, Blumenkohl, Gurke, Paprika, Spinat, Tomate usw.

Mehr Gemüse als Obst essen
Der Gemüseanteil sollte gegenüber dem Obst höher liegen (bei ca. ⅔), da meist mehr biologische Wirkstoffe in Gemüse als in Obst enthalten sind. Denn heutige Obstsorten sind vor allem auf Süße gezüchtet.

Aus diesen Daumenregeln machen wir aber keine Wissenschaft und halten uns auch nicht sklavisch dran 😉 – sondern verstehen diese vielmehr als Anregung. Wir führen keine Checkliste, um das Verhältnis von Obst- und Gemüseanteil genau auszurechnen. In unserem bunt gemischten Salat werden die Daumenregeln automatisch erreicht. Beim Einkauf achten wir einfach darauf, dass wir eine bunte Gemüsevariation kaufen bei der mindestens ein Salat und eine Kohlsorte dabei ist.

Unsere Umsetzung

Bei unserer Ernährungsumstellung haben wir damals zuerst angefangen jeden Abend Gemüsesticks als Fingerfood zum Brot zu essen. Zu Beginn waren das gängige Gemüse wie Gurke, Paprika, Kohlrabi und Möhre. Ganz automatisch ist mit der Zeit unser Frischkostanteil immer größer und variationsreicher geworden. Heute liegt dieser bei über 60%. Wir essen schließlich auch zu jeder Mahlzeit Frischkost.

Unser Frühstück ist durch das Frischkorngericht mit Obst und unerhitztem Getreide komplett roh. Wochentags nehmen wir uns fürs Mittagessen immer eine große Schüssel gemischten Salat mit auf die Arbeit, den wir morgens frisch zubereiten. Zum Abendessen gibt es täglich ebenfalls eine große Schüssel bunten Salat, den wir vor den anderen Speisen essen. Unsere verwendete Salatschüssel musste bei steigender Frischkostmenge über die Zeit mitwachsen ;-).

Möglichst mit Schale & Bio

Obst und Gemüse schälen wir in der Regel nicht (außer die Schale ist zu hart oder zu stachlig ;-)), da sich direkt unter der Schale die meisten Vitalstoffe befinden. Wir kaufen fast ausschließlich biologisch angebautes Obst & Gemüse aus dem Bioladen oder vom Wochenmarkt. Außerdem bauen wir selber in unserem Schrebergarten einige Pflanzen an.

Vollkornbrot und -produkte

Getreide ist schon seit Jahrtausenden ein wichtiges Grundlebensmittel in fast allen menschlichen Kulturen. Im Buch „Korngesund“ (Amazon-Link) wird beschrieben, dass jede Hochkultur ihre eigene Getreidekultur hatte: Reis in Asien, Hirse in Afrika, Mais in Amerika, Weizen bei den Römern und Gerste im Norden Europas.

Getreide ist günstig in großen Mengen anzubauen, lässt sich lange lagern und liefert einen wichtigen Beitrag um den Eiweiß- und Kohlenhydratbedarf zu decken. Darüber hinaus sind vor allem der Getreidekeim und die Randschichten reich an bestimmten Vitalstoffen wie B-Vitaminen und hochwertigen zum Teil mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Deshalb ist eine weitere Säule der vitalstoffreichen Vollwertkost echtes Vollkornbrot und Vollkornprodukte.

Echtes Vollkorn

In der vitalstoffreichen Vollwertkost wird das Getreide erst kurz vor der Verarbeitung zu Mehl oder Schrot vermahlen und dabei immer das ganze Korn verwendet. Durch Verwendung des ganzen Korns wird der erhebliche Vitalstoffverlust gegenüber Auszugsmehlen verhindert. (Im ersten Teil hatten wir den Vitalstoffgehalt Auszugsmehl und Vollkornmehl tabellarisch gegenübergestellt.)

Warum wird Mehl immer frisch gemahlen?

Der wichtigste Bestandteil von Getreide ist der Getreidekeim. Dieser enthält neben Mineralstoffen, Spurenelementen, hochwertigem Eiweiß und (B-)Vitaminen auch Keimöl. Sobald Getreidekörner mit Keim gemahlen werden, fangen die Fettsäuren durch Kontakt mit dem Luftsauerstoff an zu oxidieren und werden schnell ranzig bzw. schmecken bitter. Bis das Mehl wirklich ungenießbar ist, vergehen zwar ein paar Wochen, aber auch andere Vitalstoffe wie Vitamine und Aromastoffe gehen durch Kontakt mit dem Luftsauerstoff verloren. Der Vitalstoffverlust beginnt ab Zeitpunkt des Mahlens, da die Körner aufgebrochen werden und nicht mehr von einer schützenden Hülle umgeben sind. In der vitallstoffreichen Vollwertkost wird daher Vollkornmehl, das älter als zwei Wochen ist, als ähnlich vitalstoffarm wie Auszugsmehl eingestuft.

Dagegen sind ganze Getreidekörner hervorragende “Naturkonserven”. Keimfähiges, unbeschädigtes Getreide lässt sich bei den richtigen Bedingungen (trocken, luftig, kühl und dunkel) über Jahre lagern.

Warum ist gekauftes Vollkornmehl lange haltbar?

Vollkornmehl oder Vollkornschrot lässt sich eigentlich nicht wochen- oder monatelang lagern. Vollkornmehl aus dem Laden dagegen schon. Wie ist das möglich? Zum Haltbarmachen wird der wichtige Getreidekeim vor dem Mahlen entfernt und erhitzt wieder dem Mehl hinzugefügt. Dieses gekaufte Vollkornmehl enthält zwar noch viele Mineralien, aber durch die Hitzebehandlung und die lange Lagerung gehen vor allem Vitamine, Aromastoffe und ungesättigte Fettsäuren verloren.

Unser täglich Brot

In früheren Zeiten war Brot ein wichtiges Grundnahrungsmittel, dass so wichtig war, dass es sogar ins Vaterunser aufgenommen wurde. Das Vollkornbrot damals hat die Menschen gut genährt und gesund erhalten. Von dem heutigen Brot kann man das allerdings nicht mehr behaupten.

Um gesund zu wirken, werden heute oft Auszugsmehlprodukte mit Malz oder Zuckercouleur dunkel gefärbt, mit ein paar Körnern bestreut und als vermeintlich gesundes Körnerbrot verkauft. So ein Brot ist jedoch entgegen seines Aussehens und urigem Namen nicht gesünder als ein einfaches Weißmehlbrot.

Neben solchen Auszugsmehlbroten in Vollkorntarnung gibt es auch offizielle “Vollkornbrote”. Nach gesetzlicher Definition muss ein Vollkornbrot aber nur aus mindestens 90% Vollkornmehlen besteht. Frisch gemahlen ist dieses Vollkornmehl aber selten.

Ganz abgesehen von der Qualität der regulären Zutaten gibt es noch ein anderes Problem: Die meisten konventionellen Backwaren vom Bäcker und aus dem Backshop enthalten heutzutage Zusätze, die nicht deklariert werden brauchen. Diese so genannten “Nicht-Zusatzstoffe” werden auch als “Technischen Hilfsstoffe” bezeichnet. Alles nur damit die Maschinen gut arbeiten können und das Gebäck immer perfekt und gleichförmig aussieht. Gips, Cellulose, L-Cystin aus Haaren, Schimmelpilzamylase und vieles mehr finden wir ganz schön eklig :-(.

Natürlich sollte Getreide unbehandelt sein und daher aus ökologischem Anbau stammen. Im konventionellen Anbau werden zum Teil kurz vor der Ernte hochgiftige Spritzmittel versprüht, um Beikräuter abzutöten und ein gleichmäßiges Ausreifen der Körner zu erreichen. ÖKO-TEST konnte im Jahre 2012 in fast drei Viertel der untersuchten Backwaren, Mehle und Flockenprodukte Glyphosat aus Spritzmitteln nachweisen.

Wie finde ich echtes Vollkorngebäck?

Am gesündesten ist Vollkorngebäck, wenn das Getreidekorn vollständig verwendet wird und das Zerkleinern der Körner frisch vor der Weiterverarbeitung geschieht. Gebäck aus direkt vor dem Backen gemahlenen Getreide, könnt ihr manchmal noch auf Märkten und im Bioladen finden. Am besten fragt ihr direkt nach, ob die Bäckerei eine eigene Mühle besitzt und diese auch verwendet. Echtes Vollkornbrot aus frisch gemahlenem Mehl lässt sich nicht am Aussehen erkennen. Denn richtige Vollkornbrote sind eigentlich nicht besonders dunkel. Gebäck aus der alten Weizensorte Kamut wird beispielsweise erstaunlich hell. Wichtig ist sogar beim Biobäcker darauf aufzupassen, dass kein Fabrikzucker z. B. in Form von Rübensirup enthalten ist. Sirup wird auch hier gerne verwendet, um Brot dunkler zu färben. Bei den besonders dunklen Broten solltet ihr also sehr misstrauisch sein.

Alternative: selber backen

Gesünder, günstiger und leckerer ist es Brot und Brötchen selber zu backen. Anfangs haben wir oft schnelles Hefebrot gebacken. Auch unsere Vollkornbrötchen sind super schnell zubereitet. Seit unserem Vollwert-Praxisseminar wagen wir uns auch an Sauerteigbrote heran. Diese lassen sich länger lagern als Hefebrot und als Notration auch besser einfrieren. So haben wir immer bestes Vollkornbrot im Haus, selbst wenn wir von einer Reise zurückkommen :-).

Unser wichtigstes Küchengerät

Eine eigene Mühle ist unerlässlich, um ernsthaft die vitalstoffreiche Vollwertkost umsetzen zu können. Viele Bioläden und Reformhäuser mahlen Mehl kostenlos. Für den Einstieg ist das sehr hilfreich. Wir fanden das auf Dauer jedoch viel zu umständlich, deshalb stand schnell eine kleine Mühle in unserer Küche. Gebäck aus frisch gemahlenem Vollkornmehl ist gegenüber gekauften Mehlen viel aromatischer und duftet einfach herrlich. Aber es wird natürlich nie so fluffig wie Gebäck aus Auszugsmehl.

Im Körner-Paradies

Mittlerweile befindet sich in unserem Vorratsschrank eine große Auswahl an Körnern (Dinkel, Einkorn, Grünkern, Hartweizen, Hirse, Kamut, Nacktgerste, Nackthafer, Roggen, Vollkornreis, Weizen), mit denen wir super viele variationsreiche Gerichte zaubern können. Wir finden es faszinierend, wie unterschiedlich die Getreidekörner aussehen und schmecken. Die Körner können wir mittlerweile allein am Aussehen unterscheiden und brauchen die Vorratsbehälter nicht mal mehr beschriften ;-).

Naturbelassene Fette

Für eine ausreichende Versorgung mit fettlöslichen Vitaminen und ungesättigten Fettsäuren ist der Verzehr naturbelassener Fette wichtig. Butter, Sahne und kaltgepresste, nicht raffinierte Öle enthalten jede Menge naturbelassene Fette und werden daher gerne in der vitalstoffreichen Vollwertkost verwendet. Zusätzlich befinden sich reichlich naturbelassene Fette beispielsweise auch in Avocados, Nüssen und Saaten. Raffinierte oder sonstig behandelte Öle passen nicht in eine vollwertige Ernährung. Auch Bio-Margarine essen wir aus gesundheitlichen und ökologischen Gründen auf keinen Fall.

Probleme bei der Deklaration

Leider können wir selbst im Bio-Laden oder Reformhaus nicht bedenkenlos bei den Ölen zugreifen. Manche Saaten wie Sesam oder Kürbiskerne werden vor dem Pressen geröstet und manche Öle werden sogar raffiniert, um den Geschmack zu mildern. Da hilft nur, das Etikett zu studieren. Aber selbst das verrät nicht alles. Es sollte unbedingt nativ oder kaltgepresst auf dem Etikett stehen. Leider ist die Bezeichnung “kaltgepresst” auch nicht so aussagekräftig. Denn diese besagt nur, dass keine Wärmezufuhr von außen stattgefunden hat. Entscheidend ist aber, dass während der Pressung keine Temperaturen von über 40°C entstehen.

Kleine Anbieter und Abwechslung

Am liebsten kaufen wir daher unsere Öle von kleinen Ölmühlen (z.B. Wesermühle, Ölmühle Solling oder Ölmühle Werder), anderen Spezial-Shops wie Meine Öle oder beim Ölmarkt in Wilstedt. Hier haben wir mehr Vertrauen in die Qualität als bei einigen Ölen aus dem Bioladen oder Supermarkt.

Wir achten darauf, schön abwechslungreich möglichst verschiedene Öle wie Hanföl, Leinöl (nur ca. 6 Wochen haltbar), Mohnöl und Olivenöl zu essen. Denn die Arten und Verhältnisse der Fettsäuren können sich zwischen den Ölsorten erheblich unterscheiden.

Butter und Sahne

Neben kaltgepressten Ölen essen wir auch Butter und seltener Sahne. Gute, unbehandelte Butter und Sahne sind allerdings auch schwierig zu finden. Auf jeden Fall kaufen wir nur Bioprodukte und achten bei Sahne zusätzlich darauf, dass diese kein Carrageen enthält. Bei der Butter wählen wir sowohl Bio-Sauerrahm- als auch Bio-Süßrahmbutter. Rohmilchbutter wäre noch naturbelassener, die haben wir aber bislang noch nicht entdeckt. “Mild gesäuerte” Butter meiden wir, weil bei dieser statt Milchsäurebakterienkulturen nur ein Milchsäurekonzentrat verwendet wird.

Wie viel Fett essen wir?

Wir führen kein Buch darüber, wie viel Fett wir täglich zu uns nehmen. Aber unsere Speisen strotzen trotzdem nicht vor Fett. Hochwertige Öle sind einfach viel zu teuer, um sie literweise in den Salat zu kippen ;-). Auch unser Butter- und Sahnekonsum ist nicht besonders hoch. Über das letzte Jahr ist dieser nochmal merklich weniger geworden. Wir tendieren immer mehr zu einer Ernährung ohne Milchprodukte.

Fazit

Echtes Vollkorn, ein hoher Frischkostanteil, sowie naturbelassene Öle und Fette – vitalstoffreiche Vollwertkost ist keine kurzfristige Diät, sondern eine Lebenseinstellung. Wir versorgen unsere Körper gerne mit den wertvollsten Lebensmitteln und schwelgen in der Aromavielfalt naturbelassener Zutaten. Dass diese Ernährung nicht nur schmeckt, sondern uns tatsächlich gut tut, zeigt unsere sich verbessernde Gesundheit.

War unser Artikel verständlich? Habt ihr Fragen? Wir freuen uns über eure Anmerkungen :-).

35 Kommentare

  1. Danke für diese ausführliche Darstellung der Lebensmittel einer Vollwerternährung! Ich befürworte übrigens ;-), dass Ihr bald ausführlichst darstellt, wie Ihr Euer Frischkornmüsli zubereitet. Welche Getreidemühle verwendet Ihr denn, bzw. welches Modell würdet Ihr als (einfache) Basisausstattung empfehlen?!? Ich bin auch schon sehr neugierig darauf, woher Ihr Euer Getreide bezieht! Eignet sich denn jedes Getreide frisch geschrotet für’s Frischkornmüsli? Sehr interessant fände ich auch einen Bericht darüber, wie Ihr Getreidesprossen bzw. Sprossen generell herstellt. Esst Ihr auch gesprossten Buchweizen? Ich weiß, Buchweizen ist kein Getreide, ich mag aber Buchweizen sehr gerne (bisher nur in gekochter Version) und frage mich, ob er (ungekocht) gesprosst genießbar ist (wielange muss Buchweizen denn sprossen?). Ich bin (noch) keine Vollwertlerin, lebe seit 2 Jahren vegan und versuche zumindest, meine Ernährung allmählich immer vollwertiger zu gestalten.

    Ich finde Eure Homepage übrigens super gelungen, gut recherchiert und sehr informativ! Herzliche Grüße Vera

    • Hallo Vera,

      freuen uns riesig über dein Lob :-).

      Das Frischkorngericht steht schon weit oben auf unserer Liste, mit den Sachen, die wir posten wollen :-).

      Wir haben als Getreidemühle eine Komo Fidibus 21 (2007 Edition) und sind sehr zufrieden damit. Melanie hatte beim Mühlenkauf Glück und die Mühle durch ein Super-Sonderangebot im Bioladen für nur 149 Euro bekommen. Jetzt kostet die so ca. 250 Euro. Uns gefällt auch, dass die Mühle durch das Holz ganz hübsch aussieht (Plastikmühlen fanden wir nicht so schön).

      Unser Getreide kaufen wir gerne in einem kleinen Bioladen in Osnabrück. Dort gibt es 5 kg Säcke für Dinkel, Weizen, Roggen von Bioland und auch z. B. Hirse aus Brandenburg. Manchmal bestellen wir unser Getreide auch im Bio-Großhandel über Sönkes Eltern, wobei wir lieber den kleinen Bioladen unterstützen. Es gibt auch Höfe, die online ihr Getreide verkaufen wie z. B. http://www.biolandhof-knauf.de/ oder http://demeterhof-schwab.de/.

      Ja, Buchweizen ist auch roh geniessbar und lecker. Dieser wird aber nicht geschrotet, sondern im Ganzen eingeweicht. Wenn du ihn schrotest und einweichst, wird dieser etwas schleimig. Schmeckt zwar auch, sieht aber nicht so gut aus und ist von der Konsistenz komisch.

      Buchweizen lässt sich sprossen oder auch kleine Minipflänzchen (microgreens) in Erde lassen sich ziehen. Wir haben heute morgen Sprossen angesetzt, um ein Foto davon zu machen. Zum Sprossen darf Buchzeizen nur ca. 15 Minuten eingeweicht werden, sonst weichen die Körner zu sehr auf und sprossen dann nicht mehr. Im Moment haben wir nur ein Foto von den Minipflänzchen, die wir vor einer Weile mal gezogen haben:
      Buchweizen Minipflänzchen (microgreens)

      Liebe Grüße

      • Danke <3 für diese sehr ausführliche Antwort. Da habt Ihr mir sehr weitergeholfen. Die Fidibus 21 ist die Getreidemühle, mit der ich auch schon geliebäugelt habe. Bei dem Sparangebot hätte ich auch zugeschlagen! Sobald ich ein Angebot sehe, bzw. einen kleinen Geldsegen erhalte 😉 werde ich mir ziemlich sicher die Komo Fidibus 21 kaufen. Und an das Buchweizenexperiment werde ich mich jetzt endlich ranwagen. Liebe Grüße Vera

      • Guten Abend,
        also erstmal finde es echt super dass ihr so lebt und das auch umsetzten könnt…. echt klasse und eure seite auch!!!! 🙂 daumen hoch!

        Nur hab ich da eine Frage.
        Wie schafft ihr das zeitlich? Ich arbeite im schichtdienst und weiß gar nicht wie ich das alles bewältigen soll. Ich würde trotzdem gerne meine ernährung umstellen, bin auch gut dabei viel obst und gemüse zu essen. Jedoch ist es sehr schwer, zusätzlich sein eigenes Mehl zu mahlen und dann noch brot zu backen u.ä. Ich finde es schade, dass uns die Industrie so krank macht, einfach etwas ins essen rein macht, nur weil es so einfacher ist oder wie auch immer, ihr wisst ja bescheid …. ich kann und mag mich nicht damit abfinden. Nur weiß ich nicht, wie ich das ganze umsetzten soll. Ihr macht das ja super aber wie ? Danke im voraus , lg Sabi

        • Hallo Sabi,
          mit kleinen Kindern bleibt bei uns vor allem unter der Woche nicht viel Zeit aufwändig zu kochen. Damit wir es schaffen uns dennoch vollwertig zu ernähren, gibt es bei uns vor allem Sachen, die sich schnell zubereiten lassen.

          Deine Frage nach der Umsetzbarkeit ist nicht so einfach in einem kurzen Kommentar beantwortet. Um alles umzusetzen, greifen wir u.a. auf mehrere “Tricks” wie tägliche Routinen und eine pragmatische Essensplanung zurück.
          Vielleicht findest du bei dir in der Nähe auch Vollkornbrot aus frisch gemahlenem Mehl. Bei Bäckereien, die nach demeter-Richtlinien backen, hast du tendenziell wahrscheinlich die besten Chancen so ein Brot zu finden. Vielleicht gibt es entsprechendes demeter-Brot bei dir im Bioladen.

          Liebe Grüße

  2. Hallo ihr Zwei,

    mal wieder eine sehr schöne Beschreibung. Danke dafür.

    Und Eure Zubereitung der Frischkornmüslis würde mich auch interessieren. In Lahnstein schmeckte es so toll, bei den Kochkursen an der VHS auch und meins zu Hause ist nicht wirklich der Knaller. Aber ich möchte da auch nicht unmengen an Sahne reinkippen. Mal sehen wie ihr es macht.

    Liebe Grüße
    Aga

    • Hallo ihr beiden,
      auch von mir ein dickes Lob für euren Beitrag 🙂
      Hallo Vera,
      zur Zeit gibt es im emuverlag / Dr. Max-Otto-Bruker-Haus
      die Getreidemühle Fidibus 21 inkl. 5 kg Dinkel im Angebot für 239,- Euro.
      Ich habe auch diese Mühle und bin ebenfalls sehr gut zufrieden damit.
      LG Marita

      • Hallo Marita, danke für den Hinweis. Ich sehe mich auf der Homepage des Emuverlags gerade um. LG Vera

      • Vielen Dank für den Tipp! Die Mühle ist super. Unsere verklemmt allerdings leicht, wenn wir erst Roggen reinschütten und diese danach einschalten. Deshalb schalten wir oft erst die Mühle ein, bevor wir das Getreide in den Trichter geben.

    • Vielen Dank :-). An den Artikeln zum Frischkorngericht (es werden wahrscheinlich mehrere) schreiben wir gerade.

  3. Sind Vollwertler eigentlich automatisch auch Vegetarier?
    Und ich warte auch schon auf einen Artikel über das Frischkorngericht! Habe das jetzt heute morgen zum zweiten Mal zubereitet, nach einer Beschreibung, die ich auf youtube gefunden habe. Aber ob ich das alles so richtig mache?? 🙂

    • Nicht alle Vollwertler sind automatisch Vegetarier. Aber wir würden schätzen, dass der größte Teil Vegetarier ist bzw. mit der Zeit wird. Wir hatten schon bevor wir mit der Vollwertkost begannen einen sehr geringen Fleischkonsum. Das Entscheidende in der Vollwertkost ist vor allem die Natürlichkeit der Lebensmittel.

      Fleisch (und auch Eier, Milchprodukte) aus der leider üblichen Massentierhaltung halten wir für sehr ungesund. Die Zusammensetzung der tierischen Produkte unterscheidet sich von traditionell auf der Wiese gehaltenen Tieren erheblich. So ist z.B. der Omega-6 Anteil gegenüber dem Omega-3 Anteil bei Fleisch, Eiern und Mich aus Massentierhaltung stark erhöht. Dies scheint eine Vielzahl von Zivilisationskrankheiten zu begünstigen. Fleisch, Eier und Milch (sowie Milchprodukte) aus Massentierhaltung sollten daher unserer Meinung nach nicht auf dem Teller landen.

      Jetzt ernähren wir uns möglichst vollwertig und tiereiweißarm mit einer veganen Tendenz, wobei wir da auch nicht übertreiben. Vor Kurzem haben uns unsere Nachbarn ein paar Wachteleier von ihren Wachtelhühnern geschenkt. Die haben wir aus Neugier schon probiert ;-).

      Wie gut, dass wir gerade wieder am Artikel zum Frischkorngericht schreiben 🙂

  4. Hallo ihr beiden,
    durch Zufall ist mein Mann vor Kurzem über ein Buch mit dem schönen Titel „Vollwertkost bei Neurodermitis“ gestoßen und ich, die ich von Geburt an an dem Ekzem leide, habe mich eingelesen und bin neugierig geworden, sodass ich letztlich bei euch gelandet bin.
    Danke erstmal für die wundervollen, übersichtlichen Zusammenfassungen. Vieles ist so viel verständlicher als in mancher Fachliteratur und eure Erfahrungen machen den gesamten Blog menschlicher als die Fachliteratur es sein kann.
    Seit ich von vollwertiger Ernährung gehört habe geistert jedoch eine Frage in meinem Kopf herum:
    Neben der Neurodermitis habe ich auch seit rund 15 Jahren diverse „Lebensmittelallergien“ und von Jahr zu Jahr werden es mehr. Die meisten Dinge kann ich zwar gekocht essen, roh jedoch kann ich die verträglichen Obst und Gemüsesorten an einer Hand abzählen, neben Johannis – und Stachelbeeren, gehen noch einige Salatsorten, sowie Gurke. Ich hoffe, dass ich Frischkorn essen kann, mache mir aber Sorgen, dass ich zumindest in der ersten Zeit nicht auf einen hohen Frischkostanteil kommen werde (ich hoffe ja, dass ich grade die Nahrungsmittelprobleme mithilfe der Ernährungsumstellung in den Griff kriege).
    Was sagt ihr dazu?
    Lieben Gruß und danke nochmal
    Lena

    • Hallo Lena,

      wir freuen uns, dass du auf unserem Blog gelandet bist, auch wenn der Anlass leider nicht so gut ist. Vielen Dank für dein Lob!

      Dein “Leidensweg” hört sich wie der von Sönke an. Sönke hatte schon als Baby Neurodermitis und über die Jahre sind immer mehr Lebensmittelmittel- und Pollenallergien dazugekommen.

      Gekochten Apfel konnte Sönke z. B. auch noch vertragen, aber roher Apfel war schon ein Problem. Mit rohem Getreide (außer zu Beginn mit Weizen) hatte Sönke zum Glück keine Schwierigkeiten.

      Mit unserem Umstieg auf die vitalstoffreiche Vollwertkost wurde es zunächst nur ein wenig besser. Erst als wir anfingen, uns zusätzlich konsequent tiereiweißfrei (kein Fleisch, Fisch, Ei, Quark, Käse, Joghurt) zu ernähren, waren die Lebensmittel- und Pollenallergien sehr schnell weg. Diesen Sommer hat Sönke jede Menge Kirschen & Erdbeeren gegessen und keinerlei Reaktionen gehabt. Früher sind schon nach einer Kirsche seine Lippen angeschwollen.

      Aber sobald Sönke zu viel tierisches Eiweiß isst, (ein Ei reicht bei ihm) sind die Allergien wieder da. Also ist er noch nicht geheilt. Ernährst du dich schon ohne tierisches Eiweiß?

      Aber auch andere Dinge wie z.B. Stress und bestimmte Chemikalien wirken sich auf die Neurodermitis von Sönke aus. Wichtig ist für uns deshalb ein umfassender gesunder Lebensstil.

      Liebe Grüße
      Melanie & Sönke

      • Hallo!
        Danke für die Antwort.
        Tiereiweiß hat in meiner Ernährung die letzten Jahre sowieso kaum eine Bedeutung gehabt und somit fällt mir das sehr leicht. Daher habe ich es komplett gestrichen.
        Den Frischkornbreit vertrage ich (nach anfänglicher Irritation meines Körpers) und habe jetzt komplett auf tiereiweißfreie Vollwertkost umgestellt. Ich bin gespannt und nach Sönkes Geschichte darf ich ja hoffen.

        Lieben Gruß
        Lena

        • Hallo Lena,

          wünschen dir viel Erfolg! Wir würden uns sehr freuen von deinen weiteren Erfahrungen zu hören.

          Liebe Grüße

  5. Hallo ihr beiden!
    Seit gut 1,5 Monaten esse ich nun vollwertig und bin positiv überrascht. Die erste Wochen war ich sehr konsequent, habe brav meinen Frischkornbrei gegessen und vorsichtig Äpfel, Birnen und Pfirsiche getestet, Korn geschrotet und Vollkornprodukte gekauft. Nach einer Woche konnte ich wieder Äpfel essen und der Rest folgte schnell.
    Den Frischkornbrei habe ich z.Z. aus dem Essensplan gestrichen, da ich nicht frühstücke und Mittags lieber Salat esse. Dafür gibt es massenweise Äpfel aus dem Garten.
    Allerdings reduziert sich die Neurodermitis kaum bis gar nicht, sodass ich die letzte Woche doch wieder etwas Cortison zugecremt habe, weil ich die ständigen offenen Stellen und das abschuppen leid war. Seitdem bin ich fast beschwerdefrei und teste grade die Ernährungsgrenzen. Da ich sehr radikal und nicht einschleichend umgestellt habe vermisse ich meinen geliebten Käse doch sehr und esse ihn nun wieder, aber nur in kleinen Mengen. Das klappt bisher einwandfrei. Auch Zucker habe ich getestet, auch wenn ich diesen eher gar nicht vermisse. Hier folgt die Reaktion auf dem Fuße: esse ich ein Stück normalen Kuchen, kann ich damit rechnen ein paar Tage meinen Gemüsekonsum zurückschrauben zu müssen, weil ich Dinge nicht mehr vertrage.
    Aber insgesamt macht mir das vollwertige Essen sehr viel Freude und auch mein Mann hat sich damit abgefunden und freut sich daran, dass es mir nicht nur super geht und ich alles essen kann, was ich egrne mag, sondern auch an ein paar Kilo weniger auf meinen Hüften.
    Danke nochmal für den schönen Blog und ich freu micha uf noch ganz viele Rezepte!

    • Hallo Lena,

      vielen Dank für deinen Bericht! Wir freuen uns, dass du wieder mehr essen kannst und es dir schmeckt :-).

      Das Problem mit dem Zurückschrauben kennen wir auch. Wenn wir uns wirklich konsequent vollwertig vegan oder tiereiweißfrei ernähren, kann Sönke die früher unbekömmlichen Obst-, Gemüse- und Nusssorten essen. Aber einmal zu viel tierisches Eiweiß gegessen, wird es wieder gefährlich für ihn. Dann sollte er unbedingt bestimmtes Obst und Tomaten meiden. Neben der Ernährung begünstigen auch Stress sowie falsche Seifen und Reinigungsmittel bei Sönke Neurodermitis bzw. Ekzeme an den Händen.

      Wir können natürlich keine ärztliche Diagnose oder Rat geben, aber es ist zu erwarten, dass die Neurodermitis nicht von einem Tag auf den anderen verschwindet. Möglicherweise wäre es für den Heilungsprozess hilfreich zumindest zeitweilig ganz auf Käse zu verzichten und evtl. sogar 100% Roh- oder Frischkost zu essen. Das könnte einen Heilungsschub bewirken. Dr. Bruker empfiehlt Neurodermitiskranken in seinem Buch “Allergien müssen nicht sein!” tierisches Eiweiß strikt zu meiden und besonders viel Frischkost zu essen.

      Viel Erfolg bei deiner weiteren Gesundung!

  6. Pingback: Vollkornmehle? Mahlt jemand auch auf Vorrat?

  7. Hallo Ihr zwei,

    Zunächst vielen Dank für die Arbeit, die ihr euch mit eurem tollen Blog macht.
    Ich bin darauf gestoßen, weil ich meine Ernährung umstellen möchte, um vielleicht meine Allergien loszuwerden und undefinierbare Magenprobleme (Reizmagen/Darm).
    Mich würde interessieren, ob ich mir sicher sein kann, rohes Getreide zu kaufen, wenn ich im Bio-Laden Körner der Firma davert kaufe? Ich habe mir nun eine Tüte Dinkel und eine Tüte nackthafer geholt, um ein FKG nach eurem Rezept zu erstellen (mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen ;))
    Die Tüte Hafer von o.g. Firma habe ich nicht genommen, da darauf stand, er sei gewaschen und entspelzt (ich hoffe, ich habe das richtig in Erinnerung behalten).
    Wo und von welcher Firma kauft ihr euer Getreide?
    Und kann ich es auch ohne teure Getreidemühle schroten? Habt ihr einen Tipp?
    Vielen lieben Dank für eure Antwort und macht weiter so!!
    LG NaMamaInes

    • Leider kann sich man beim Kauf prinzipiell nie sicher sein, ob das Getreide wirklich roh bzw. keimfähig ist. (Streng genommen ist das Wichtige die Keimfähigkeit, denn auch rohes Getreide kann schlecht keimen, da es z.B. beim Entspelzen zu sehr beschädigt wurde.)

      Besonders im Zusammenhang mit Kamut können große Qualitätsunterschiede bei Davert vorkommen. Unser Kamut ist bisher immer super gekeimt, aber von anderen Seiten haben wir gehört, dass die Kamutkörner nicht keimen wollten. Der Grund dafür ist, dass Kamutkörner manchmal zu feucht geerntet werden und dann nachträglich getrocknet werden. So getrocknete Körner keimen dann nicht mehr bzw. nicht mehr richtig. Dies kann prinzipiell auch bei anderen Getreidesorten und anderen Anbietern vorkommen.

      Um die Qualität des Getreides zu überprüfen, ist es daher sinnvoll von Zeit zu Zeit eine so genannte Keimprobe aus dem gekauften Getreide zu machen, d. h. versuchen Getreidesprossen daraus zu ziehen (siehe unsere Anleitung zum Züchten von Getreidesprossen). Mit den so gezogenen Getreidesprossen kannst du dann hervorragend das Frischkorngericht aufpeppen.

      Bei Hafer kaufen wir Nackthafer bzw. Sprießkornhafer (das ist nur eine Markenbezeichnung). “Normaler” Hafer wird entspelzt und ist daher nicht mehr keimfähig.

      Unsere Getreidekörner versuchen wir möglichst regional zu kaufen. In unserem Bioladen gibt es Weizen, Dinkel, Roggen, Nackthafer und Nacktgerste direkt von einem Betrieb am Rand von Osnabrück (Bioland Meyerhof). Gerade bekommen wir Roggen, Dinkel und Nacktgerste auch von unserem CSA-Hof. Bei Buchweizen und Hirse achten wir darauf, dass diese möglichst aus Europa und nicht aus China stammen.

      Kleinere Mengen Getreide kannst du auch in einem geeigneten Mixer wie dem Personal Blender schroten. Kaffeemühlen sollen sich ebenfalls gut eignen, jedoch sollte dann nicht auch noch Kaffee darin gemahlen werden ;-). Für den Anfang könntest du im Bioladen und Reformhaus dein Getreide schroten lassen. Jedoch nur in kleiner Menge, denn je länger dieses Schrot lagert, desto weniger Vitalstoffe sind enthalten.

      Liebe Grüße

  8. Vielen Dank für euren tollen Blog! Er hat uns sehr inspiriert und auf der Suche nach der für uns passenden Ernährungsform geholfen! Besonders auch bei der Definition von zuckerfrei :).
    Eine Frage habe ich zu den Ölen – Ihr schreibt, dass Säfte ungünstig sind, weil da nur ein Teil der Pflanze verwendet wird. Bei Ölen ist das ja eigentlich ganz genauso. Wisst ihr, warum diese trotzdem auf der gesunden Seite stehen und man nicht stattdessen die ganzen Nüsse oder Samen essen „muss“?
    Viele Grüße nd nochmal danke :), Nana

    • Hallo Nana,
      dein Einwand ist völlig berechtigt. Auch bei Ölen handelt es sich um Teilnahrungsmittel. Besser wäre es auf jeden Fall die ganzen Nüsse oder Samen zu essen. Trotzdem werden naturbelassene Öle in der vitallstoffreichen Vollwertkost verwendet, da diese im Gegensatz zu Säften nur in kleineren Mengen gegessen werden und diese auch nicht zu Verdauungsbeschwerden führen.
      Aber es ist sehr wichtig auf qualitativ hochwertige Öle zurückzugreifen. Wir versuchen Öl sparsam zu verwenden, da hochwertige Öle auch recht teuer sind.

      Liebe Grüße

      • Danke schön für die Antwort! Das Leben wird spannend, wenn man mal beginnt sich mit der Ernährung auseinander zu setzen ;).

  9. Hallo!
    Ich wollte mich bei euch für diese tolle Seite bedanken. Ich bin im Moment selbst dabei, meine Ernährung zu verbessern und es ist so schwierig geworden, eine Seite zu finden, auf der es nicht heißt, alles Getreide ist schlecht und Gluten sowieso. Generell bestehen die meisten Ernährungskonzepte nur aus Verboten und Superfoods. Da meine Mutter als Ernährungsberaterin arbeitet und die Vollwertkost unterstützt, weiß ich bereits das meiste, hab aber noch Probleme mit der Umsetzung.
    Mein Hauptproblem ist momentan nicht, dass ich zu viel Ungesundes esse, sondern dass ich viele Dinge nicht esse, die ich eigentlich brauche. Daher bin ich auf der Suche nach Rezepten, mit denen ich mir Dinge „unterjubeln“ kann. Zum Beispiel mag ich keine Nüsse. Das habe ich mittlerweile gelöst, indem ich nachmittags einen kleinen grünen Smoothie mit verschiedenen gemahlenen Nüssen trinke. Gleich werde ich mein erstes Frischkornmüsli essen, ich bin gespannt, ob es mir schmeckt, da ich sehr wählerisch bin. Also, alles in allem: Kompliment für die tolle Seite, die kreativen Rezepte und das fundierte Wissen!

  10. Hallo Melanie und Sönke,

    erst vor kurzem bin ich in die Vollwerternährung eingestiegen und finde Euren Blog äußerst informativ und hilfreich!
    Vielen Dank!!!
    Frauke

  11. Hallo danke fur das tolle Artikel:-))) Buchweizen kann man roh essen was ist mit Canihua Samen ? Die sind so fein möchte gerne die so essen…..wieso steht überall daß ich die kochen muss?
    Für eine Antwort bedanke mich voraus..
    L.G
    Verona

    • Hallo Verona,
      Canihua ist verwandt mit Quinoa und Amaranth. Wir haben es noch nicht gegessen, würden es aber erstmal versuchen ähnlich wie Quinoa und Amaranth zu verwenden. Wir können uns vorstellen, dass sich Sprossen daraus ziehen lassen, die dann roh gegessen werden können. Nur die Körner würden wir nicht roh im Frischkorngericht verwenden.

      Liebe Grüße

  12. Hallo Ihr Beiden,
    ich habe ein Müsli entdeckt, dass aus 3 Getreidesorten besteht (Gerste, Roggen und Buchweizen). Diese werden erst gekeimt und dann bei 35 – 55 Grad wieder getrocknet.
    Was haltet ihr davon? Ist es auch noch als ein gesundes Müsli anzusehen?
    Viele Grüße
    Astrid

    • Hallo Astrid,

      Getreidekörner können bei den richtigen Lagerbedingungen für Jahre gelagert werden und sind nach Jahren immer noch in der Lage zu keimen. Das liegt daran, dass alle Nähr- und Vitalstoffe hervorragend im Getreidekorn geschützt verpackt sind. Sobald das Getreidekorn aufgebrochen wird gilt diese lange Lagerzeit nicht mehr. Getreideflocken und Mehl sind eigentlich nur für wenige Woche genießbar, dann werden die aufgebrochenen Getreidekörner ranzig, da insbesondere ungesättigte Fettsäuren mit dem Luftsauerstoff oxidieren. Daher müssen Mehle und Flocken immer irgendwie verändert werden, damit sie für den Verkauf lange gelagert werden können. Durch eingesetztes Haltbarmachen per Hitze, lange Lagerung und andere Raffinationsprozesse gehen jedoch Vitalstoffe verloren.

      Normalerweise sind einige Vitalstoffe recht fest im Getreidekorn gebunden. Wenn die Getreidekörner keimen, dann werden diese Verbindungen gelöst und unser Körper kann die Getreidekörner als Sprossen leichter verdauen. Außerdem bilden sich beim Keimen noch weitere Vitalstoffe. Das ist auf jeden Fall super. Getreidesprossen allerdings wieder zu trocknen und dann längere Zeit zu lagern, halten wir allerdings für nicht so gut. Da die Vitalstoffe nicht mehr in festen Verbindungen vorliegen, können Alterungsprozesse jetzt stärker wirken und Vitalstoffe verlorengehen. Ab Temperaturen von ca. 42°C denaturieren außerdem Eiweiße. Dadurch gehen Enzyme kaputt und stehen als Vitalstoffe nicht mehr zur Verfügung.

      Gekaufte getrocknete Getreidekeimlinge würden wir vom Gesundheitswert ähnlich wie gekaufte Haferflocken einstufen: Besser als Auszugsmehl, aber kein Vergleich zu frisch hergestellten Haferflocken bzw. frischen Getreidekeimen.

      Liebe Grüße

  13. Hallo,
    ich bin Neuling im Bereich Vollwertkost/ Clean Eating. Meine Frage: Woher und in welcher Menge nehmt ihr Eiweiß auf? Ihr verzichtet ja auf Milchprodukte, daher denke ich, dass ihr auch Fleisch, Fisch und Eier selten auf den Tisch kommen lasst 😉
    Ich kann mir noch nicht vorstellen, was ihr euch auf’s Brot legt.
    LG, Li

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